Das süße Hobby boomt
11.01.2010 | 07:00 Uhr 2010-01-11T07:00:00+0100
Wer hätte nicht gerne ein eigenes Volk? Der Hagener Imkerverein macht's möglich. Doch egal, in wessen Garten der Stock mit dem Volk auch steht - die Königin ist immer eine Biene.
Wer Bienenhaltung gerne zu seinem Hobby machen möchte, der kann den Kurs „Imkerei für Anfänger” von Volkshochschule und Hagener Imkerverein besuchen, der am heutigen Dienstag mit einer Einführungsveranstaltung in der Villa Post beginnt. Einmal mehr wollen die Hagener Imker durch das Vermitteln von Theorie im Winter und Praxis im Frühjahr Nachwuchsarbeit leisten. Alle imkerlichen Arbeiten werden erläutert und direkt am Bienenvolk vertieft. Nach Abschluss kann ein Ablegerkasten mit einem kleinen Bienenvolk erworben werden.
Theorie und Praxis
- Der VHS-Kurs „Imkern für Anfänger” wird von Wilfried Heinrich und Thomas Friese geleleitet.
- Die fünf theoretischen Kurseinheiten finden jeweils dienstags ab 17.45 Uhr in der Villa Post statt. Sie beinhalten die Biologie, die Gesundheit und die Produkte der Bienen.
- Es schließen sich ab April vier praktische Einheiten in der Imkerei im Freilichtmuseum an.
- Die Kosten für die schriftlichen Arbeitsunterlagen sind in der Kursgebühr von 55 Euro enthalten.
Die Nachwuchsarbeit hat sich bereits im vergangenen Jahr ausgezahlt. „Es ist uns gelungen, die Anzahl der Hagener Imker auf nahezu 90 zu steigern. Das sah bis vor wenigen Jahren noch recht düster aus. Gerade mal 50 Hobbyimker hatten sich im Hagener Imkerverein den Honigbienen verschrieben - Tendenz stark fallend,” so Imker Thomas Friese. Dabei ist die Sorge um den Nachwuchs nur eine Seite der Vereinsarbeit. Die Gentechnik beobachten die Hagener Imker mit großer Sorge. „Unsere Bienen halten sich leider nicht an gesetzlich vorgegebene Abstandsregelungen, sie haben einen Flugradius von 3 bis 5 Kilometer und können keine gentechnisch veränderten Pflanzen von gentechnikfreien unterscheiden,“ erklärt Friese. Dabei möchten die Imker doch nur eines der letzten naturbelassenen Lebensmittel, echten Bienenhonig, den Kunden zum Verzehr anbieten. Doch dieses Ziel zu erreichen werde immer schwieriger, sollte der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen zum Alltag werden.
Seit mehr als 19 Jahren hat sich Thomas Friese den Bienen verschrieben. Und wie alle, die sich mit der Imkerei beschäftigen, blickt auch der Hobbyimker in der letzten Zeit sorgenvoll in Richtung USA. Denn dort zeichnet sich ein Bienen-Gau ab, der in einer ökologischen Katastrophe enden könnte. Ganze Bienenvölker verschwinden, kehren nicht mehr in den Stock zurück. „Die USA haben“, sagt Friese, „ungefähr ein Viertel ihres Bienenbestandes verloren. Ähnliches haben wir in 2002/2003 in Deutschland erlebt. Die Wissenschaft hat bisher keine exakte Ursache für das Bienensterben in Übersee ausmachen können. Manche vermuten, dass gentechnisch veränderte Pflanzen oder Mobilfunkstrahlen dahinter stecken könnten.”
Den knapp 270 Bienenvölkern des Hagener Imkervereins gehe es aber bislang bestens. Insgesamt 89 Imkerinnen und Imker kümmern sich in ihrer Freizeit um die Tiere. Und es werden entgegen dem allgemeinen Trend immer mehr. „Wir arbeiten fieberhaft daran, die Völkerzahl und die der Hobbyimker kontinuierlich zu vergrößern“, so Thomas Friese. Denn nur so sei die Bestäubung in der Region sichergestellt. Etwa 80 Prozent der blühenden Pflanzen sind auf Insekten angewiesen, woran die Honigbiene einen erheblichen Anteil hat.
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