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Sinfoniekonzert

"Botschaften" erreichten die Zuhörer

17.03.2010 | 18:23 Uhr

Hagen. „Botschaften” überbrachte das Philharmonische Orchester Hagen am Dienstagabend dem Publikum des siebten Sinfoniekonzerts. Versteht sich von selbst, dass diese völlig unterschiedlicher Art waren.

In kleiner Besetzung und ungewohnt dezent für den Auftakt begann der Abend mit einem Klassiker: Berühmt ist die „Abschiedssinfonie” in fis-moll von Joseph Haydn aber nicht nur aus musikalischen Gründen, sondern vor allem wegen eines genialen Einfalls des österreichischen Komponisten. Damit der Fürst, in dessen Diensten er stand, ihm und seinen Musikern die Heimfahrt erlaubte, ließ er seine Komposition enden indem ein Musiker nach dem anderen aufhört zu spielen und den Raum verlässt. Ein Effekt, der bis heute seine Wirkung nicht verfehlt. So zeigte sich das Publikum am Dienstagabend sichtlich amüsiert, als schließlich sogar GMD Florian Ludwig noch vor den zwei letzten Geigen von der Bühne abtrat. Im Stück selbst fiel vor allem der Anfang des vierten Satzes auf, in dem das rasante Tempo hohe Ansprüche an das Orchester stellte.

Im Anschluss stand zum ersten Mal ein Werk des diesjährigen Komponisten für Hagen, Detlev Glanert, auf dem Spielplan. Zu seiner „Musik für Violine und Orchester”, die ihre Hagener Uraufführung feierte, inspirierten ihn Teile aus Rainer Maria Rilkes „Sonetten an Orpheus". Das Stück unterschied sich nicht nur in der ungleich größeren Besetzung stark von Haydns Sinfonie. Dissonanzen und Detailreichtum machten den einen Teil der zeitgenössischen Komposition aus, vor allem aber eine unkonventionelle Solovioline: Antje Weithaas erstaunte mit einem im positiven Sinne verrückten Geigenpart, für dessen Interpretation Glanert sich persönlich bedankte. Bei den Sinfoniekonzerten im April und Juni sind zwei weitere seiner Kompositionen zu hören.

Mit Ludwig van Beethovens „Pastorale” endete der Abend nach der Pause mit einem Werk von zeitloser Schönheit. Die von den Philharmonikern beseelt gespielten fünf Sätze benötigten kaum musikalisch große Gesten, um beim Publikum großen Anklang zu finden. Nur im passend „Gewitter und Sturm” benannten Allegro mit Pauken und lauten Bläsern wurde der insgesamt helle, harmonische Charakter des Stückes kontrastiert. Ansonsten verströmten verträumte Legatos und die Soloteile der Flöte eine eher frühlingshafte Atmosphäre. Denn Beethoven thematisiert die Eindrücke eines Stadtmenschen in der Natur - auch dies eine Botschaft, die beim Publikum ankam.

Jana Fischer

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