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Hagen verliert 27.800 Einwohner bis zum Jahr 2030

05.06.2012 | 20:45 Uhr
Hagen verliert 27.800 Einwohner bis zum Jahr 2030

Hagen.   Mit einem Einwohnerverlust von 14,7 Prozent bis 2030 nimmt Hagen im Regierungsbezirk Arnsberg einen unrühmlichen Spitzenplatz ein. Landesweit wird Hagen nur noch von Remscheid mit einem prognostizierten Einwohnerschwund von 15,9 Prozent übertroffen.

Mit einem Einwohnerverlust von 14,7 Prozent bis 2030 nimmt Hagen im Regierungsbezirk Arnsberg einen unrühmlichen Spitzenplatz ein. Dicht gefolgt vom benachbarten Märkischen Kreis, der nach der jüngsten Bevölkerungs-Vorausberechnung des Statistischen Landesamtes auf einen Einwohnerverlust von 14,4 Prozent zusteuert. Landesweit wird Hagen nur noch von Remscheid mit einem prognostizierten Einwohnerschwund von 15,9 Prozent übertroffen.

In absoluten Zahlen bedeutet das für die Volmestadt, in der am 1. Januar 2011 noch 188 500 Menschen lebten, einen Verlust von 27 800 Einwohnern. Demnach würden in Hagen in 18 Jahren nur noch rund 160.000 Menschen beheimatet sein. Zum Vergleich: Städte wie Hamm (-2%), Dortmund (-3,1%) oder Bochum (-8,5%) müssen mit weit weniger Rückgängen rechnen.

Junge Menschen gehen

Doch nicht nur der Einwohnerverlust für Hagen ist gravierend. Auffällig ist besonders die hohe Zahl der 16- bis 25-Jährigen, die Hagen in den kommenden Jahren den Rücken kehren werden. Hier haben die Statistiker ein Minus von annähernd 36 Prozent prognostiziert. So werden 2030 in der Stadt 7200 Jugendliche und junge Menschen weniger leben als das zurzeit der Fall ist. Und auch die 40- bis 65-Jährigen kehren Hagen mit -22,6 Prozent im Vergleich zu anderen Städten überproportional den Rücken.

Auf Dortmund kommt hier beispielsweise nur ein Verlust von 11 Prozent zu, bei der jüngeren Generation wird ein Verlust von rund 20 Prozent vorausgerechnet. Ein Plus kann Hagen nur bei der Generation 65+ erwarten. Damit verändert sich, wie übrigens im gesamten Land NRW, die Altersstruktur der Bevölkerung. Stellten die über 65-Jährigen im vergangenen Jahr mit 3,6 Millionen noch 20,3 Prozent der Bevölkerung, so wird ihr Anteil laut der neuen Studie auf 26,9 Prozent steigen.

Auswirkungen sind bereits spürbar

Für Renate Möckel vom Hagener Amt für Statistik sind die Zahlen durchaus nachvollziehbar. „Wir haben zwischen den eigenen Zahlen und den Landeszahlen meist eine geringe Differenz, aber die Tendenz stimmt. Leider.“

Die Auswirkungen sind schon spürbar. Über Schulschließungen wird ebenso nachgedacht wie über die Reduzierung der Kulturstätten. Gebaut werden immer mehr Alten- und Betreuungsheime sowie altengerechte Wohnungen, während normaler Wohnraum und auch Büros leer stehen.

Oberbürgermeister Jörg Dehm: „Das überrascht mich nicht und ist auch nichts, worauf man als Stadt stolz sein kann. Wir sind seit geraumer Zeit sowohl dabei, demografisch für eine vernünftige Anpassung zu sorgen als auch die reine Abwanderung einzudämmen. In absehbarer Zeit werden wir mit Hilfe der Fernuni genauer als bisher nach den Gründen dafür forschen.“

Andreas Reitmajer


Kommentare
08.06.2012
19:28
Hagen verliert 27.800 Einwohner bis zum Jahr 2030
von ffolkes | #21

Zitat:
"In absehbarer Zeit werden wir mit Hilfe der Fernuni genauer als bisher nach den Gründen dafür forschen.“

An unsere "Stadtspitze"
Es geht auch einfacher. einfach mal in den Spiegel schauen! Und man erkennt sofort die Ursache(n) der meisten Unzulänglichkeiten..... :-)

