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Wärmedämmung tut Klima gut

Ein molliger Mantel für das Haus

19.06.2008 | 17:47 Uhr
Ein molliger Mantel für das Haus

Im Sommer denkt Lorenz Becker bereits an den Winter. Der kommt bestimmt und mit ihm die nächste Heizperiode.

Damit Beckers Mieter an der Gerhart-Hauptmann-Straße zukünftig bei den Heizkostenabrechnungen nicht ins Schwitzen geraten, hat sich der Hauseigentümer zur Wärmedämmung für das siebenstöckige Hochaus entschieden. Das Gerüst wandert stetig weiter, hinterm Haus Nr. 6 an der Gerhart-Hauptmann-Straße auf Emst. Auf den Bohlen stehen die Handwerker und verkleiden das Hochhaus mit Steinwolleplatten. „Das ist ein nicht-brennbarer Stoff”, erklärt Lorenz Becker. Auf die zentimeterdicken Schichten kommen anschließend verzinkte Bleche, in blaßgelb. Die ursprüngliche Hauswand hat eine ähnliche Farbe, da müssen sich die 56 Mietparteien nicht umgewöhnen. Egal ob Regen, Hagel oder Schnee - Beckers Haus hat bald einen ganz molligen Mantel gegen Feuchtigkeit und Kälte. „Da kommt nix mehr durch”, sagt Becker, „die Hauswand kann somit auch keine Risse mehr bekommen.” Privater Besitz, private Investition - Becker grieft nicht aus reinem Gutmenschentum in die eigene Tasche, um die rund 900 Quadratmeter Hausfassade für rund 10 000 Euro decken zu lassen. Er will sparen: zum einen Energie, „die Heizkosten für die Mieter werden um 10 bis 15 % sinken”, schätzt Becker. Außerdem senkt Becker, dem mehrere Häuser in der Umgebung gehören, seine Steuerbelastung. Der 85-Jährige mit den wachen Augen grinst fast spitzbübisch.

Info
Hagen
  • Für eine kostenfreie Erstberatung, einen Gebäude- und Energiecheck, Fragen zu Kredit- und Förderprogrammen bei Gebäudenachrüstungen kann man sich in Hagen an eine Tochterfirma der Kreishandwerkerschaft wenden.
  • Kontakt: Wirtschafts- und Servicegesellschaft des Handwerks, Handwerkerstraße 11,  Tel. 62468-92, eMail: projekt1.18@kh-hagen.de

Für solche Maßnahmen könnte er sich Kredite holen, Förderungen - Klimaschutz wird seit Jahren groß geschrieben, aktuell hat die Bundesregierung neue energetische Anforderungen an Neu- und Bestandsbauten formuliert. Aber Lorenz Becker winkt ab. Kredite, Förderungen - da ist ihm viel zu bürokratisch und langwierig. Becker macht - oder besser: lässt machen. Wenn die Männer der Bedachungsfirma Schmidt um Vorarbeiter Ronny Moreno werken, steht Lorenz Becker häufig unten auf dem Rasen. Er hatte selbst ein großes Dachdeckergeschäft, bis 1985, mit Filialen in Iserlohn, Werdohl und Bochum. Dann verkaufte er seine Läden. An Ruhestand ist allerdings bei Lorenz Becker nicht zu denken, er kümmert sich. . .

Anja WETTER


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