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Ruheforst in Hagen wird immer stärker angenommen

22.11.2009 | 16:59 Uhr
Ruheforst in Hagen wird immer stärker angenommen

Kuhlerkamp. Der Ruheforst auf der Hagener Philippshöhe wird als letzte Ruhestätte immer beliebter. Über 500 Menschen sind hier bereits beerdigt worden.

Leise fallen die Blätter zu Boden. Es ist Herbst auf der Philippshöhe. Horst Heicappell stapft durch das Laub im Ruheforst. Als zuständiger Forstamtsleiter führten er und seine Mitarbeiter am Samstag Interessenten über die verschlungenen Waldpfade. Von Trauer oder der Scheu, sich mit dem Tod auseinander zusetzen, keine Spur

„Wir sind hier mitten in der Natur, der Kreislauf des Lebens ist unübersehbar”, erklärt Horst Heicappell die Besonderheit dieser Begräbnisstätte. Von der einschüchternden Atmosphäre eines Friedhofs ist nichts zu spüren, die Mitarbeiter verzichten auf den schwarzen Frack und tragen lieber ihre wetterfesten Anoraks. Manchmal sei auch ein Lachen zuhören. Dabei ist der Wald durchaus würdevoll. Die Besucher werden ruhiger, fühlen sich eins mit der Natur.

Wandel des Abschiednehmens 

Bereits über 500 Menschen haben mittlerweile diesen Weg der Beerdigung gewählt. Nur gut die Hälfte von ihnen kam aus Hagen. Dabei ist der Wandel im Abschiednehmen auch immer Ausdruck eines gesellschaftlichen Wandels. Viele Menschen fühlen sich der Natur wieder stärker verbunden und wollen auch gerade im Tod ein Teil von ihr sein. Dadurch, dass viele Familien in großer räumlicher Distanz leben, wird die Grabpflege auch immer schwieriger. Warum nicht die Hauptlast an die Natur abtreten?

Der Ruheforst im Bereich Kuhlerkamp / Phillipshöhe in Hagen. Diese Art der Bestattung erlebt eine große Nachfrage. Foto: Christoph Bauer

Aber es gibt auch ganz pragmatische Gründe, die für diese neue Form des Abschiedsnehmens sprechen. So wird die Finanzierung von gewöhnlichen Grabstätten für große Teile der Bevölkerung immer schwieriger.

Und durch den demographischen Wandel muss auch neuer Raum geschaffen werden, in dem die Toten ihre letzte Ruhestätte finden. Viel wichtiger ist jedoch, dass sich die Gesellschaft immer stärker individualisiert.

Zwar überwiegen die kirchlichen Bestattungen im Ruheforst, doch jede Familie und jeder Freundeskreis hat die Möglichkeit, den Abschied nach eigenen Wünschen zu gestalten. Das scheint für viele ein ganz wesentlicher Grund zu sein, sich für diese neue Form zu entscheiden.

Hinrich Rosenbrock

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