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Hagen-Delegation auf Euroshop-Messe in Düsseldorf

Zeitreise durchs Schaufenster

26.02.2008 | 18:42 Uhr
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Düsseldorf. Auf der Euroshop 2008, einer der größten Handelsmessen Europas, präsentiert sich die Stadt Hagen mit einer interessanten Sonderschau, dem „Timewalk”.

Nicht nur auf „Timewalk” (Zeitreise), sondern auch auf Messebesuch begeben sich am Montag Vertreter des Hagener Stadtmarketing-Vereins, des Karl-Ernst-Osthaus-Museums sowie des innerstädtischen Einzelhandels. Ziel der Gruppe ist es, sich über den Auftritt der Stadt auf der innovativen Fachmesse und über das Archiv des Europäischen Schaufenstermuseums Hagen zu informieren.  Als Hingucker und Besucher-Magnet erweist sich der von mehreren Seiten begehbare, 600 qm große Inselstand, der sich als schneckenförmige Zeitspirale namens „Timewalk” präsentiert.  Das Europäische Schaufenstermuseum Hagen hat den transparenten Stand „Zeitreise - Das Schaufenster im Wandel der Zeit” gemeinsam mit der Fachschule für Farbe und Gestaltung in Stuttgart konzipiert. „Wir haben den Schülern unser Archiv mit 80 000 Dokumenten aus über 100 Jahren Werbegeschichte zur Verfügung gestellt und sie damit für das Thema Dekofenster im Wandel der Zeit inspiriert”, erläutert Melanie Redlberger vom Osthaus-Museum. „Und ein Hagener Unternehmer - Ladenbau Turner - hat zwei von insgesamt fünf historischen Fenstern für die ,Zeitspirale' gebaut.”  Bernhard Zigelli, Lehrer an der Stuttgarter Gestaltungs-Schule und Mitorganisator der Sonderschau, ist mit zahlreichen Schülern am Rhein angerückt. „Ein Jahr haben wir am Standkonzept gearbeitet. Hier wird ,Lernen am Objekt' wirklich groß geschrieben. Und einige Auszubildende absolvieren hier sogar den praktischen Teil ihrer Abschlussprüfung”, lobt Zigelli.  Für den „Timewalk” konnten die jungen Leute nicht nur aktiv in Sachen Epochen-Recherche werden, sondern auch auf zahlreiche Dokumente und Original-Fotografien aus Hagen zurückgreifen. Das Ergebnis: Ein schrill-bunter Streifzug durch Schauwerbung.  Das 20er-Jahre-Vitrinenfenster - sogar mit Original-Tapete - zeigt zwei vornehm und gepflegt wirkende Damen. Die Schaufensterpuppen haben einen auffallend distanzierten Ausdruck - typisch für diese Epoche. Das Zeitreisen-Banner zeigt Josefine Baker, Asta Nielsen und Rudolph Valentino.  Die 50er-Jahre-Station spiegelt die Wirtschaftswunderzeit wider. Ein üppig gedeckter Tisch, im Hintergrund die typische Stehlampe, vorne ein Schwarz-Weiß-Fernseher. Die Dekopuppen zeigen - genau wie die damaligen Traumfrauen Sophia Loren und Ava Gardner - Figur. Folge: Die Konfektionsgrößen der in den 50er Jahren von Händlern bestellten Puppen waren größer.  60er Jahre - Flower-Power-Ära und Reise-Jahrzehnt. Die italienische Adria wurde erobert, Vespa und Minirock waren angesagt. Vorbild der Damenwelt (und demzufolge auch Vorbild für die Gestaltung der Schaufensterfiguren): das super-schlanke Model „Twiggy”.  70er Jahre - Hippie-Jahrzehnt: Paisleymuster, Afro-Look, Vinyl-Schallplatten und Disco-Kugel zieren die Vitrine. Und Abba und Aretha Franklin grüßen vom Banner. Die Schaufensterpuppen wirken erstmals futuristisch, haben lediglich angedeutete Gesichtszüge.  An das „Jahrzehnt des schlechten Geschmacks” (80er Jahre) erinnern Figuren, die Punker und Skateboarder abbilden. Dokumente zum Mauerfall findet man ebenso wie ein Dirty-Dancing-Plattencover in der Glasvitirine, und Nena lacht vom Banner. Die Y-Silhouette - ultrabreite Schulterpolster - macht sich nicht nur auf der Straße, sondern auch in den Schaufenstern breit.  Nach dem Streifzug durch die (Schaufenster-)Epochen trifft die Hagen-Gruppe auf Axel Wilde, Präsident des Europäischen Zentralverbands Visuelles Marketing/Merchandising, pardon, Internationaler Zentralverband, denn vor wenigen Tagen wurde die Satzung geändert. „Im nächsten Jahr werden wir unseren internationalen Kongress in Hagen abhalten”, verrät Wilde. Tayfun Belgin, Direktor des Osthaus-Museums, könnte sich flankierend zum Kongress im Oktober '09 eine „kleine, möglichst vom Verband gesponserte Ausstellung” vorstellen. Ausstellung und Tagung, zu der über 100 Teilnehmer erwartet werden, könnten im Osthaus-Museum stattfinden. Und Melanie Redlberger empfiehlt, als inhaltlichen Schwerpunkt das Thema „Europa” zu wählen.  Zurück zum Stand: City-Manager Christian Isenbeck, seit Tagen auf der Euroshop zugegen, ist von der Wichtigkeit der Messepräsenz überzeugt: „Besucher aus der ganzen Welt haben über 1000 Prospekte, die für Hagen als liebens- und lebenswerte Stadt sowie fürs Europäische Schaufenstermuseum Hagen werben, mitgenommen. Außerdem trifft man auf dieser Messe alle Leute, die für den Bereich innovative Schaufenstergestaltung und Belebung der Innenstädte wichtig sind. Die hier geknüpften Kontakte sind unbezahlbar.”

Yvonne HINZ

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