Das aktuelle Wetter Hagen 26°C
Wirtschaft

Bei SinnLeffers in Bathey bleiben Lichter an

04.01.2013 | 18:10 Uhr
Bei SinnLeffers in Bathey bleiben Lichter an
Der Unternehmer Gerhard Wöhrl wird neuer Eigentümer des Modehandelsunternehmen Sinn-Leffers.Foto: Kleinrensing

Bathey.  Das Hagener Modehausunternehmen Sinn-Leffers wird an die Nürnberger Wöhrl-Gruppe verkauft, bleibt aber als eigenständige Firma und Marke erhalten. Welche Auswirkungen der Verkauf auf die Hauptverwaltung in Bathey haben wird, muss sich zeigen.

Viele der 120 Beschäftigten in der SinnLeffers-Zentrale gingen am Freitag mit einem mulmigen Gefühl in die kurzfristig anberaumte Belegschaftsversammlung, fürchteten sie aufgrund der zuvor lancierten Meldungen über einen Verkauf des Unternehmens doch um ihren Arbeitsplatz. „Die Stimmung war emotional aufgeladen“, gab Geschäftsführer Karsten Oberheide (45) seine Eindrücke wieder und versuchte, die ärgsten Sorgen zu vertreiben: „Hier in Bathey werden nicht die Lichter ausgehen.“

Fakt ist: Sinn-Leffers , mit 22 Filialen einer der führenden deutschen Modehausbetreiber im gehobenen Segment und erst vor vier Jahren verschlankt und gestärkt aus einer Insolvenz auferstanden, erhält einen neuen Eigentümer. Die Nürnberger Unternehmensgruppe Wöhrl wird – vorbehaltlich der Zustimmung des Kartellamtes – die Sinn-Leffers-Anteile von der Deutschen Industrie-Holding (DIH), einer Beteiligungsgesellschaft aus Frankfurt, übernehmen.

„Sinn-Leffers wird eigenständig bleiben“

Die beiden eta­blierten Marken Sinn-Leffers und Wöhrl werden sich zukünftig unter dem Dach einer GmbH im Besitz der Familie Wöhrl tummeln. „Sinn-Leffers wird also eigenständig bleiben, wir werden auch alle Standorte erhalten“, versprach Seniorchef Gerhard Wöhrl (68), der die Zusammenführung mit der Kooperation der Elek­tronik-Giganten Saturn und Media-Markt verglich, die ja unter dem Dach der Metro-Gruppe selbstverantwortlich agierten.

Hintergrund
Wöhrl beschäftigt 2000 Mitarbeiter
Wöhrl beschäftigt 2000 Mitarbeiter
  • Die Wöhrl Unternehmensgruppe beschäftigt über 2000 Mitarbeiter an 38 Standorten in Baden Württemberg, Bayern, Berlin, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Der Jahresumsatz liegt bei mehr als 300 Millionen Euro. Wöhrl steht für eine über Jahrzehnte hinweg gewachsene Unternehmenskultur.
  • SinnLeffers betreibt bundesweit Modehäuser mit Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen und erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von über 300 Millionen Euro. Die DIH hatte das Unternehmen 2005 als Sanierungsfall von der KarstadtQuelle AG erworben. Durch eine Neupositionierung und Bereinigung des Filialportfolios ist es den Eigentümern gemeinsam mit den rund 2.000 Mitarbeitern gelungen, SinnLeffers wieder profitabel aufzustellen und an seinen 22 Standorten zu stärken.
  • Die DIH – Deutsche Industrie-Holding ist ein von Banken und Industrie unabhängiges Beteiligungsunternehmen. Sie agiert mit eigenem Kapital und bringt sich längerfristig und aktiv in ihre Investments ein.

Sinn-Leffers wird seine Steuern also weiterhin in Hagen zahlen, wenngleich über die Zukunft der Hauptverwaltung das letzte Wort nicht gesprochen ist. In Kürze sollen Gespräche aufgenommen werden, inwieweit die Batheyer Geschäftsstelle der traditionsreichen Modefirma in die neue Struktur eingebunden werden kann.

Sinn-Leffers soll sich selbst tragen können

Wenn Sinn-Leffers von Hagen aus weiterhin Geldfluss und Gewinne erwirtschafte, seien keine gravierenden Einschnitte geplant, ließ Gerhard Wöhrl durchblicken: „Mögliche Veränderungen hängen davon ab, wie sich Sinn-Leffers am Markt behauptet.“ Er verlange „leichte Steigerungen“ im Umsatz und dass das Unternehmen so viel Geld verdiene, dass es sich selbst erhalten könne: „Eine Stagnation über mehrere Jahre wäre nicht hinzunehmen.“

Während sich Betriebsratschef Udo Saczinski nicht zu dem Verkauf äußern wollte, kritisierte Monika Grothe von der Gewerkschaft Verdi, die Arbeitnehmer in Aufsichtsrat und Beirat von Sinn-Leffers hätten die Transaktion „mit Befremden“ zur Kenntnis genommen. Bei Wöhrl existiere keine Tarifbindung für den Einzelhandel. Daher werde man sehr genau beobachten, dass die Arbeitnehmer bei Sinn-Leffers zu gleichen Konditionen wie bisher weiterbeschäftigt würden.

