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Indien

Durch Zufall in Indien - Studentin Lizzy Geble aus Hagen dreht Filme über die Menschen

03.01.2013 | 14:06 Uhr
Durch Zufall in Indien - Studentin Lizzy Geble aus Hagen dreht Filme über die Menschen
Lizzy Geble aus Hagen fotografiert und filmt derzeit in Indien für die Unesco.Foto: Lizzy Geble

Hagen/Hyderabad.  „Als ich bei der Westfälischen Rundschau angefangen habe, war ich ja noch ein Küken“, erinnert sich Lizzy Geble an ihre ersten journalistischen Gehversuche in der WR-Jugendredaktion Youread. Diesen Status hat die heute 23-jährige Hagenerin längst hinter sich gelassen: Aktuell ist sie im Rahmen eines Praktikums für den Unesco-Lehrstuhl „Community and Media“ an der Uni in Hyderabad in Indien tätig. Dort dreht sie Filme in denen engagierte Menschen porträtiert werden.

Dass es Lizzy Geble nach ihrem Studium des Technischen Journalismus nun ausgerechnet nach Indien verschlagen hat, ist eher dem Zufall geschuldet. „Warum bin ich ausgerechnet in Indien ? Die Frage war eher: Welches Land mache ich zuerst“, erläutert die reiselustige junge Frau ihre Entscheidung. „Aber die Menschen, Farben und Traditionen kennenzulernen war der größte Reiz.“

Lizzy Geble hat nach dem Abitur 2009 Hagen verlassen und ist für ein „Work-and-Travel-Jahr“ durch Australien gereist. Für damalige Mitstreiter in der Jugendredaktion kam das überraschend. Zwar wurde Geble stets als offen eingeschätzt, aber eben auch als zufrieden im Hier und Jetzt. Geble selbst siehts gar nicht mal anders: „Ich bin eine zufriedene Studentin.“ Aber eben auch gerne unterwegs...

Für das Fotografieren und Filmen interessiert sich die Hobby-Kletterin schon seit zehn Jahren. „Ich habe das Fotohandwerk von meinem Opa gelernt und zwar in dessen Keller“, erzählt Geble, die natürlich mittlerweile digital arbeitet.

Subkontinent Indien

Die vielen verschiedenen Kulturen, Sprachen und Traditionen machen es wirklich schwierig, Indien als ein Land zu bezeichnen. Man könnte nicht sagen: die Inder in Indien. Das wäre so, als ob man zu uns Deutschen Europäer sagen würde,oder zu Ägyptern Afrikaner. Jeder fühlt sich seinem Staat angehörig. Fangen wir mal mit der Sprache an. Im Zensus 2001 zählte die Regierung 122 Sprachen; von den Hunderten von Dialekten mal ganz abgesehen. Hindi und Englisch zählen zu den Amtssprachen und allein Hindi hat rund 200 verschiedene Dialekte. Kurz um: Es herrscht ein Kommunikationsproblem in Indien. Also wird sowieso meist nur Englisch gesprochen. Und selbst da sind die Akzente so verschieden, dass selbst die Inder sich untereinander nicht verstehen und Übersetzer brauchen.

Lizzy Geble aus Hagen fotografiert und filmt derzeit in Indien für die Unesco.Foto: Lizzy Geble

Was man bei der Sprache merkt, macht sich auch in anderen Bereichen der Kulturen breit. Jeder der 28 Staaten hat verschiedene Traditionen, Bräuche und vor allem verschiedene Menschen. Je nördlicher man kommt, desto heller wird die Haut und je ähnlicher sind die Inder den Nepalis und Chinesen. Die Kulturen verstehen sich teilweise nicht untereinander und hier in Hyderabad treffen alle möglichen, verschiedenen Menschen zusammen. Man sieht aber, dass sich Gruppen aus den nationalen Bereichen zusammenschließen. (lizzy)

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    Seite 2: Zwischen Generation und Tradition in Indien
    Seite 3: Raus aus dem Regen, rein in die Kultur
    Seite 4: Riesiger Campus im Norden von Hyderabad
    Seite 5: Die Inder sind lernwillig und ehrgeizig
    Seite 6: Eine zeitlose Welt für Lizzy Geble in Indien