08.06.2012
17:01
Hagen verliert 27.800 Einwohner bis zum Jahr 2030
von fantomias | #20

was soll ich sagen? von new york bis oer-erkenschwick werden diese sogenannten "bilder" als kunst angesehen, da kann man sich zwar auf den kopf stellen und rotieren, damit muß man am ende aber leben. sie "einzig wahre" kunst? mit sicherheit nicht, wohl aber eine variante, auf die man sich - immerhin - weltweit geeinigt hat. kann nicht jeder mitspielen, will nicht jeder mitspielen, ist recht, von mir aus kann und soll ruhig jeder seine definition von "kunst" vorantreiben. das ändert aber nichts daran, daß kommunale museen ein doch recht weit verbreitetes phänomen sind und bleiben. wer das jetzt furchtbar doof findet, kann gerne gehen, ich selbst brauche zum beispiel keine basketballhalle oder grundschule und stelle deren dasein nicht in frage.

gut, ich könnte jetzt fragen, ob kindergärten nötig sind oder "eine kleine, aber sehr gut vernetzte, klientel ihre meinung von erziehung als die einzig wahre darstellt", aber das wäre hämisch ;)

07.06.2012
13:54
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #19

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

07.06.2012
10:03
Hagen verliert 27.800 Einwohner bis zum Jahr 2030
von erbsenzaehler | #18

ZITAT: Die Auswirkungen sind schon spürbar. Über Schulschließungen wird ebenso nachgedacht wie über die Reduzierung der Kulturstätten.

Die kleinen Kulturstätten werden auf Kosten der Museumsinsel und des Theaters kaputt gespart. Nicht weil die Bevölkerung schrumpft. Der gestrige Leserbrief des Herrn Hacker in der Printausgabe hat bei mir (mal wieder) Würgereize ausgelöst.
Solange eine kleine, aber sehr gut vernetzte Klientel, ihre Meinung von Kunst als die einzig wahre darstellt und auch in den Gremien "durchdrückt", ist auch dies ein Grund für die Menschen, der Stadt den Rücken zu kehren.

2 Antworten
@erbsenzähler
von Medley | #18-1

Das Schumann-Museum und das Hagener Stadttheater richten sich ja vorallem an ein akademisch gebildetes Publikum, das allerdings in Hagen weder jemals vorhanden war, noch etwa aktuell vorhanden ist. Hagen hat von den 50 größten Städten in Deutschland den prozentual fünftgeringsten Akademikeranteil unter seinen Einwohnern. Und damit die letzten verbliebenen gehobenen Geistesarbeiter - die übrigens idR. auch immer gute Kommunalsteuerzahler sind- nicht auch noch die Koffer packen und den sarrazinischen Braindrain in Richtung: "Hagen schafft sich ab"- vollenden, pumpt man das letzte verbliebene Kleingeld in diese Musentempel, denn allein nur mit den in Hagen zahlreich vorhandenen LIDL- und KiK-Filialen und den an jeder Ecke anzutreffenden Automaten-Spielhallen kann man solche Leute seltenst halten. Hagen ist halt traditionell eine Prol... nunja, eine Arbeiterstadt und daran wird sich auch so schnell nichts mehr ändern.

www.insm-wiwo-staedteranking.de/2011_niv_d_hochqualifizierte.html

@von Medley | #18-1
von erbsenzaehler | #18-2

Um Ihr Weltbild ein wenig aus den Fugen geraten zu lassen: nicht nur Akademiker sind der Kultur zugetan.

Und was Ihr Kommentar jetzt mit den kleinen (aber feinen) Kulturstätten wie Hasper Hammer, Werkhof, Pelmke-Schule etc. zu tun hat, erschließt sich mir nicht.
Die Kultur besteht anscheinend in Hagen (bzw. für die Entscheider und deren Hintermänner) nur aus der Museumsinsel und dem Stadttheater.
Und das ist mir persönlich ein bischen wenig.

06.06.2012
17:53
Hagen verliert 27.800 Einwohner bis zum Jahr 2030
von fantomias | #17

zu #13, ex-altenhagener: hier einen fragebogen einzubinden, bringt überhaupt nichts. wenn man die kommentatoren in diesem medium fragt, ist doch sowieso alles sch..... konstruktive kritik würde uns weiter bringen.

