Der Horror nach der Rocky-Horror-Show in Hagen
23.02.2013 | 17:45 Uhr 2013-02-23T17:45:00+0100
Hagen-Mitte. Einmal im Monat fegt die Rocky-Horror-Show über die Bühne im Hagener Stadtheater hinweg. Das Musical von Richard O’Brien verwandelt gut-bürgerliche Besucher in Reis werfende Spaß-Maschinen. Am Morgen danach sieht das Schauspielhaus aus wie nach einer Studenten-Party. Ein Horror für die Putzfrauen? Nein!
Die lachen! Kein Spaß: Die lachen wirklich. Sie stehen mitten im Desaster und freuen sich. Worüber? Darüber, dass sie „ihr“ Theater wieder hübsch machen dürfen. Wie sie es immer tun, am Morgen nach der Rocky-Horror-Show.
Mädels, wieso knallt ihr den Besen nicht einfach in die Ecke und werft die Brocken hin? Keiner wäre euch böse. Jeder könnte es verstehen. „Das würden wir nie tun, weil wir dieses Theater lieben. Wir gehören hier genauso dazu wie die Schauspieler. Und wir geben auch immer Vollgas“, sagt Cidalia Bento, die den Musen-Tempel seit über 15 Jahren sauber hält.
Einmal im Monat fegt die Rocky-Horror-Show über das Schauspielhaus hinweg. Das Musical von Richard O’Brien verwandelt gut-bürgerliche Theater-Gänger in Reis werfende Spaß-Maschinen. Breit gebaute Männer im Publikum tragen High-Heels und Strapse und jagen ihren Sitznachbarn mit rosafarbenen Wasserpistolen Bäche in die Ohren. Die Gattin schaltet in den Gaga-Modus und wickelt dem Herrn eine Sitzreihe vor ihr einen Turban aus Toilettenpapier. Der „Mädelsabend“ in der Reihe dahinter unterbricht den Erzähler in einer Tour mit „Boring-Rufen“.
Zuschauer darf im Theater die Sau rauslassen
Leben Spießer hier unterdrückte Neigungen aus? Nein, im Gegenteil: Der Spießer ist beim Theater-Einsauen gar nicht dabei. Das hier ist Kultur für Lebenslustige. So ist das in jedem Theater dieser Welt, das die „Rocky-Horror-Show“ zeigt. Der Zuschauer spielt mit und darf unter dem Deckmäntelchen des Theaterabends mal so richtig schön die Sau raus lassen.
Doch wenn die turmhoch stöckelnden Protagonisten in ihren Fummeln – die es nur in ganz wenige Schlafzimmer schaffen – die Bühne verlassen, sieht das Theater aus wie das dreckige Ende einer guten Studenten-Party. Dann fängt die Horror-Show doch erst richtig an, oder Mädels?
Nur mit Lebensmitteln wird nicht geschmissen
„Ach’ komm, um 9 Uhr sind wir hier fertig“, sagt Bozena Hohberg, übrigens auch schon 17 Jahre im Dienst. Sie duckt sich und verschwindet unter einer der vielen roten Sitzreihen. Der Sauger prustet tapfer vor sich hin. Saugend monoton, mit einem gelegentlichen Prickeln, wenn letzte Reiskörner in den Beutel jagen.
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10:56
Ich kann die Show jedem empfehlen, genauso wie die anderen Veranstaltungen des Hagener Theaters!
Man merkt, dass alle Beteiligten mit großem Engagement dabei sind, obwohl die Stadt Hagen dem Theater die Mittel arg zusammen gestrichen hat.
Aus diesem Grunde muss man sich für manche Veranstaltungen rechtzeitig Karten sichern, denn die Publikumsmagneten sind oft für die ganze Saison ausgebucht. Zur Zeit ist das "Flying to the moon", davor waren es die "Rocky Horror Show" und "Cabaret".
Nicht zu vergessen das Ballett ... und das Orchester ...
Schön, dass es noch kleine Theater mit solchen Angeboten gibt!
09:14
Am Morgen danach sieht das Schauspielhaus aus wie nach einer Studenten-Party...lol, hab in meiner Jugend ne Menge Studenten-Party´s gefeiert..aber weder waren da Stuhlreihen, noch sah es danach so schlimm aus, den Reis haben wir, wenn überhaupt, gekocht und gegessen, Toilettenpapier haben wir auch nicht verteilt..merkwürdeige Studenten scheint es heute zu geben...lol
07:26
Das war endlich mal ein Klasse-Bericht!
Kein übliches Gejammer und macht Spass, mal selbst die nächste Vorstellung im wahrsten Sinne des Wortes mitzumachen ohne Gedanken daran, wer den Mist wegräumen muss. Die guten Geister machen ihren Job gerne.
Toller Artikel über Menschen, denen Arbeit trotz aller Schwierigkeiten Spass macht!
00:01
Kann man ja noch Lasagne drunter mischen !
20:53
Man könnte den Reis doch auf fegen und an Bedürftige verteilen.
18:37
Wie gut, dass Reis NICHT zu Lebensmitteln zählt.....
18:37
Wie gut, dass Reis NICHT zu Lebensmitteln zählt.