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„Lex Phoenix“ auf ganzer Linie

13.11.2010 | 13:15 Uhr

Der Basketball ist seit Jahrzehnten ein Imageträger dieser Stadt. Insofern war es nur verständlich, dass die Chance ergriffen wurde, aus den Mitteln des Konjunkturpaketes II, die altehrwürdige Ischelandhalle in eine bundesligataugliche Basketball-Arena umzubauen.

Das Kind durfte freilich nicht beim Namen genannt werden. Tabu waren Bezeichnungen, wie „Neubau“ oder „Basketball-Arena“. Schließlich musste den Anforderungen des Konjunkturpaketes Rechnung getragen werden. Und das sah eine Förderung des Spitzensports nicht vor. Selten waren sich alle Entscheidungsträger dermaßen einig, selten wurde eine derartige verbale Kreativität an den Tag gelegt, um das Offensichtliche zu kaschieren. Der Neubau sei nicht für Phoenix allein, sondern lediglich das Aufmotzen einer Schulsporthalle. Eine klassische Win-Win-Situation wurde vorgegaukelt. Die Realität präsentiert sich anders. Phoenix hat eine schnuckelige Heimspielstätte bekommen. Das freut die Basketballanhänger und tut der Stadt ohne Frage gut. Vorteile für die Handballer des VfL oder den Schulsport sind jedoch allenfalls in homöopathischen Dosen feststellbar.

Und nun folgt der zweite Streich. Die Schulsporthalle, in der auch Basketballspiele stattfinden, bekommt einen kommerziellen Namen: „Enervie Arena“. Das lässt sich der kommunale Energieversorger in den kommenden fünf Jahren stattliche 100 000 Euro pro Jahr kosten. Hauptnutznießer? Natürlich Phoenix Hagen, das 70 000 Euro einstreichen darf. Der VfL Eintracht wird mit 15 000 Euro ruhig gestellt, die gleiche Summe darf der Stadtsportbund an andere Vereine ausschütten.

Die Stadt profitiert von diesem Engagement nicht. Das ist kein Versehen, sondern offenbar so gewollt. Nur so lässt sich der jüngste Ratsbeschluss auslegen. Dem Bürger wird das als Stärkung des Vereinssport verkauft.

In Bezug auf die Betriebskosten wird die „Enervie Arena“ dann aber schnell wieder zur Schulsporthalle. Sprich, die Kosten für Energie etc. trägt die Stadt. Währen andere Bereiche bis zur Unerträglichkeit zusammengekürzt werden, hat Hagen in Bezug auf Phoenix die Spendierhosen an.

Bald steht die Debatte über Nutzungsgebühren für Sportstätten an. Man darf gespannt sein, ob es dann erneut eine „Lex Phoenix“ mit Kostenbefreiung geben wird. Wundern würde es niemanden mehr.

Von Björn Josten

Kommentare
01.12.2010
17:47
„Lex Phoenix“ auf ganzer Linie
von Branimir | #7

Was solls, Berlet, lädt die Sportfreunde in die Viploge im Iuna Park ein, dafür sorgt Phönix für warme Plätzchen in die Ische xxl.. Ist doch alles gut...
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2010-11-13 13:15
Hagen