Sekundarschulen in Hagen vorerst gestoppt
22.05.2012 | 18:50 Uhr 2012-05-22T18:50:00+0200
Hagen. Teilweise chaotische Beratungen im Schulausschuss - weiterer Beratungsbedarf. Wird Hagen vom Umland abgehängt?
„Die Wahrscheinlichkeit, dass wir in Hagen zum Schuljahr 2013/14 mit Sekundarschulen an den Start gehen können, sinkt mit diesem einstimmigen Abstimmungsergebnis gegen Null.“ Der Fachbereichsleiter Kultur, Jochen Becker, konnte seinen Missmut über das entsprechende Votum im Schulausschuss nur schwer im Zaum halten.
Zur Debatte stand die Schulentwicklungsplanung im Bereich der Sekundarstufe I, also der Einführung von Sekundarschulen – dem „Kernbereich der Schulentwicklungsplanung“, wie es CDU-Fraktionssprecher Thomas Walter bezeichnete. Diesbezüglich war für heute ein Gespräch zwischen Verwaltung und Bezirksregierung anberaumt.
Besprochen werden sollte ein Stufenplan zur Einführung der Sekundarschulen. Sollte. Denn der Schulausschuss beanspruchte weiteren Beratungsbedarf und schob die Entscheidung auf die nächste Sitzung im Juni. „Dann können wir den Termin mit Arnsberg absagen“, stellte Schuldezernent Christian Schmidt unmissverständlich klar.
Kompromiss wäre möglich gewesen
Die teilweise chaotische Beratung, die der Vorsitzenden Ellen Neuhaus vollends aus den Händen glitt und nur durch stetiges Zuflüsterns seitens des Dezernenten einigermaßen voran kam, stockte inhaltlich vor allem an den Vorstellungen über die Gesprächsinhalte mit Arnsberg. Eine provisorische Vorlage sah Beratungen über einen Stufenplan vor, der für das Schuljahr 2013/14 die Einführung von zunächst bis zu drei Sekundarschulen vorsah.
Die Grünen und die SPD allerdings präferierten das Gutachtermodell, das eine zeitgleiche Einführung vorsieht und wollten auch dieses Modell in die Beratungen einbeziehen. Mit einer wachen Ausschussleitung wäre sicher auch ein Kompromiss möglich gewesen, doch nach einer Unterbrechung der Sitzung setzte sich Thomas Walter mit seinem Antrag auf 1. Lesung, also Verschiebung der Entscheidung durch. Einstimmig. Michael Fink von den Grünen fühlte sich von der „Verwaltung überfahren“ und stellte einen Vertrauensbruch fest: „Die Vorlage war zunächst unter Verschluss und ist dann sehr kurzfristig eingebracht worden. So kann keine ordentliche Entscheidungsfindung gehen.“
Die Politik, so darf die gestrige Sitzung interpretiert werden, ist bezüglich des Beratungsdrucks an ihre Grenzen gestoßen. Die Zeit der (schmerzlichen) Entscheidungen ist gekommen, denn im direkten Umland werden Sekundarschulen kurzfristig eingeführt .
20:07
Der politik in Hagen graust es vor nichts ! Frau neuhaus ( CDU ) war schon als Aufsichtsratsvorsitzende der Hagener Strassenbahn AG eine Zumutung . Die chaotische Beratung im Schulausschuss, bei der die Dame auch noch einen Souffleur brauchte , war schon mehr als beschämend . Ich dachte bisher sschlimmerr wie mit dem Laudatio ablesende OB Ersatz könne es nichr kommen , doch es kann .Man fühlt sich zurück versetzt in die Zeiten des Lautprechers aus Haspe, dem ehemaligen Sonnenkönig !
Au Backe, Hagen , womit hast du das verdient ??
18:53
"Die teilweise chaotische Beratung, die der Vorsitzenden Ellen Neuhaus vollends aus den Händen glitt und nur durch stetiges Zuflüsterns seitens des Dezernenten einigermaßen voran kam, "
Das Verhalten der Vorsitzenden des Ausschusses ist doch mehr als peinlich. Welche Leute müssen in Hagen in der Politik tätig sein, wenn sie noch nicht einmal eine schwierigere Sitzung im Griff haben. Offensichtlich ein Spiegelbild des Dilettantismus, der anscheinend vorherrschend ist. Und die Konsequenzen? Wie bei der Kaerger-Affäre, von der man nichts mehr hört und sieht, weil zu viel Politikpromis darin verwickelt sind, geschieht nichts. Dieser Frau darf auch weiterhin alles aus ihren Händen gleiten!
12:26
Ich fände es wirklich interessant wieviel Geld die Stadt Hagen
für das Gutachten für den Schulentwicklungsplan seitens Biregio ausgegeben hat.
Seit einem Jahr liegt es fast vor: Passiert ist (wieder einmal nichts).
Das, was eine Strategie werden sollte, läuft momentan auf das typische Motto heraus:
Wir warten ab, was passiert, und wenn nicht mehr genug Schüler da sind, dann wird man
uns schon sagen, dass wir keine Eingangsklasse mehr bilden können.
Gebäudewirtschaft, Eltern, Lehrer, Schüler bleiben im Ungewissen. Sinnvolle, langfristige Planung wird unmöglich. Gelder werden sinnlos (weil planlos) verausgabt. Kleinere Nachbarkommunen überholen links und rechts.
Wenn schon die Ausschüsse nicht in der Lage sind, ihrer Aufgabe gerecht zu werden
und zeitnah notwendige Entscheidungen zu treffen, warum greifen dann OB
und Dezernenten nicht endlich ein?