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Kommentare
10.01.2013
14:05
Durch Zufall in Indien - Studentin Lizzy Geble aus Hagen dreht Filme über die Menschen
von hwenk | #3

man muss doch viel durch geronnene machtverhältnisse erklären, in indien, gerade die sensationsheischenden angeblichen "grausamen" traditionen dürften selten "authentisch" sein,, indien ist weit über tausend jahrekolonilisiert gewesen, davon die letzte gut 300 jahre durch die briten und andere europäer. ich hätte verständnis, wenn bei denen beim anblick von westlern und arabern sofort hundert klappen fallen. die indische kultur hat unsere philosophie und rationlales denken einschliesslich psychologie vorwegenommen und wird aber als abergläubischer hintewrwäldesektenhaufen diffamiert. unser zahlensystem mit den bequemen (dezimalst)stellen kommt aus ALTindien. die römer hat ein weit schlrechteres, mit dem man kaum große zahlen rechen kann. die römer herrschen in gewisser weise bis heute - am frappantsten mit dem katholizismus. die seelenwanderungstheorie ist fast eine logisch zwingende evolutinstheorie a la darwin, weit realistischer als unser heuchelgeglaubtes paradis/hölle gespann.

1 Antwort
Durch Zufall in Indien - Studentin Lizzy Geble aus Hagen dreht Filme über die Menschen
von leiming | #3-1

Das "paradis/hölle gespann" dient auch heute noch als Machterhalt einer kriminellen Vereinigung mit Sitz in Rom.

06.01.2013
07:28
Indien - ???????
von leiming | #2

Ich wohne in China und sah vor einer Woche im Zusammenhang mit dem Vergewaltigungsprozess im Fernsehen einen Kurzfilm, der mich den Atem anhalten liess.

Ein feierlich gekleidedeter Mann goss feierlich Milch oder eine milchige Flüssigkeit in einen grossen tönernen Behälter. Dann kam er wieder ins Bild und trug ein Baby, eingehüllt in feierliche, weisse Kleider auf dem Arm, schritt mit ihm zu dem Behälter, und tauchte mit beiden Händen das Baby in die Flüssigkeit. Ich dachte an eine Taufe, aber er hielt das Kind so lange unter dem Flüssigkeitsspiegel bis es ertrunken war.

Das war ein geplanter Mord, feierlich verbrämt, an einem ungewollten, unschuldigen Mädchen. Vielleicht hat Frau Geble auch einmal die Gelegenheit eine solche Zermonie zu filmen.

Ich war entsetzt als ich das gesehen hatte und werde diese Bilder nicht mehr los. Indien, was bist du für ein Kulturland?

04.01.2013
00:06
Der obige Text ist auch an weiteren Stellen nicht wirklich sicher formuliert
von degree37celsius | #1

"Engagierte Hochzeiten sind daher noch Alltag."

Gemeint waren wohl "arrangierte Hochzeiten", also solche Ehen, welche - u.U. durch Vermittlung einer professionellen Ehestifterin - zwischen den Eltern des Brautpaares vereinbart wurden.

http://en.wikipedia.org/wiki/Arranged_marriage_in_the_Indian_subcontinent

Dieses Ehe-Konzept bedeutet keineswegs automatisch eine Zwangsheirat. Es handelt sich auch nicht lediglich um einen traditionellen Überrest, der etwa nur noch bei besonders rückständigen Bevölkerungskreisen stattfände.

Die illegale [!] Witwenverbrennung geschieht im Interesse der Familie der Frau. Diese errichtet zu deren posthumer Verehrung (Sati) am Verbrennungsort einen einnahmeträchtigen Pilgertempel.

Manche armen Familien verheiraten noch heute gegen Geldempfang ihre jungen ungebildeten Töchter zur Scheinehe an Tempelpriester. Für die Tempeleinnahmen arbeiten diese Frauen dann als verachtete Tempelprostituierte. Ohne (Aus-)Bildungsprogramme gibt es keine Ausstiegschance

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