Videoüberwachung schreckt Umweltverschmutzer in Hagen ab
18.05.2012 | 17:47 Uhr 2012-05-18T17:47:00+0200
Hagen. Dosen, Kühlschränke und Autoreifen - Rolf Risch aus Hagen ägerte sich jedes Mal maßlos über den Müll, den die Leute einfach am Waldrand abluden. Weil die Stadt sein Anliegen nicht ernst nahm, wurde er selbst aktiv: Er installierte Webcams in den Bäumen. Mit Erfolg. Jetzt bleibt der Wald sauber.
Seitdem die beiden Webcams im Baum hängen, kann Rolf Risch (50) die abendlichen Spaziergänge wieder genießen. Kein Unrat trübt den Blick auf den Waldrand, sein Hund, ein Schnauzer-Cocker-Mischling, droht sich nicht länger an Scherben und scharfen Dosenkanten zu verletzen. „Die Kameras haben ein Wunder bewirkt“, sagt Risch. „Hier entsorgt niemand mehr seinen Müll .“
Früher war das anders. Der Wendehammer am Ende der Lennestraße, einer im Grunde komfortablen, hübschen Wohngegend, hatte sich zu einem der größten Drecklöcher in Hagen entwickelt. Nicht nur Grünschnitt und Gartenabfälle warfen die Leute hier ins Gebüsch, sondern Spritzen und Konserven, Kühlschränke und Autoreifen, Möbel und Kartonagen.
Risch, der das letzte Haus vor dem Wendehammer bewohnt, beobachtete bis zum Dach mit Gewerbeabfall vollgepackte Kleinlaster, die die langgezogene Lennestraße heraufkamen und ihre schmutzige Fracht auf dem Asphalt und unter den Bäumen dreist entluden: „Am helllichten Tage.“
Müll-Halunken am Wendehammer
Er habe sich bei der Stadtverwaltung beschwert und sei abgewimmelt worden, so Risch. Er habe die Kennzeichen notiert und weitergegeben, die Ämter hätten nicht reagiert. Rolf Risch ist Unternehmer, er besitzt einen Glasverarbeitungsbetrieb in Bathey, er ist es nicht gewohnt, Probleme auf die lange Bank zu schieben oder in Untätigkeit zu verharren. Sich abwimmeln zu lassen.
Er ergriff die Initiative. Zuerst besorgte er sich einen Anhänger und säuberte den Wendehammer mit den eigenen Händen, und als das nichts fruchtete, denn die Müllhalunken waren bald wieder da und der Wendehammer sah so wüst aus wie zuvor, hatte er die Idee mit den Kameras.
Müll abladen verboten
Seit einigen Wochen hocken sie in einem abgebrochenen Ast wie schwarz angestrichene Vogelnester, ihre Objektive sind auf den Wendehammer gerichtet, sie sind mit Bewegungsmeldern ausgestattet und liefern ihre Bilder über ein W-Lan-Netz direkt auf den Computer von Rolf Risch.
Wenn ein Umweltfrevler vorfährt, kann Risch bequem vom Büro aus das Nummernschild notieren und den Täter, mit dem Videomaterial als Beweis, anzeigen. „Aber das brauche ich gar nicht“, sagt er und scheint selbst überrascht zu sein. Denn seitdem die Webcams, für jedermann gut sichtbar, ihren Dienst in der Lennestraße versehen, herrscht Ruhe an der Müllfront.
„Achtung Videoaufzeichnung - Müll abladen verboten“ - dieser ebenso simple wie markante Hinweis, den Risch neben dem digitalen Augenpaar angebracht hat, schreckt die Abfallferkel offenbar wirksam ab. „Als sei der Wendehammer vom öffentlichen Verkehr abgeschnitten“, schildert der Unternehmer die ungewohnte Sauberkeit, die dem Wohngebiet seine Beschaulichkeit zurückgegeben hat.
Rolf Risch, nach anstrengendem Arbeitstag, geht allabendlich wieder gern mit seinem Hund spazieren.
