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Ein Krebs, der Russisch spricht

05.11.2008 | 18:37 Uhr
Ein Krebs, der Russisch spricht

Der Pavillon der Waldorf-Schule ist voller Meeresbewohner: Krebse, Fische und Wassernixen tummeln sich dort. Über allem schwebt ein deutsch-russisches Sprachpotpourri: Der zehnte Jahrgang studiert mit Austauschschülern aus Smolensk das Theaterstück „Rusalka” – „Die Wassernixe” ein.

Anja und Wika stehen vor der Bühne. Am Pult üben die Mädchen ihren Einsatz. Anja streicht sich eine blonde Strähne aus dem Gesicht, legt den Blick auf gerötete Wangen frei. „Wo ist er ertrunken”, will die 16-Jährige wissen. Eine denkbar einfache Frage - wäre Anja eine Schülerin der Waldorf-Schule. Doch Anja kommt, wie ihre Freundin Wika (17), aus Smolensk. Die beiden Russinen üben sich auf der Bühne in der Fremdsprache Deutsch.

Die russischen Schüler führen das Stück in deutscher Sprache auf, die deutschen Schüler sprechen Russisch. So wie Eva Neubert (16) und Alessa Bangrazi. Die 15-Jährige mimt einen Krebs: „Es ist schon schwierig, in einer fremden Sprache Emotionen zu transportieren”, sagt Alessa. Begonnen haben die Proben bereits vor den Herbstferien in Smoslensk mit einem russischen Regisseur. „Das war schon schwierig, nur russische Anweisungen zu bekommen. Aber gemeinsam haben wir das hinbekommen”, sagt Wassernixe Eva Neubert.

„Das Stück spielt in der Unter- und der Überwasserwelt”, erläutert Lehrerin Olga Schneider. „Die Wassernixe soll aus der Unterwasserwelt herausgelockt werden. Es geht um Liebe und Verwicklungen” Einen Anteil an den Verwirrungen trägt Alessa Bangrazi: „Meine Figur ist ein komischer Charakter, der sich über andere lustig macht und über den sich andere amüsieren. Er sorgt aber auch für reichlich Probleme.”

Zuerst wird die deutsche Version gespielt, danach die russische. Jeweils 40 Minuten dauert eine Aufführung. Neben den Schauspielern wirken Tänzer und Musiker mit. „Und durch das Theaterstück lernen sie ihre Fremdsprachen in einem völlig anderen Kontext kennen”, erläutert Lehrerin Schneider.

Zu sehen ist die Aufführung am Freitag, 14. November, um 19.30 Uhr im Pavillon der Waldorf-Schule. Der Eintritt ist frei.

Mareike Weberink

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