Ein neues Modehaus in der Hagener Innenstadt wird Sinn-Leffers zumindest in diesem Jahr nicht mehr eröffnen. In die Rathaus-Galerie werde man definitiv nicht einziehen, die Verhandlungen mit dem Investor Gedo hätten zu keinem Ergebnis geführt, erklärte Oberheide. Offenbar konnten sich beide Seiten nicht über den Mietpreis einigen. Allerdings gebe es Gespräche mit einem anderen Hausbesitzer in der Fußgängerzone, so der Geschäftsführer. Sollten sich diese erfolgreich gestalten, werde es auch wieder eine Sinn-Leffers-Filiale in der Volme­stadt geben.

Von Hubertus Heuel


Kommentare
05.01.2013
16:41
Bei SinnLeffers in Bathey bleiben Lichter an
von mensch05 | #3

Eine Sinn-Leffers Filiale in der Hagener Innenstadt und nicht in der Rathaus Galerie wäre eine gute Entscheidung. Erstens gibt es genügend Leerstand und zweitens ist ein Sinn-Leffers Geschäft eine Instanz für sich. Eine Modekette, die in Hagen ihren Verwaltungssitz, bzw. ihre Wurzeln hat, muss sich präsent mit eigenem Haus in der Fußgängerzone zeigen. Zudem wäre ein Ausbluten der restlichen Fußgängerzone dadurch reduziert.

05.01.2013
12:05
Bei SinnLeffers in Bathey bleiben Lichter an
von Susan2012 | #2

Synergie-Effekte solcher Zusammenschlüsse sind zu nutzen, d.h. Verwaltungen werden zusammengelegt und dabei ist es egal, ob die unter dem alten Namen weiterfirmieren oder nicht. Es geht darum die Kosten zu senken und warum bitte braucht es da wohl zwei Verwaltungen an zwei Standorten. Natürlich wird das niemand jetzt so laut sagen, aber das dürfte doch wohl jedem klar sein, das die Tage für die Verwaltung in Hagen gezählt sind. Denen, die was taugen wird man lukrative Angebote zum Wechsel in die Zentrale machen, denen die nix taugen wird man Abfindungen zahlen, das ist doch längst durchkalkuliert und eingerechnet.

04.01.2013
18:30
Bei Sinn-Leffers in Bathey bleiben Lichter an
von altesholz | #1

die selber gut gepolsterten und abgesicherten gewerkschaftsvertreter werden es schon wieder schaffen, dass der standort hagen aufgegeben wird und es bei sinn zu entlassungen kommt. fordern, fordern und nochmals fordern, das kennen wir ja.

Aus dem Ressort
Hilfe für Berufsrückkehrer in speziellen Familiensituationen
Arbeitsmarkt
Alleinerziehend und damit perspektivlos auf dem Weg in die Berufswelt? „Absolut nicht“, widerspricht Jeanette Wölling vehement. Sie arbeitet beim Hagener Jobcenter seit knapp einem Jahr als Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA).
Mahngericht über ein Jahr nach Hagelsturm wieder in Hagen
Justiz
Das größte zentrale Mahngericht Deutschlands befindet sich in Hagen. Doch mehr als ein Jahr lang konnten die rund 150 Mitarbeiter nicht in ihrem angestammten Domizil an der Hagener Straße 145 arbeiten. Grund waren die massiven Beschädigung nach dem großen Hagelsturm vom Juni 2013.
Mehr Leben, seit Erlen und Eschen das Kommando haben
Naturschutz
In unserer Sommerserie stellen wir die Hagener Naturschutzgebiete vor. Heute ist das Funckentaler Bachtal an der Reihe. Ein Kleinod, das schon bald erweitert werden könnte.
74-jähriger Hagener arbeitet sich in die Streetart-Szene ein
Fotografie
Man traut es ihm auf den ersten Blick einfach nicht zu: Mit 74 Lebensjahren hat sich Peter Beuker der Streetart-Kunst verschrieben. Mit seinem Fotoapparat dokumentiert er allerorten gesprühte Motive, die ihn faszinieren. Demnächst beteiligt er sich sogar an einer Ausstellung in der Kooperative K.
Kurz vor Erreichen des Nachttresors Einnahmen geraubt
Polizei
Dem Angestellten eines Restaurants in der Innenstadt sind in der Nacht zu Samstag die Tageseinnahmen geraubt worden, die er zum Nachttresor der Sparkasse bringen wollte. Der junge Mann wurde massiv attackiert. Nach dem flüchtigen Täter wird nun gesucht.
Fotos und Videos
Sportler fliegen durch die Luft
Bildgalerie
Wrestling
Pkw prallte gegen Baum
Bildgalerie
Feuerwehr
Busbrand auf der A1 gelöscht
Bildgalerie
Feuerwehr
Teams bei der Streetbob-WM
Bildgalerie
Streetbob-WM