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Unwissenheit gepaart mit Unmut bei den Ehrenamtlichen

14.04.2010 | 17:43 Uhr
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Unwissenheit gepaart mit Unmut bei den Ehrenamtlichen

Selbst gemeinnützige Vereine müssen unter Umständen Steuern zahlen. Die Änderung des Steuerrechts im Vereinswesen verursachte Sorgen und Verwirrung unter den Vorstandsmitgliedern der ortsansässigen Vereine.

Landtagsabgeordneter Hubertus Kramer lud am Dienstagabend die Vorstände zu einem Informationsabend in die „Alte Redaktion”, um Fragen direkt und fachkundig klären zu lassen. Die Steuerfachberater Silvia Nin und Hartmann Gockeln standen den Vorstandsvorsitzenden und Kassenwarten von Sportvereinen, Fördervereinen und Kirmesgruppen Rede und Antwort.

Anlass für die Zusammenkunft war eine Initiative des Kirmesvereins. Die Kirmesgruppen erhielten ein Schreiben vom Finanzamt, das auf die Änderungen im Steuerrecht verwies. „Das zahlreiche Erscheinen zeigt, wie viel Ehrenamt hier in der Umgebung besteht, aber auch die allgemeine Verunsicherung”, sagte Hubertus Kramer. Zum einen sollten die Vereine an diesem Abend sensibilisiert werden, zum anderen sollte Aufklärung darüber gegeben werden, was in den Vereinen, laut Aussagen der Landesbehörden, geändert werden muss. Denn vielen Vereinen werde heutzutage Steuerhinterziehung vorgeworfen.

Dabei ist es in der Regel Unwissenheit, die zu Problemen mit den Finanzbehörden führt. Silvia Nin gab eine Aufstellung darüber, wie die Finanzen den jeweiligen Tätigkeitsbereichen zuzuordnen sind bzw. welche Bereiche steuerpflichtig werden und unter den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb fallen. Gerade hier bestand für viele Gäste Klärungsbedarf. „Wann ist Werbung steuerpflichtig?” oder „Wie läuft es mit der Mittelverwendung und Rücklagenbildung?”, waren nur einige der Anmerkungen. Für viele Zuhörer galten abgabepflichtige Finanzangelegenheiten zu den steuerfreien Sätzen. Hier gilt es für gemeinnützige Vereine besonders aufmerksam zu sein, da sie, trotz Vergünstigungen, in bestimmten Situationen steuerpflichtig sind.

Zusätzlich zu der bisher erforderlichen Vermögenstabelle, die detaillierte Angaben über Einnahmen und Ausgaben des Vereins macht, ist nun noch ein genauer Tätigkeitsbericht erforderlich. Jeder Vorstand muss in Zukunft darauf achten, welche Einnahmen und Ausgaben in welchen Bereich gehören. Das Finanzamt will so sicherstellen, dass Steuervergünstigungen berechtigt sind.

Gerade bei diesen steuerlichen Angelegenheiten, die schon im privaten Bereich unangenehm sind, machte sich zuweilen Unmut und Unverständnis unter den Gästen breit.

Es sei viel Arbeit, einen Verein zu leiten und häufig unmöglich, genaue Kenntnis über alle (rechtlichen) Abläufe zu besitzen. Gerade deswegen sei es schwierig, fachkundiges und ehrenamtlich arbeitendes Personal zu finden. Umso unverständlicher erscheinen den Vereinen somit die neuen Anforderungen der Finanzämter.

Caroline Schuttkowski

Kommentare
15.04.2010
10:06
Unwissenheit gepaart mit Unmut bei den Ehrenamtlichen
von Dipl. Betriebswirtin Silvia Nin Steuerberaterin | #1

Liebe Redaktion,

da ich den Vortrag am Dienstag gehalten habe, bin ich doch sehr enttäuscht, dass ihr Artikel inhaltlich schwere Mängel aufweist.
Ein Steuerfachberater gibt es so einen überhaupt? war an diesem Abend nicht anwesend !
Es waren die Steuerberaterin Silvia Nin und der Steuerberater Hartmann Gockeln Vorort.
Doch das ist es nicht, was ich anmerken möchte, sondern:

Das Vereinssteuerrecht hat sich nicht geändert !, es ist nicht neu !

Dies wurde an dem Informationsabend extra hervorgehoben ! Lediglich einige Finanzbehörden wenden das -bestehende- Vereinsbesteuerungsrecht sehr restriktiv an und beachten nicht, das hier ehrenamtlich Tätige sind, die nach bestem Wissen und Gewissen die Organisation ihrer Vereine und die in diesem Zusammenhang stehenden steuerlichen Pflichten erfüllen.
Es besteht ein großes -Wissen- der Vereinsvorstände, jedoch sind die steuergesetzlichen Bestimmungen derart diffizil, dass es einem Steuerlaien oft schwer fällt, selbst beim Lesen von Steuergesetzen diese zu verstehen.

Als Resumee des Abends wurde indes gefordert, dass die Finanzbehörden bei ihren Maßnahmen Augenmaß walten lassen mögen. Es kann nicht sein, dass Vereinen, durch restriktives Verhalten seitens der Behörden, die ehrenamtlich tätigen Vorstände ausgehen. Betrachtet man die Haftungstatbestände, die Anforderungen durch das bestehende Steuerrecht der ehrenamtlich und unentgeltlich tätigen Vereinsvorstände ist es nicht verwunderlich, dass hier die Arbeit im Ehrenamt immer unattraktiver wird, bedauerlicher Weise wie ich finde !
Es geht um Gemeinnützigkeit und ich möchte behaupten, dass dieses Wort es auf den Punkt bringt.

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