Schlüsselgewalt für Sebastian I
15.02.2010 | 20:00 Uhr 2010-02-15T20:00:00+0100
Gedränge im Gehege: Symbolfiguren des Hagener Karnevals waren zur Schlüsselübergabe auf einem Lkw-Auflieger eingepfercht. Aus Angst vor Regen wie im vergangenen Jahr hatte man die Tribüne für die Wichtigen überdacht.
Dabei lachte zwischendurch sogar die Sonne über die Jecken. 60 000 säumten die Strecke des bunten Lindwurms.
Auf der ,Promi-Tribüne' vorm Rathausturm schunkelten sie noch kurz zu „Echte Fründe ston zesamme”, bevor sich die Symbolfiguren zu ihren Wagen aufmachten. „Echte Fründe” stehen vor allem in der Not zusammen. Doch die Finanznot war fast gar kein karnevalistisches Thema mehr an der Volme. Lokal hatten es die Narren eher auf Tierheim und Westfalenbad abgesehen. Themen fehlten den Jecken am Straßenrand nicht. Sie beklagten eher den Mangel an Musik. Ohne Rambazamba aus der
Dose blieb's streckenweise dröge. In Hagen geht schon seit Jahren einiges nicht mehr voran. Am Rosenmontag lief zeitweise nicht mal mehr der Zug. Nach einer Weile drang das Gerücht durch, der Wagen des Prinzenpaares habe eine Panne. „Weil Hagen so viel sparen muss, geht der Prinz sogar zu Fuß”, schüttelte sich eine Karnevalistin aus Boelerheide spontan einen Reim aus dem Ärmel. Dabei sind Nike I. und Sebastian I. doch gar keine Spaßbremsen. . .? Waren sie auch nicht. Sie standen wie alle im Stau - an ihrem Standort kurz nach der Sparkasse außerdem im karnevalistischen Exil. Viel war dort nicht los. Das Epizentrum der Hagener Jecken ist eindeutig um den Ebert-Platz herum, ein Nebenzentrum am Theatervorplatz. Also machte die königliche Garde sich selbst Spaß und bewarf sich gegenseitig mit Kamelle. Drei Fußtruppen weiter hieß es: Die Zugleitung bremse alle. Bevor die Stimmung auf und vor den Wagen zu kippen drohte, ruckelte der Zug weiter. „Die Hände zum Himmel”, herausposaunt von einem Musikkorps in Fiesta-Mexicana-Aufmachung rettete die Laune - und die Nachwuchsloßröcke Robert I. und Michelle II. Mit beiden Händen warfen sie ihre Bonbons zum Volk hinaus. Andere waren kniepiger.
Überhaupt, ohne die starke Beteiligung aus dem Norden der Stadt, hätten die großen Karnevalsgesellschaften viel ärmer ausgesehen. Die Damen von der „Boelerheider Notversorgung” machten mit ihrem Bauchläden auf die Unterversorgung des Stadtteils aufmerksam. „Für frische Eier müssen wir bis Helfe, Vorhalle oder Eckesey fahren”, beklagen sie das Schließen des letzten Supermarktes vor Ort.
Selbst mitbringen war die Devise eines lustigen Trupps von Freunden aus Eilpe und Vorhalle am Eingang der Mittelstraße. In einem ausrangierten Kinderwagen hatte sie alles dabei, was sie an fester und flüssiger Nahrung brauchten.
08:32
Ich kann nur eins sagen. Super Prinzenpaar !
Sympatisch, gut ausehend, einfach spitze.
Das tat gut für den Hagener Karneval.
Und das Lied was der Prinz geschrieben hat,
HUT AB ! Klasse !
07:56
Auch wenn vieles in dem Artikel stimmt, nur eine LkW-Tribüne ist preiswerter als ein klassischer Auf- Abbau.
Wer morgens um 10 Uhr da war, der sah noch nichts. Um 11 Uhr stand alles. Früher, 2 Tage Aufbau, ein Tag Abbau. Ein Nebeneffekt, die Anzahl die in den Käfig passten, oder meinten dazu zugehören, war stark beschränkt.
Was aber in der Aufzählung der Probleme fehlte,
die Begleitung des Kinderprinzenpaares, hatte noch nicht mitbekommen, das der Zug Stadteinwärts stand. Er aber gegen den Strom sich über die Frankfurter mit seinem Fahrzeug kämpfte.
00:46
Mit Ihrem Artikel, Frau Wetter, haben Sie die Wahrheit auf Ihrer Seite!
Die kritische Darstellung der Westfälischen Rundschau hebt sich sehr positiv ab von dem Jubel-Gesülze, dass die WESTFALENPOST zum gleichen Thema verfasst hat.
Bewundere Ihren Mut, die Dinge so klar und deutlich beim Namen zu nennen und nicht schön zu schreiben. Weiter so!!