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Passanten grundlos angepöbelt und geschlagen

31.07.2012 | 18:41 Uhr
Passanten grundlos angepöbelt und geschlagen

Essen. Sein schlaksiger Gang fiel auf. Aber sonst wies wohl nichts darauf hin, dass der 30-jährige Gladbecker unvermittelt Passanten beschimpfte und zu Boden schlug. Seit Dienstag prüft das Landgericht Essen, ob der unter Betreuung stehende Mann in der geschlossenen Psychiatrie untergebracht werden soll.

Die Antragsschrift der Staatsanwaltschaft liest sich wie das Drehbuch eines schlechten Krimis. Der Zweckeler, der schon seit längerer Zeit psychiatrisch behandelt wird, soll sich seine Opfer wahllos ausgesucht haben. Streit oder eine Auseinandersetzung gab es vor den Taten im Bereich der City wohl nicht. Am 12. Januar begannen die Attacken laut Staatsanwaltschaft: Um 11.30 Uhr begegnet er auf einem Fußweg einem Mann, stößt diesen grundlos zu Boden.

Zehn Tage später, um 17 Uhr, soll er es bei verbalen Angriffen belassen haben. Als „alte Sau“ und „deutscher Schweinefresser“ soll der Türke einen Mann beleidigt haben. Das Maß der Gewalt steigert sich: Am 14. Februar begegnet er um zehn Uhr einer 58-Jährigen auf der Horster Straße. Eine Chance zur Abwehr hat sie nicht. Schon landet seine Faust in ihrem Gesicht, bricht ihr das Nasenbein. Sie geht zu Boden. „Er lief danach ganz normal weiter“, erinnert die Frau sich. Noch heute hat sie Angst. „Er hatte so hasserfüllte Augen.“ Schließlich die Tat vom 18. Februar um 18.30 Uhr, da soll er einer Frau einen Stein auf den Oberarm geworfen haben.

Nach einem Geständnis klingen seine Worte vor der XVI. Strafkammer nicht. „Ich kenne keinen von denen“, sagt er, nachdem die Zeugen ausgesagt haben. Und fügt hinzu: „So ein Typ bin ich nicht, so mit Steine werfen und so.“

Beim psychiatrischen Gutachter Dieter Oswald hatte er auch erzählt, er sei ein guter Mensch. Ganz normal sei er aufgewachsen. In der Schule hatte er allerdings Schwierigkeiten. Nachdem er die Sonderschule mit einem Abgangszeugnis verließ, hat er bis heute nur wenig gearbeitet. Auf seine Familie ist er schlecht zu sprechen, sie sei nicht gut für ihn.

Seine Mutter, die seine gesetzliche Betreuerin ist, und seine Schwester schütteln mehrfach den Kopf. Seine Angaben stimmen nicht, signalisieren sie.

Seit langer Zeit leidet er wohl an einer paranoid-halluzinatorischen Psychose. Erzählt habe er auch mal, dass innere Stimmen ihm die Attacken befehlen, weiß der Psychiater. Angeblich hat der 30-Jährige eine längere Drogenkarriere hinter sich. Das dementiert er aber. Nur „Gras“, also Cannabis, habe er geraucht. Wenn in den Akten etwas anderes stünde, dann liege das daran, dass er Türke sei. Der Prozess wird am 14. August fortgesetzt.

Stefan Wette

Kommentare
31.07.2012
21:00
Passanten grundlos angepöbelt und geschlagen
von digedag999 | #2

wetten, dass der in die Psychiatrie kommt und dann die üblichen Pöbler in diesem Forum wieder schreien, der hätte ja gar keine Strafe bekommen und so...
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3 Antworten
Passanten grundlos angepöbelt und geschlagen
von joergel | #2-1

Dafür kenne ich als geheilt aus der Psychiatrie entlassene, die am nächsten Tag erneut Straftaten begangen haben...

Passanten grundlos angepöbelt und geschlagen
von digedag999 | #2-2

wieviele denn? alle persönlich und mit Namen oder aus dem Fernsehen bzw. der Zeitung?

Passanten grundlos angepöbelt und geschlagen
von joergel | #2-3

Es gibt Leute, die haben beruflich damit zu tun...

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2012-07-31 18:41
Gladbeck