Das aktuelle Wetter Hagen 24°C
Verkehrsrecht

Zweifel an Fahrtauglichkeit - Rentner musste zum Amtsarzt

05.07.2012 | 08:00 Uhr
Zweifel an Fahrtauglichkeit - Rentner musste zum Amtsarzt
Diabetiker Hermann Wick musste ein fachärztliches Gutachten vorlegen, um seinen Führerschein behalten zu dürfen.

Hagen.   Hermann Wick (89) ist Diabetiker. Als er jetzt wegen eines gegen ihn verhängten Knöllchens im Straßenverkehrsamt vorsprach und von seiner Krankheit berichtete, verdonnerte ihn die Behörde zu einem Besuch beim Amtsarzt.

50 Jahre und länger ist Hermann Wick (89) unfallfrei Auto gefahren. Er hat keine Einträge in der Verkehrssünderkartei, er beachtet die Verkehrsregeln wie nur sonst einer und hält sich trotz seines hohen Alters für einen sicheren Autofahrer. Aber wie die Beamten des Straßenverkehrsamtes jetzt mit ihm umgesprungen seien, das betrachtet er als ausgemachte Schweinerei.

Hermann Wick ist Diabetiker , er behandelt seine Zuckerkrankheit mit einem kurzwirksamen Insulin , das er sich zweimal täglich spritzt. Als er vor einigen Wochen seinen Arzt aufsuchen wollte und von seiner Wohnung in Emst in die Innenstadt fuhr, überfiel ihn ein solcher, für Diabetiker nicht ungewöhnlicher Heißhunger, dass er den Wagen kurzerhand parkte und beim Italiener einen Joghurtbecher mit Erdbeeren aß. Zum Auto zurückgekehrt, klemmte ein Knöllchen hinter der Frontscheibe. 15 Euro sollte Wick berappen, weil er den Wagen im Halteverbot abgestellt hatte.

Nach dem Amtsbesuch das Schreiben

„Daraufhin bin ich im Rathaus vorstellig geworden“, berichtet der ehemalige Mark-E-Mitarbeiter, der seit 1983 Rentner ist. Nachdem er den netten Damen im Straßenverkehrsamt von seiner Krankheit erzählt hatte und dass er sein Auto nur wegen des daraus resultierenden plötzlichen Essverlangens in der nächstbesten Straße geparkt habe, wurde ihm das Verwarnungsgeld erlassen. Dann aber hätten die Frauen miteinander getuschelt: „Und dabei blickten sie immer zu mir herüber.“

Zwei Wochen später wusste Wick, worüber sich die Mitarbeiterinnen unterhalten hatten. Per Post erhielt er ein amtliches Schreiben zugestellt mit der Aufforderung, sich beim Amtsarzt zu melden und seine Fahrtauglichkeit überprüfen zu lassen. Der alte Herr fiel aus allen Wolken: „Das sind ja Stasi-Methoden. Ich habe mir nie etwas zu Schulden kommen lassen - und dann wird man vorgeführt wie ein Verbrecher.“

Amt muss Fahrtauglichkeit prüfen

Doch es gibt eine gesetzliche Grundlage für die Anweisung aus dem Rathaus, die sogenannte Fahrerlaubnisverordnung. Sie schreibt den Mitarbeitern des Straßenverkehrsamtes zwingend vor, die Fahrtauglichkeit von Bürgern überprüfen zu lassen, wenn diese an einer Krankheit leiden, die die Teilnahme am Straßenverkehr zu einem Sicherheitsrisiko machen kann . „Bluthochdruck gehört auch dazu“, berichtet Mark Mertens (35) von der Führerscheinstelle im Rathaus. „Uns bleibt da keinerlei Spielraum.“ Man stelle sich nur vor, ein am Steuer sitzender Diabetiker unterzuckere plötzlich und verliere die Kontrolle über sein Fahrzeug...

Hermann Wick ist trotzdem sauer. Zwar bescheinigte ihm der Arzt, dass er weiterhin zum Autofahren geeignet sei. Doch die Untersuchung kostete den Rentner 129 Euro. Und innerhalb eines Jahres, so hat es der Arzt angeordnet, sei eine Nachbegutachtung erforderlich.

Hubertus Heuel

Kommentare
23.07.2012
10:47
Zweifel an Fahrtauglichkeit - Rentner musste zum Amtsarzt
von das.Hanscha | #23

Sehr geehrter Herr Heuel,

ich finde es eine Frechheit, dass dieser Artikel immer noch nicht korrigiert wurde. Mein Vater hat Ihnen bereits...
Weiterlesen

1 Antwort
Zweifel an Fahrtauglichkeit - Rentner musste zum Amtsarzt
von zwergschatten | #23-1

und ich find`s eine frechheit, wenn leute glauben, der redakteur müsste den artikel umschreiben nur weil jemand ihm mitteilt, dass wäre alles gar nicht so. kann jeder sagen. wann soll dann je mal ein artikel fertig sein? was sollte herrn wick daran hindern, dann wieder zu schreiben, dass das hanscha nur lügen verbreitet?

macht nen eigenen blog auf, da könnt ihr dann alles richtig machen und richtig stellen. nur blöd wenn`s keiner liest.

Funktionen
Aus dem Ressort
Schule in Hagen wird zur Flüchtlings-Notunterkunft
Flüchtlinge
350 Flüchtlinge wurde am Mittwochabend für eine Nacht in der Rembergschule einquartiert. Die angrenzende Turnhalle soll sechs Wochen als Unterkunft...
„Wir machen mit den Kindern keinen Klamauk“
Sommeratelier
Das „Sommeratelier im Freilichtmuseum“ erfreut sich von Jahr zu Jahr wachsender Beliebtheit. Dieses Mal nehmen 18 Jungen und Mädchen teil.
OB Schulz ist ganz in seinem Element
Sommertour
Auf seiner Sommertour tut Erik O. Schulz das, was er am liebsten tut und vermutlich auch am besten kann: mit Leuten über Hagen, über seine Politik und...
Remondis flirtet mit dem Hagener Entsorgungsbetrieb
Abfallwirtschaft
Der private Entsorgungsriese Remondis könnte sich einen Einstieg beim Hagener Entsorgungsbetrieb vorstellen. Dies könne das Unternehmen strategisch...
Stadt Hagen rudert bei Kiosk-Kontrollen zurück
Öffnungszeiten
Die Stadt Hagen wird nun doch nicht verstärkt die Sonntags-Öffnungszeiten der Kioske kontrollieren. Alles soll so bleiben wie es ist.
Fotos und Videos
Begegnungen, die unter die Haut gehen
Bildgalerie
Flüchtlinge
Kanuslalom in Hohenlimburg
Bildgalerie
Fotos
136. Kirmeszug in Hagen-Haspe
Bildgalerie
Hasper Kirmes
Mittelaltermarkt in Hohenlimburg
Bildgalerie
Heerlager
article
6843577
Zweifel an Fahrtauglichkeit - Rentner musste zum Amtsarzt
Zweifel an Fahrtauglichkeit - Rentner musste zum Amtsarzt
$description$
http://www.derwesten.de/wr/staedte/hagen/zweifel-an-fahrtauglichkeit-rentner-musste-zum-amtsarzt-id6843577.html
2012-07-05 08:00
Hagen, Diabetes, Fahrerlaubnis, Verkehrssicherheit, Fahrtauglichkeit
Hagen