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Großübung der Feuerwehr Gevelsberg im Engelbert-Tunnel

Gespenstisches Szenario: Massenkarambolage mit 15 Verletzten

25.11.2007 | 16:12 Uhr
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Gespenstisches Szenario: Massenkarambolage mit 15 Verletzten

Gevelsberg. Das Szenario war gespenstisch: Mitten im neuen Engelbert-Tunnel in Gevelsberg hatten sich sechs Pkw ineinander verkeilt. Menschen lagen auf dem Boden und in den Autos, eine Beifahrerin war aus der Windschutzscheibe geschleudert worden. Personen liefen unter Schock in Richtung Westportal. Und überall war Rauch.

Der Alarm kam um Punkt 16 Uhr: „Schwerer Verkehrsunfall im mittleren Bereich des Engelbert-Tunnels” hieß die Meldung, aufgrund derer die Kreisleitstelle die Feuerwehr Gevelsberg alarmierte. Schon nach wenigen Minuten trafen die ersten Feuerwehr-Fahrzeuge an beiden Portalen des Tunnels ein.

Ein Opfer war durch die Windschutzscheibe geschleudert worden. WR-Bild: Volker Speckenwirth.

Mit einer realitätsnahen Großübung bereitete sich die Feuerwehr Gevelsberg auf die bevorstehende Tunneleröffnung und eine damit verbundene potenzielle Einsatzlage vor. Die hauptamtlichen Kräfte sowie alle drei Löschzüge – insgesamt 78 Wehrleute – waren beteiligt, darüber hinaus ein 23-köpfiges Team der Johanniter Unfall-Hilfe (JUH). „Wir wollen unter anderem sehen, wie die Anfahrt funktioniert und wie wir die verletzten Personen aus dem Tunnel herausbekommen”, erläuterte Stadtbrandmeister Rüdiger Schäfer.

Sein Stellvertreter Rüdiger Kaiser übernahm die Leitung des schwierigen Einsatzes. Aufgrund der starken Rauchentwicklung aus einem brennenden Motor konnten die Wehrleute nicht an die Unfallstelle, die etwa in der Mitte des 540 Meter langen Tunnels lag, heranfahren. Zwei Feuerwehrmänner machten sich vom Westportal am Timpen aus unter Atemschutz zu Fuß auf den Weg, um den Einsatzort zu erkunden. Sie forderten sofort Verstärkung an. Weitere Trupps rückten mit Tragen und Fluchthauben für die Verletzten nach. Erste Verletzte wurden auf Tragennach draußen gebracht – eine extreme körperliche Belastung mit Atemschutzgerät.

Johanniter versorgten die Verletzten

Die Verletzten wurden an der unteren Elberfelder Straße abgelegt. WR-Bild: Volker Speckenwirth.

Die Einsatzleitung teilte den Einsatzort in drei Abschnitte ein: In Abschnitt 1 hieß die Aufgabe Rettung Verletzter und die Brandbekämpfung, in Abschnitt 2 ging es um die technische Rettung der Eingeklemmten, in Abschnitt 3 wurden Verletztenablage und -sammelstelle eingerichtet.

Schnell war der Motorbrand mit Hilfe der Löscheinrichtungen im Tunnel gelöscht, die nun eingeschaltete Lüftung sorgte für schnellen Rauchabzug. Anschließend konnten weitere Wehrleute auch ohne Atemschutz arbeiten und technisches Hilfsgerät heranholen, um die Eingeklemmten zu bergen.

Während im Tunnel die Wehrleute Schwerstarbeit leisteten, richtete die JUH einen Verletztenablageplatz und eine Sammelstelle an der unteren Elberfelder Straße ein. Ein Zelt bauten die Rettungskräfte dort auf, Sanitäter und Notärzte kümmerten sich darin um die Verletzten. Fünf in ihren Pkw eingeklemmte Verletzte, sechs im Bereich des Unfallortes auf der Straße, drei die in Richtung Westportal gelaufen waren sowie ein verletztes Kind waren während des Einsatzes zu bergen und versorgen.

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Zahlreiche Beobachter

Zahlreiche Beobachter interessierten sich für die Großübung:

Neben Bürgermeister Claus Jacobi und Vertretern aus Politik und Verwaltung sowie von Straßen.NRW waren Gevelsbergs Polizeichef Robert Witte, Kreisbrandmeister Rolf-Erich Rehm, der ärztliche Leiter des EN-Rettungsdienstes, Dr. Peter Stahlberg, Vertreter der Wehren Schwelm und Ennepetal und von DRK und THW vor Ort.

Der Eröffnung des Tunnels am kommenden Freitag steht nach der erfolgreichen Übung nun nichts mehr im Weg.

Um 16.45 Uhr wurde das Ende des Einsatzes für die rund 120 Beteiligten ausgerufen. Stadtbrandmeister Rüdiger Schäfer zeigte sich anschließend zufrieden mit dem Ablauf. Man sei sehr schnell zur ersten Rettung vor Ort gewesen und habe die Verletzten relativ schnell und sicher aus dem Tunnel gebracht. Ganz reibungslos verlief die Übung aber nicht. So habe es bei einer Verletzten zu lange gedauert, bis sie betreut wurde zudem müsse man das Funkkonzept noch einmal überprüfen. „Wir hatten einige Schwierigkeiten mit dem Tunnelfunk”, sagte der Stadtbrandmeister. Insgesamt habe sich aber gezeigt, so Schäfer, dass die Wehr gerüstet sei, eine solche Lage, „die wir hoffentlich nie bekommen”, in den Griff zu kriegen.

Schäfer hob die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW hervor und dankte der JUH, die neben den Einsatzkräften auch die hervorragend schauspielernden Verletztendarsteller gestellt hatte.

Hartmut Breyer

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