Sachverständiger Udo Vaupel referiert bei Haus + Grund
10.03.2010 | 18:04 Uhr 2010-03-10T18:04:00+0100
Es werde ein trockener Stoff, warnte der Referent, „deshalb habe ich hier auch ein Glas Wasser stehen”.
Der vereidigte Sachverständige Udo Vaupel erläuterte auf der Jahreshauptversammlung des Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümervereins Gevelsberg, Ennepetal und Breckerfeld die aktuelle Energieeinsparverordnung, kurz EnEV 2009. Eineinhalb Stunden später waren die zahlreichen Zuhörer im Haus Ennepetal wesentlich schlauer - er fühle sich gut informiert, aber auch, gestand der Vorsitzende Gerd Westermann, „irgendwie erschlagen”.
Die EnEV ist ein weites Feld. Sie schreibt vor, was bei Neubauten - aber auch etwa bei Dachgeschossausbau und Gebäudesanierung - an energetischen Mindeststandards zu beachten ist. Und was der Hauseigentümer „tun muss, wenn er eigentlich gar nichts tun will”, so Vaupel. Da sind vor allem zwei Punkte zu nennen: Heizkessel, die vor dem 1. Oktober 1978 eingebaut wurden, dürfen nicht mehr betrieben werden, und die oberste Geschossdecke über beheizten Räumen muss gedämmt sein.
Man solle „nicht nur zähneknirschend das heute Nötigste machen”, empfahl Vaupel, denn die nächste Energieeinsparverordnung komme bestimmt - und zwar schon 2011. Mit geringem finanziellen Mehraufwand, wie dem Einbau neuer Fenster oder der Außenwanddämmung, könnten heute gültige EnEV-Forderungen übertroffen werden. „Wenn wir sowieso etwas tun müssen, dann auch gründlich”, sagte Vaupel. Es empfehle sich, beispielsweise, auch die nicht vorgeschriebene Kellerdeckendämmung. Und schließlich sei ein renoviertes Objekt mit hohem Wohnwert bei Mietern gefragter als ein in der Kaltmiete billiger Altbau mit hohen Nebenkosten.
Für viele Maßnahmen gebe es günstige Darlehen und direkte Zuschüsse der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), in den örtlichen Geldinstituten könne man sich dazu beraten lassen. Die Gesamtkosten solcher energetischer Maßnahmen (abzüglich des Instandsetzungsanteils) seien zudem auf die Mieter umlegbare Modernisierungskosten.
Vaupel, selbst Bauunternehmer, meinte, es sollte selbstverständlich sein, mit den Arbeiten eine Fachfirma zu beauftragen. Und: Zu den durchgeführten Maßnahmen solle der Bauherr unbedingt eine Unternehmererklärung einfordern.
Zu Beginn der Jahreshauptversammlung wurden dem 1. Vorsitzenden Gerd Westermann, Kassiererin Astrid Westermann und Beisitzer Werner Bloemer erneut das Vertrauen ausgesprochen. Der 2. Vorsitzende, Rechtsanwalt und Notar Wolfgang Hermes, gab einen kurzen Überblick zu den Beratungsschwerpunkten der letzten zehn Monate.
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