Hab und Gut wird unter Trümmern begraben
06.05.2010 | 18:16 Uhr 2010-05-06T18:16:00+0200
Hagen. Es übertrifft wohl jede Vorstellungskraft. Doch in den kommenden Tagen muss das Haus an der Rolandstraße, in dessen Keller sich am vergangenen Freitag eine Gasexplosion ereignet hatte, ohne vorherige Räumung abgerissen werden.
„Es tut mir auch in der Seele für die ehemaligen Mieter leid. Aber ich habe aufgrund der Aussagen der Statiker gar keine andere Möglichkeit. Niemand, auch die Polizei oder die Feuerwehr, darf dieses Haus mehr betreten. Nur die kleinste Erschütterung, so haben es uns die Experten attestiert, könnte zu einer Katastrophe führen”, erläuterte Christoph Rehrmann, Hausherr und Vorstand der Gemeinnützigen Wohnstättengenossenschaft, gestern unserer Zeitung.
Persönlicher Besitzt wird begraben
Ob Schränke, Fernseher, Fotoalben, das Geschirr von der Uroma oder der Lieblingspullover, sämtlicher persönliche Besitz der sechs Wohnungsmieter und deren Familien wird in Schutt und Asche untergehen, wenn der Abrissbagger zuschlägt. „Ich habe bereits mit einem Abrissunternehmen gesprochen und nach Möglichkeiten gesucht, um vielleicht doch noch Gegenstände zu retten. Aber auch dort sieht man keine Chance”, so Rehrmann.
Und weil der Geschäftsführer weiß, wie schlimm diese Situation für die betroffenen Menschen ist, wurde das Haus auch verschlossen und sämtliche Zugänge mit Brettern vernagelt. „Es ist ja noch alles da. Da könnte ja jemand auf die Idee kommen, bei Nacht und Nebel zumindest die persönlichsten Dinge herauszuholen.”
Propangasflaschen werden untersucht
Drei der sechs Mietparteien konnten in anderen GWG-Wohnungen untergebracht werden, ein Mieter hat eine andere Wohnung in der Rolandstraße gefunden, ein weiterer wird nach Essen ziehen. „Wir haben noch einen Problemfall, an dem wir arbeiten.”
Eine „blutige Nase” will sich nach Bekunden von Pressesprecher Ulrich Hanki auch die Polizei nicht holen. Die Beamten hatten noch am Mittwoch mit Hilfe der Feuerwehr Propangasflaschen aus dem Keller „gefischt”. „Wir konnten mit Spezialwerkzeug von außen arbeiten”, so Hanki. Nun würden die Flaschen, die im Keller nicht gelagert werden dürfen, untersucht. Denn auch Christoph Rehrmann glaubt nicht daran, dass ein defekter Hausgasanschluss im Keller zu der Explosion geführt hat. „Erst vor einem halben Jahr wurden die Gasleitungen routinemäßig auf Dichtigkeit hin überprüft. Wäre Gas ausgetreten, so wäre es nach oben gestiegen und hätte nicht zu einer Explosion im Keller geführt”, mutmaßte er.
Führt die Untersuchung der Gasflaschen zu keinem Ergebnis, so wird die Ursache der Explosion, bei der vier Menschen verletzt wurden, wohl ebenso unter Staub und Steinen begraben wie der Besitzstand der Mieter.
18:26
...übrigens, die Versichericherung hätte bei Totalverlust (und das ist hier ja der Fall) bis zu Versicherungssumme + 10% Vorsorgesumme gezahlt...! Leider waren die Bewohner so schlau und haben sich das Geld für eine vernünftige Hausratversicherung gespart... Selber schuld!
22:19
Lieber Radfahrer,
glauben du, dass eine Versicherung die Beläge sehen möchte um evtl. den Hausrat zu ersetzen ohne dass man jemals eine Hausratversicherung hatte?? Wenn das so ist, dann glaubst du warscheinlich noch an den Nikolaus.
Fakt ist, dass die Sicherheit der Allgemeinheit vorgeht und da handeln die Eigentümer sehr gewissenhaft.
Zu niewiedergwg ist zu sagen: ...Reisende soll man nicht aufhalten..
immerwiedergwg
09:26
ich weiss gar nicht was das trara soll...
so werden marode leitungen versteckt und keiner hat schuld...*thumbs-up*
00:02
Also wenn die kleinste Erschütterung das Haus zum Einsturz bringen kann dann frage ich mich wieso darf die DB noch mit Güterzügen unweit vorbei fahren, ich weiss aus eigener Ehrfahrung wie sehr das erschüttert und die Lkws sollten ebenfalls die umgehung nicht mehr fahren , mann was soll der mist eigentlich ??????
11:14
Hallo buntefrau.
Glauben sie das die Versicherung die Werte ersetzt die in den Wohnungen waren. Wie soll man das beweisen können. Die Belege werden ja mit vernichtet. Es geht ja nicht nur um ideelle Werte, sondern auch um Materielle.
Wie Exilhagener schon aussagt: Städtische Werte werden eher gerettet als die von den Bürgern. Es sind ja nur Mieter.
Und erbsenzaehler, lassen Sie einfach ihre unintelligenten Kommentare
09:36
@1 @3:
Dann bieten Sie soch den Mietern an, deren Hab und Gut zu sichern bzw. in dem Haus die notwenidgen Arbeiten zur Abstützunmg vorzunehmen..
Wenn ein amtlich vereidigter Statiker selbst den Kräften der Feuerwehr verbietet, das Gebäude zu betreten, wird das schon seine Gründe haben.
Wie sagt Dieter Nuhr:
Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten.
Glück auf.
11:36
Wenn es sich im ein städt. Amt handeln würde, wäre es abgestützt worden, um die heiligen Akten zu bergen. So scheut man (Eigentümer) sich wohl vor den Kosten. Dass man keinen Statiker (mehr) findet, der auch mal was freigibt, kann man bei der heutigen Haftungslage durchaus verstehen.
11:11
Natürlich ist es schlimm, alles zu verlieren - es erinnert an die Geschichten unserer Mütter und Großmütter vom Krieg....Aber, lieber Radfahrer, wer sollte die Verantwortung für den Ernstfall denn übernehmen? Ich würde mein Leben jedenfalls nicht für ein Fotoalbum riskieren!
10:53
Hat sich schon jemand überlegt das Haus so abzustützen damit die persönliche Habe entfernt werden kann. Es ist eine Sauerei das die persönlichen Erinnerungen so mir nichts vernichtet werden sollen. Für viele Anschaffungen ist lange gespart worden. Da werden Gefühle mit den Füßen getreten. Die Wohnunggesellschaft sollte sich das mal ganz genau überlegen was sie ihren Mietern antut.