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Freie Kulturzentren

„Neue Kürzung gefährdet die Qualität“

08.09.2010 | 17:30 Uhr

Hagen.Die freien Kulturzentren schauen mit bangen Blicken auf die anstehende Kürzungsrunde. Zwar laufen die Verträge mit der Stadt, die die Zuschüsse regeln, noch bis Ende 2011. Dennoch machen sich die Verantwortlichen schon jetzt ihre Gedanken.

„Wir haben in den vergangenen Jahren mehrere Kürzungen der Zuschüsse von jeweils zehn Prozent verkraften müssen“, sagt Jürgen Breuer vom Kulturzentrum Pelmke. „Mehr ist nicht mehr drin. Schon jetzt fehlt uns der Raum für Innovationen, weil es primär um das Überleben der Einrichtungen geht. Wir haben mit Blick auf die Preise doch auch eine soziokulturelle Verantwortung.“

So sieht es auch Dirk Klauke vom vom Hasper Hammer, der sich auch vor organisatorische Probleme gestellt sieht. „Wir müssen immer mehr auf das Ehrenamt abwälzen, aber Kultur rein auf Ehrenamtbasis ist nicht möglich“, so Klauke. Dabei blickt gerade der Hasper Hammer und auch die Pelmke auf einen ansehnlichen Pool ehrenamtlicher Mitarbeiter. „So eine Struktur haben wir nicht“, beklagt Uli Ohm vom Werkhof in Hohenlimburg. Während die Hasper auf rund 30 Aktive aus dem 350-köpfigen Kulturverein und rund zehn Honorarkräfte zurückgreifen können – bei der Pelmke sind es rund 15 Ehrenamtliche und fast nochmal so viele Honorarkräfte – muss Uli Ohm stark um Unterstützung aus seinem 30-köpfigen Verein werben. „Ich habe einen Pool von fünf, sechs Technikern und muss um ehrenamtliche Hilfe sehr intensiv fragen“, so Ohm.

Ohnehin sehen die Zentren ihre Arbeit durchaus als nicht zu unterschätzenden weichen Standortfaktor. „Die kulturellen, aber auch sozialen Strukturen machen eine Stadt erst lebenswert“, betont Breuer. „Mit uns wird aber überhaupt nicht geredet, es wird einfach mit dem Rasenmäher gekürzt und uns dann ein Ergebnis mitgeteilt“, bemängelt Breuer. „Ziel von Politik kann es nicht sein, losgelöst von Inhalten zu sparen. Es müssen endlich positive Visionen entwickelt werden. Das gilt nicht nur für die Kultur. Buchhalter allein werden die Stadt nicht retten.“

Bei weiteren Kürzungen sind wohl auch ureigene Leistungen der Kulturzentren gefährdet. „Wir müssen schon jetzt auf Vermietungen setzen“, beklagt Klauke. „Wenn weiter gekürzt wird, müssen wir unser Engagement für die Schulen reduzieren und den Kreativgruppen Miete abverlangen“, so Klauke. Bisher wurde die Miete anteilig über Eintrittserlöse bei Auftritten gezahlt. In der Pelmke stehen kostenintensive Investitionen ins Haus. Zum einen die notwendige Brandschutzsanierung, mittelfristig aber auch die Umstellung des Programmkinos Babylon auf zeitgemäße digitale Technik. „Da werden wir trotz Förderung einen fünfstelligen Betrag selbst aufbringen müssen“, so Breuer.

„Die aktuelle Salami-Taktik geht eindeutig zu Lasten der Qualität“, stellt Ohm klar. „Wenn wir bald zahlreiche Diskos veranstalten müssen, um an Einnahmen zu kommen, entspricht das nicht meinem Ansatz von Kulturarbeit.“

Von Björn Josten

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Kommentare
09.09.2010
11:34
„Neue Kürzung gefährdet die Qualität“
von Immer das selbe Kommentar Geseier | #5

Ich verstehe den Ärger oder die Schlafproblematik wenn man gegenüber einer solchen Einrichtung wohnt. Allerdings gibt es das Problem auch wenn man z.b. gegenüber einer Trinkhalle wohnt. Zumindest wird hier noch ein Kulturangebot geschaffen das sehr vielseitig ist, es sind ja nicht nur laute Veranstaltungen, sondern ebenfalls, Jazz, Lesungen, Poetry, Kino, Workshops, Kurse etc.
In einem Kulturzentrum kann man sich oft auch selbst mit Rat und Tat einbringen, vielleicht wäre das auch ne Möglichkeit, anstatt immer nur zu meckern !

08.09.2010
22:47
„Neue Kürzung gefährdet die Qualität“
von endlichwiederhasper | #4

Es soll Der Hütte heissen

08.09.2010
22:46
„Neue Kürzung gefährdet die Qualität“
von endlichwiederhasper | #3

Ja genau Mittwochs und Donnerstags Disco in der Pelmke und am Wochenende die normalen randalebrüder dort spätestens dann ist der Zeitpunkt gekommen das die Anwohner endgültig die Faxen dicke haben und die bude einrennen. Wir haben 4 Jahre gegenüber gewohnt und sind froh dieser Hölle zu entkommen zwar mit augenrändern aber nun kann man endlich wieder Schlafen , keiner Pi..... mehr vor die Haustür , nirgendwo liegen Sonntagsmorgen zebrochene Flaschen vor der Tür .
Und man hat keinen Pelmkeverantwortlichen mehr der eigentlich für nichts verantwortlich ist.

Die Hütte sollte man nicht die Beiträge kürzen sondern einfach Dicht machen .

08.09.2010
20:09
„Neue Kürzung gefährdet die Qualität“
von atomforscher | #2

Ach, Disko vernastalten um Geld einzunehmen geht also, und warum wird das nicht genutzt? Da ist man sich wohl zu fein.

08.09.2010
17:50
Blockierter Kommentar.
von azubitrauer | #1

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