06.06.2012
17:50
Hagen verliert 27.800 Einwohner bis zum Jahr 2030
von fantomias | #16

ach, mensch05, das allein reicht nicht. ich selbst bin akademiker, bringe aber keinen glanz. straßenkehrer wären wichtiger ;)

06.06.2012
17:47
Hagen verliert 27.800 Einwohner bis zum Jahr 2030
von mensch05 | #15

Enge, schmutzige Straßen, keine Fahrradwege, überall verfallende übelst dreckige Hausfassaden, am Bahnhof wird man schon "nett" gegrüßt, die Bahnhofstraße könnte man sofort niederreißen, nichts, was annähernd liebevoll gestaltet wird. Und jetzt noch die baldige Verminderung der Straßenreinigungsintervalle, damit noch mehr McScheiße Tüten rumliegen. Keine Stadt für Akademiker, die einen gewissen"Glanz" bringen würden.
EIne Präsenzuniversität wäre eine echte Alternative, Radwege, gepflegtes Begleitgrün.
Bitte, bitte Herr Oberbürgermeister, lesen Sie sich diese Rubrik durch.

06.06.2012
17:05
Hagen verliert 27.800 Einwohner bis zum Jahr 2030
von ffolkes | #14

Was tun?
Die Ursachen erforschen und gegensteuern!
Wie?
Aufblähen der Verwaltung!
Gutachten in Autrag geben!
Dabei ist Hagen eigentlich eine schöne Stadt. In einer wunderschönen Landschaft gelegen. Kompetente und freundliche Sachbearbeiter in der Verwaltung. (Ok, es mag Ausnahmen geben)
Aber die Führungsriege........ unter aller Kanone!!!
Und der Rat der Stadt - einfach ratlos und absolut inkompetent
Und unter denen leiden alle - die Sachbearbeiter in der Verwaltung und die Bürger!
Verwaltungsspitze:
Jeder macht, was er will, keiner macht das, was er soll - aber alle machen mit!

1 Antwort
Und unter denen leiden alle - die Sachbearbeiter in der Verwaltung und die Bürger!
von Ergonomy | #14-1

Es ist immer der Chef der den Murks baut. Riichtiig

06.06.2012
15:05
Hagen verliert 27.800 Einwohner bis zum Jahr 2030
von ex-altenhagener | #13

Warum die Fernuni fragen ?
Viele Ex-Hagener lesen die Zeitung im Internet, so, wie ich es auch mache.
Es wäre doch schon mal ein Anfang, einfach hier mal einen Link einzugeben, wo man auf einer Seite mit einem Fragebogen geleitet wird, den man ausfüllen kann.
Wäre vielleicht billiger und man erreicht die Leute weltweit.

06.06.2012
12:25
Es bringt nichts, die Bürger zu fragen, ...
von Erstdenkendannschreiben | #12

denn der Hagener zeichnet sich durch einen notorischen Hang zur Nörgelei aus. Diese Schenllschüsse aus der Hüfte die Ursachen für den Bevölkerungsschwund betreffend sind SUBJEKTIV wahrgenommene Faktoren. Hohe kommunale Steuern und Abgaben mögen vielleicht ein Grund sein, warum Menschen ab 40 die Stadt verlassen (z. B. weil sie Wohneigentum erwerben), aber es erklärt nicht die Abwanderung der bis 25-Jährigen.
Man sollte mal darüber nachdenken, dass inzwischen gut die Hälfte der Schulabgänger die Allgemeine und die Fachhochsulreife haben, es in Hagen aber keine Präsenzuni gibt. Die studieren - und wohnen - dann andernorts und es gibt aber keine Studenten, die nach Hagen zum Studieren kommen und das Defizit annähernd ausgleichen können. Und die, die auswärts studieren, kommen nicht zurück, weil es in Hagen nur wenig Arbeitsplätze für Hochschulabsolventen gibt.

1 Antwort
Hagen verliert 27.800 Einwohner bis zum Jahr 2030
von fuffzigpfennig | #12-1

Sie sollten mal Ihre Scheuklappen ablegen und Ihren Lokalpatriotismus auf den Prüfstand stellen, wenn Sie die bisher geschilderten Gründe (die man von nahezu jedem "Flüchtling" zu hören bekommt) , die Stadt zu verlassen, als subjektiv bezeichnen.

Ihre Begründung trifft mit Sicherheit auf einen kleinen Teil derer zu, die Hagen den Rücken gekehrt haben, aber sie erklärt auf keinen Fall die deutlich überdurschnittlich hohe Abwanderung. Andere Städte haben überhaupt keine Uni zu bieten und noch weniger Arbeitsplätze für Hochschulabsolventen (von denen in Hagen deutlich mehr existieren, als von Ihnen geschildert), aber sind bei weitem nicht von einer derartigen "Flucht" der Einwohner betroffen. Der Anteil der 16-25 jährigen liegt gerade mal bei rund 10%, und mit 40 haben die meisten das "Projekt Eigenheim" bereits abgehakt, nicht selten in den umliegenden, deutlich attraktiveren und preiswerteren Nachbargemeinden.

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