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Enervie zieht Pläne für neue Gas-Kraftwerke zurück

15.06.2012 | 17:28 Uhr
Enervie zieht Pläne für neue Gas-Kraftwerke zurück
Enervie-Chef Ivo Grünhagen: „Alle verlieren derzeit in der Energieerzeugung Geld.“ Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.  Der Hagener Energieversorger sieht derzeit keine Perspektiven mehr für konventionelle Kraftwerke, weil sie sich nach der Energiewende mangels ausreichender Auslastung nicht mehr rechnen. Anders als RWE und viele andere Versorger wollen die Enervie-Töchter Mark-E und Stadtwerke Lüdenscheid ihre Strompreise bis zum Jahresende nicht erhöhen.

Die Folgen der forcierten Energiewende torpedieren die strategische Investitionsplanung der Enervie-Gruppe (Mark-E, Stadtwerke Lüdenscheid). Der regionale Energieversorger verwirft seine ursprüngliche Absicht, den eigenen Kraftwerkspark bis 2020 mit zwei weiteren Gas- und Dampf (GuD)-Anlagen zu erweitern. „Wir werden jetzt gar keine Kraftwerke zubauen“, kündigte Enervie-Vorstandssprecher Ivo Grünhagen auf der Bilanzpressekonferenz an.

Grund: Mit der zunehmenden Einspeisung erneuerbarer Energie in die Netze sinkt zugleich der Bedarf an konventionell erzeugten Kapazitäten. Folge: Mangels Auslastung rechnen sich Gas - und Kohlekraftwerke nicht mehr. „Alle verlieren derzeit in der Energieerzeugung Geld - das kann auf Dauer nicht so bleiben“, sagte Grünhagen. Wegen sinkender Einkaufspreise für Strom aus Gas und Kohle musste Enervie nach seinen Angaben allein binnen drei Jahren bis Ende 2010 Ergebniseinbußen von 45 Millionen hinnehmen. Ein anhaltender Trend, der in der Branche schließlich zur Abschaltung bestehender Kraftwerke führen könnte, wie Grünhagen warnte.

Für die Energiewende gut aufgestellt

„So lange die Kosten nicht gedeckt sind, steht die Versorgungssicherheit auf der Kippe“, sagte Vertriebs-Vorstand Wolfgang Struwe. Auch Enervie schließt eine Stilllegung älterer Blöcke wie am Standort Werdohl zumindestens nicht aus. Dabei gebe es angesichts des Atomausstiegs mittelfristig durchaus Bedarf für neue Kraftwerke,so Technik-Vorstand Erik Höhne. „Wenn sich die Märkte wieder drehen, sind wir auch gerne wieder bereit zu investieren.“

Ungeachtet dessen sieht sich Enervie für die Energiewende gut aufgestellt. Bis 2020 will das Unternehmen 240 Megawatt (MW) Strom aus Windkraft erzeugen. Dazu hat Enervie seit Ende 2011 bereits zwei Anlagen im Hunsrück und in der Eifel mit einer Leistung von zusammen 40 MW erworben. Auch in Südwestfalen sondiert der Versorger das Terrain nach geeigneten Standorten und sieht, so Höhne, „gutes Potenzial im wesentlich für einzelne Windräder“.

Nach dem Muster einer bereits mit den Stadtwerken Hemer vereinbarten Kooperation plant Enervie dazu Windkraft-Allianzen mit regionalen Kommunen. Bis zum Jahresende soll zudem die Standortsuche für das gemeinsam mit den Stadtwerken Düsseldorf in Südwestfalen geplante Pumpspeicher-Kraftwerk auf zwei bis drei Alternativen verengt werden, wie Höhne ankündigte.

Vorerst keine Tariferhöhungen

Gute Nachrichten gibt es - vorerst - für die Stromkunden von Mark-E und den Stadtwerken Lüdenscheid: Anders als RWE und viele andere Versorger planen die Enervie-Töchter derzeit keine Tariferhöhungen. „Wir können unseren Kunden versprechen, dass die Strompreise bis zum 31. Dezember stabil bleiben“, sagte Struwe.

Schon zum Jahreswechsel könnte es aber teurer werden, wenn - wie derzeit absehbar - die Umlage für Erneuerbare Energien angehoben wird. Nicht ausschließen wollte Struwe zudem eine Erhöhung der Gaspreise bereits im Herbst: „Wir beobachten derzeit den Markt.“

Sven Nölting


Kommentare
18.06.2012
18:20
Korrektur: 285.000,- Euro
von Pelzbohne | #5

Nicht 250 000,- Euro wird der Burgaufzug in Altena kosten, sondern 285.000,- Euro

Quelle:
http://www.derwesten.de/staedte/nachrodt-wiblingwerde/fuers-muehlenrad-sind-nicht-mal-600-euro-drin-id6732370.html

18.06.2012
17:33
Pumpspeicherkraftwerk in Altena?
von Pelzbohne | #4

Ein zweites Pumpspeicherkraftwerk (Mark-E hat schon eins in Finnentrop) will die Mark-E/ENERVIE und Partner in Südwestfalen bauen. Da kommen ja nur Gebiete an Ruhr und Lenne in frage!

Enervie-Chefs: Ivo Grünhagen und OB. Jörg Dehm sponsoren gerade der Stadt Altena den von den Bürgern gewollten Burgaufzug für rund 250 000,-Euro!

Das machen die netten Herren von der Enervie doch nicht umsonst oder?

18.06.2012
13:48
Ein einziger Witz....
von Nameless | #3

.....ist es für ein regionales EVU seinen Schwerpunkt nun überregional setzen zu müssen! Am besten macht man hier die regionalen KWs zu und dessen Servicemitarbeiter streicht man einfach. SO läuft das zur Zeit bei der Enervie. Und immer schön billigen Strom aus Frankreich und Co. einkaufen um seine Gewinne zu maximieren. Weiter so ich schaue gern zu, wie ein so stolzes Unternehmen selbst zerstört! Vielen Dank Herr Grünhagen. Also wer wirklich günstigen Strom will vergleicht lieber und verlässt dieses Unternehmen

17.06.2012
19:55
Enervie zieht Pläne für neue Gas-Kraftwerke zurück
von wilbec | #2

Die Idee der Erneuerbaren schreiben sich die Grünen zu. Diese Spezies haben zwischen 1989 und 2005 nur Windräder und Fotovoltaik zugelassen.
Leitungsbau und Kraftwerksbau wurde durch geschickt formulierte Gesetze (Umweltschutz, Landschaftsschutz stillgelegt)
Wer jetzt noch Kraftwerke baurt muß Geld mitbringen, da die Stromlieferungen der Erneuerbaren weder zeitlich noch Mengenmäßig planbar sind.
Außerdem ist es mögtlich, daß ein genehmigtes Kraftwerk inder Bauphase stillgelegt wird. Der Kraftwerksbauer muß sich selbst anzeigen um eine gerichtsfeste Baugenehmigung zu bekommen.

17.06.2012
14:07
Enervie zieht Pläne für neue Gas-Kraftwerke zurück
von Ani-Metaber | #1

Hier zeigt sich, ein planloses Wirtschaften,
wie es die Regierung der BRD und die sie tragenden Parteien unter unzulässiger Bezugnahme auf den ehem. Ostblock propagiert,
schafft keine Klarheit und keine Sicherheit.

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