15:42
Hätte wenn und aber!
Wenn ich mir ein Messer kaufe will ich auch niemanden umbringen!
Ich habe Ruhe für den Müll Brüdern und der Rest, ganz ehrlich, interessiert mich nichtz im geringsten! Glauben Sie mir, ich habe besseres zu tun alls mich permanent vor einen Monitor zu setzen und Bilder zu schauen! Aber im Schadenfall, will ich den Schädiger ermitteln können! Und wenn das unsere Stadt und unsere Berhörden nicht machen, dann mache ich es ebend selbst!
Und Lob und Anerkennung für Ihre Tat mit dem Stadtverordneten!
Ich stelle heute eine Kerze für Sie in mein Fenster!
Mit Ihnen würde ich gerne mal ein Wasser trinken und mich unterhalten!
Glückauf!
12:28
…Sie sind bestimmt auch so ein Müll in die Landschaft werfer! Sollchen Leuten muss egal wie das Handwerk gelegt werden!“ schreiben Sie.
Sie irren sich. Ich habe sogar einmal einen Stadtverordneten der GRÜNEN in meiner Heimatstadt, der den von ihm nicht benötigten Anzeigenteil einer gerade am Kiosk gekauften Zeitung in die daneben hängende Abfalltonne warf, darauf hingewiesen, dass es dafür Papiercontainer gibt.
Und wenn ich wiedergäbe, mit welcher Bemerkung er mich abbürstete, würden Sie einräumen, dass ich da ziemlich mutig war.
Ein Hinweis von mir nicht nur an Sie, sondern allgemein und daher als separater Kommentar:
Im Einzelfall als „liebenswert oder umweltorientiert“ betrachtete Aktionen wie diese können andere Menschen in anderen Fällen dazu verleiten, auch noch die Strafverfolgung „egal wie“ selbst zu übernehmen - bis hin zu der lt. Artikel 102 GG verbotenen Strafe.
Dem sollte man nicht Vorschub leisten.
06:56
Hoffentlich zeigt keiner den Kameraaufsteller wegen verletzung des Persönlichkeitsrecht an.
Wie ich gestern lernen durfte , haben auch Straftäter das Recht auf Wahrung der Persönlichkeit.
Ausserdem,wenn einer die Kameras entdeckt und zerstört kann der Aufsteller noch nicht einmal dagegen klagen weil er selber gegen geltendes Recht verstößt.
Verstehe einer unsere Rechtsprechung,ich schon lange nicht mehr.
Ahh, nein. Nur weil er da Kameras aufhängt darf man die noch lange nicht zerstören. Wenn das jemand anzeigt kann derjenige die Dinger abnehmen oder abnehmen lassen, aber das wars auch.
06:54
Das Motiv zur Installation der privaten Kamera, die einen abgelegenen öffentlichen Raum überwacht, ist zwar nachvollziehbar und ehrenwert, aber gesetzeswidrig. Der Betreiber sollte schnellstens von seiner Tat zurücktreten.
Die WAZ wäre gut beraten, wenn sie Faustrecht nicht auch noch hoffähig macht.
Oh doch! Denn wenn sich "leider" die Stadt nicht darum kümmert, dann geht es in solch einem Fall nicht anders!
Ich habe es auch so gemacht! Und das Ergebniss ist perfekt! Kein Müll mehr alles prima seit drei Jahren!
SO und dazu stehe ich!
Sie finden jede Menge ehrenwerte Gründe, private Kameras auf öffentlichen Raum zu richten, um andere Menschen und Autokennzeichen zu identifizieren. (Auch der Staat hätte sicher ebensolche guten Gründe, an jede Autobahnauf- und -abfahrt, ja, an jeder (dunklen) Ecke eine Rundumkamera aufzustellen, wie an dem besagten Wendekreis am Ende der Lennestraße in Hagen.)
Allein, es gibt auch andere Maßstäbe und Werte, die in Konkurrenz zu jenen stehen und Berücksichtigung finden müssen. Müssen!
