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Land stelltProduktion ein

Karten-Chaos auf Wanderpfaden

26.09.2008 | 17:17 Uhr
Karten-Chaos auf Wanderpfaden

Dass der Slogan „Privat vor Staat” der NRW-Landesregierung die Wandersleute treffen könnte, vermutet man nicht unbedingt. Allerdings: Das Land hat sich aus der Produktion von Wanderkarten zurückgezogen. Ein Novum in der Bundesrepublik.

Das Landesvermessungsamt, früher Herausgeber der grünen Wanderkarten, gibt es seit Januar nicht mehr. Als Abteilung 7 wurde es in die Bezirksregierung Köln eingegliedert, Stellen wurden abgebaut und der neue Name lautet „Geobasis.NRW”. Kernkompetenezen werden groß geschrieben: Geodaten liefern, etwa für den Städtebau. Freizeit-, Wander-, Radwanderkarten – die gibt es nicht mehr. Der Ausverkauf läuft: Drei Karten für den Preis von zweien (http://www.geoportal.nrw.de/). 

Die gute Nachricht: Geocenter, einst mit dem Vetrieb der NRW-Wanderkarten beauftragter Distributeur, wird verlegerisch tätig. „Wir planen”, sagt Dr. Klaus Höhne, Geschäftsführer des Stuttgarter Unternehmens, „die Kartenreihe weiterzuführen.” Höhne kennt kein anderes Bundesland, das keine Freizeitkarten mehr herausgibt. Eine Geocenter-Karte gibt es bereits für das Siebengebirge. Weitere, zum Beispiel für Hagen (Nr. 17), werden folgen, voraussichtlich Anfang 2009.

„Damit das möglich ist, sind wir auf die Hilfe der Wandervereine angewiesen”, sagt Höhne. Der SGV allerdings rückt seine Daten nicht mehr wie bis Jahresbeginn kostenlos heraus. Der Verein hat im Internet ein eigenes Kartenwerk mit einzelnen Touren aufgebaut (ww.sgv-hagen.de). „Wenn ein Verlag unsere Daten benutzen will, muss er sich an uns wenden”, sagt der Hagener SGV-Wegewart Horst Meurisch, aber: „Kostenlos geht das nicht mehr.” Der SGV habe 30 000 Euro in die technische Aufrüstung gesteckt. 

Überhaupt hat sich der 69-Jährige längst von der alten Wanderkarte verabschiedet: „Eine Karte ist schon veraltet, wenn sie auf den Markt kommt.” Die SGV-Karten im Netz würden regelmäßig aktualisiert und böten zahlreiche Zusatzinformationen, allein: „Den Gesamtüberblick hat man nicht mehr wie früher.” Daher arbeitet Meurisch an GPS-Wanderungen – per Navigationsgerät. Kommendes Jahr steht wohl die erste Strecke im Netz.

Parallel will Geobasis.NRW ab Frühjahr so genannte „Plots on demand” anbieten: Frei wählbare Kartenausschnitte, auf Wunsch – und das ist neu – mit eingezeichneten Wanderwegen und Freizeitangeboten, stets aktuell. Allein der Preis steht noch nicht fest. Die Vorstufe gibt es seit kurzem kostenlos im Netz zum Ausdrucken unter http://www.tim-online.nrw.de/.

Wandern Sie mit WR und SGV  

Info
Touren und Termine
  • Auf den Spurender Vinckes Montag, 29. September: über Lennweg, Hengsteysee, Ruhrweg, Haus Husen, die Freilichtbühne Syburg, Wehrkirche, Ruine Hohensyburg bis zum Vincketurm (Start ist um 9.30 Uhr an Haus Busch, 8 km)
  • Über die Höhen:Drei-Türme-Tour Mittwoch, 1. Oktober: über den Höhenzug des Stadtwaldes geht es zum Bismarck-, zum Kaiser-Friedrich- und Eugen-Richter-Turm (Start ist um 9.30 Uhr im Stadtpark am „Kota Radja”, Länge: 8 km)
  • Industriegeschichteim Volmetal Montag, 6. Oktober: von Hagen-Mitte bis Dahl über Lange Riege, Gut Kuhweide, Wippermann, Gut Ribberthof bis zur Dahler Kirche, hier findet eine Besichtigung statt (Start 9.30 Uhr Stadthalle, 9 km)
  • Von Koepchenzu Harkort Mittwoch, 8. Oktober: entlang Hengsteysee, Koepchenwerk, nach Herdecke, entlang Harkortsee bis zur „Freiheit” in Wetter (Start 9.30 Uhr an der Brücke Hengsteysee, auf der Dortmunder Seite, 10 km)
  • Pulver, Höhlen,Geisterstädte Freitag, 10. Oktober: 200 Jahre Dynamitproduktion im Volmetal, verborgene Ruinen und die Geisterstadt in Kaltenborn, bitte Taschenlampe mitbringen (Start 9.30 Uhr Bahnhof Rummenohl, 9 km)

Steigen Sie noch durch im Dschungel der Möglichkeiten? Die WR macht es einfacher: Zusammen mit dem SGV bieten wir in den Herbstferien fünf geführte Wanderungen an. Da haben Sie den Wanderführer an der Spitze, der obendrein Wissenswertes aus Hagens Geschichte erzählt. Montag geht's los auf den Spuren der Familie Vincke - also: Wandern Sie mit uns in den Herbst!

Andreas Graw



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