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Hagen und Duisburg zeigen Malerei von Norbert Frensch

08.08.2012 | 17:46 Uhr
Hagen und Duisburg zeigen Malerei von Norbert Frensch
Der Hagener Museumsdirektor Dr. Tayfun Belgin vor einem 16 Meter langen Panoramabild Norbert Frenschs.

Hagen.   Das Osthaus-Museum und das Museum DKM realisieren gemeinsam die erste große Werkschau von Norber Frensch in NRW. Im Mittelpunkt der Ausstellung des 1960 geborenen Künstlers steht eine schlichte Metallschale, die das Auge des Betrachters nachhaltig verwirrt.

Diese Bilder wirken wie aus Raum und Zeit gefallen. Schwarz, Grau, Weiß und manchmal eine Erinnerung an Rot: Das sind die Farben von Norbert Frensch. Damit erkundet der Frankfurter Künstler in beispielloser Konzentration die Grundlagen der Malerei und der Wahrnehmung. Dabei gewinnen seine Arbeiten ein Eigenleben von rätselhafter Transzendenz. Das Osthaus-Museum in Hagen zeigt in Zusammenarbeit mit dem Museum DKM Duisburg nun die umfassendste Einzelausstellung, die bisher in NRW von Norbert Frensch realisiert wurde.

Im Mittelpunkt zahlreicher Werke des 1960 geborenen Künstlers steht eine schlichte Metallschale. Doch sie entzieht sich dem Auge durch die spiegelnde Lasur der Oberfläche, die wie ein Schleier funktioniert, durch seltsame Lichtreflexe und unerklärliche Blickwinkel. Norbert Frensch malt stille Bilder. Seine Arbeitsweise wirkt mönchisch-kontemplativ: Auf einen Malgrund, der in mehreren Schichten mit weißer Latexfarbe bearbeitetet wurde, setzt er eine rote Grundierung aus Dispersionsfarbe.

Der Arbeitsprozess erfordert die Geduld eines Archäologen

Das Schalenmotiv wird farblich zart angelegt und später mit einer schwarzen Masse aus Ölfarbe und Dammaharz überdeckt. Danach wird die Untermalung mit trockenen Pinseln wieder freigelegt. Schließlich verleihen zahlreiche Firnisschichten den schwarzen Bildern ihren geheimnisvollen Glanz. Der Arbeitsprozess erfordert die Geduld eines Archäologen. Das Ergebnis sind Gemälde von sogartiger Anziehungskraft. Diese Wirkung unterstützt das Museum durch eine niedrige Hängung: Man meint, regelrecht in die Großformate eintreten zu können.

Immer wieder scheint sich die Schale als Bildthema verbergen zu wollen - wie ein mythisches Objekt, das vielleicht in dem Sekundenbruchteil eines Traumes am äußersten Rand des Bewusstseins aufblitzt, wie ein innig ersehntes und lang gesuchtes, aber niemals greifbares magisches Artefakt.

„Norbert Frensch arbeitet an allen Werkeinheiten mit einer geradezu asketischen Disziplin“

In einer anderen Bildgruppe geht es um Aufhellungen in Grau. Das sind Schattenszenen, die trotzdem wie Fluchtwege in das Versprechen eines Himmel anmuten - wobei wir wieder bei einer theologischen Deutung wären, die laut Museumsdirektor Dr. Tayfun Belgin vom Künstler nicht vorgegeben ist.

Der Betrachter kann sich dem Wunsch nicht entziehen, die enigmatischen Raum-Zeit-Wirkungen dieser Malerei zu erforschen. Vielleicht gerade, weil sich die Arbeiten nicht farbschreiend anbiedern, sondern behutsam, meditierend erforscht werden wollen.

Die jüngste Werkgruppe bilden die Röhrenbilder, querformatige Malereien, in denen Ausdehnung, Weite und Verlauf von Farben eine Assoziation zu Landschaften hervorrufen. Kernstück der Ausstellung mit 50 Exponaten ist eine 16 Meter lange Arbeit, die eigens für die zentrale Halle des Osthaus-Museums geschaffen wurde.

„Norbert Frensch arbeitet an allen Werkeinheiten mit einer geradezu asketischen Disziplin, für die wir ihm dankbar sein müssen“, zeigt sich Tayfun Belgin als leidenschaftlicher Anwalt dieser Kunst. „Denn Arbeiten dieser Intensität und malerischen Qualität sind eher selten in diesen Tagen.“

Begleitend zeigt das Osthaus-Museum eine Ausstellung mit Stillleben der kanadischen Fotografin Laura Letinsky. Auch hier ist die Reduktion bestimmend: Eine Kirsche und ein paar Kirschkerne, eine Schale überreifer Pfirsiche, platziert auf weißen Tischtüchern: Mit ausgesucht knappen Bildelementen schafft Laura Letinsky Verwirrspiele. Die Räumlichkeit beginnt zu schweben, die Gegenstände stehen scheinbar auf der Kippe: Vanitas, Vergänglichkeit ist das zentrale Thema.

Ausstellung: Norbert Frensch - Malerei. 12. 8. bis 30. 9. Osthaus-Museum Hagen. 10. 8. bis 26. 11., Museum DKM Duisburg. www.osthausmuseum.de

Monika Willer


Kommentare
09.08.2012
23:13
Hagen und Duisburg zeigen Malerei von Norbert Frensch
von offenfahrer | #3

Allein die Betrachtung dieses kleinen Ausschnittes lässt mich demütig werden vor der großartigen Inspiration dieses Künstlers. Die Dramatik seiner Visionen gepaart mit dieser einzigartigen Technik. Die dynamische Kraft, mit der sich der visuelle Eindruck tief in der Seele des Betrachters verankert, ich könnte vor Freude weinen. Ironie aus.

09.08.2012
06:52
Hagen und Duisburg zeigen Malerei von Norbert Frensch
von harkorten | #2

„Norbert Frensch arbeitet an allen Werkeinheiten mit einer geradezu asketischen Disziplin, für die wir ihm dankbar sein müssen“, zeigt sich Tayfun Belgin als leidenschaftlicher Anwalt dieser Kunst.

? Wieviel hat der Künstler denn für seine Kunst hier bekommen? Was ist mit den Verkaufserlösen, die er durch diese Ausstellung erzielt? Wie hoch sind eigentlich die Kosten für die Stadt Hagen?

Wer kann nun wem dankbar sein?

08.08.2012
19:51
Hagen und Duisburg zeigen Malerei von Norbert Frensch
von altesholz | #1

mein gott, was für ein geschwafel wegen ein paar bekleckste und bepinselte, auch beschmierte leinwände und holztafeln. aber manche mögen sich mit nichts für viel geld belabern lassen. wer es braucht!

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