01:20
Es ist leider nicht so das dieses Problem nur in Hagen besteht.
Wenn man sich umschaut ist dieses Problem überall der Fall.
Ich weiß nicht ob die Städte sich auf Geldprobleme berufen ,
aber in Hattingen ist es ähnlich. Seit 2 Wochen liegt Müll
in der Oststraße direk an einer Gaststätte und wird nicht abgeholt ,
aus welchen Gründen auch immer. Aber er liegt da.
Da kann man nur sagen HATTINGEN hat........
00:03
Was soll man auch von den faulen und frechen Kommunalbediensteten erwarten?
Bleibt zu hoffen, das sich immer mehr steuerzahlende Bürger wehren und die faulen und arbeitscheuen Beamten aufbdie Spur bringen. Der OB sollte sich was schämen...
Bahh...
22:38
der duden schreibt:unnütz,zu nichts zu gebrauchen,verursachen nur kosten,können nichts und sind zu blöd um ein loch in den schnee zu pissen.zur maßnahme:quod erat demonstrandum.
21:59
Ich komme zwar nicht aus Hagen, muss aber sagen, dass ich meinen Hut ziehe. Ich lebe auch nicht gerne im Dreck, sehe aber auch zu, dass ich dafür sorge, dass Andere nicht an meinem Dreck leiden. Und die Städte tun nix. Hier in Essen schmeißt auch jeder alles irgendwohin. Ob nun Müll oder Möbel ist total egal. Und solange mich keiner in Unterwäsche aufm Sofa sieht ist mir das sowas von egal ob ich gefilmt werde. Hauptsache ich fühle mich sicher, befreit und die Umwelt bleibt sauber und wird nicht zerstört. Von mir aus können Müllsünder gerne hart bestraft werden.
21:57
Ich habe mir einmal die Homepage des Meisterbetriebes Glaskonzept Risch angesehen und die Galerie der unternehmerischen Aktivitäten.
Da kann man ja nur hoffen, daß das Unternehmen seinen Kunden nicht in die Treppengeländer, Hallenfassaden, Dachverglasungen (Hinweis an den problembewußten, dynamischen Unternehmer: Dieses Wort ist auf der Homepage übrigens falsch geschrieben), Glasvordächer, Duschkabinen, Glasmöbel, Spiegel - mit und ohne Beleuchtung - und vieles mehr auch ohne deren Wissen illegale Überwachungskameras einbaut.
Ja und! Dafür ist es sauber!
Sie sind bestimmt auch so ein Müll in die Landschaft werfer! Sollchen Leuten muss egal wie das Handwerk gelegt werden!
13:12
Nur so geht´s! In einer Stadt, die zwar am liebsten jeden Furz überreglementieren will, ihre Politessen auf parkende, offensichtlich neuwertige Fahrzeuge ohne "Unweltplakette" ansetzt, aber ansonsten nur durch völlige Inkompetenz und Untätigkeit "glänzt", muss man eben selbst tätig werden.
Die Datenschutzbesorgten hier machen sich in der Tat "leicht" verdächtig! ;-)
Wie kann man ein neuwertiges Fahrzeug ohne Plakette haben? Die ist doch jetzt ahh schon 3 Jahre Pflicht, und man bekommt sie bei der Anmeldung direkt dazu.
1. aus ästhetischen Gründen (dieser hässliche grüne Punkt versaut jede Frontoptik, man wird zur Sachbeschädigung an seinem Eigentum gezwungen), 2. aus Überzeugung, nicht jeden Kniefall vor blindem Umweltaktionismus mitzumachen und 3. weil ich auf dem Land lebe, dort auch am liebsten meine Zeit verbringe und ich Unweltzonen sowieso nur rasch bis zu dem nächsten Parkhaus durchfahre, wenn ich denn unbedingt muss (das gilt insb. für die Hagener Unweltzone). Das bezog sich allerdings nicht auf mich, sondern auf eine mir bekannte betroffene Person mit den gleichen Ansichten.