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„Brigade”-Anführer ins Gefängnis

05.02.2010 | 18:40 Uhr

Gevelsberg. „Ja, ich war sowas wie ein Anführer der Gevelsberger Brigade, aber die existiert nicht mehr”, erklärte ein 23-jähriger Angeklagter vor dem Schwelmer Strafgericht und sagte, nach der politischen Einstellung gefragt: „Ich habe ein normales, deutsches, nationales Denken.”

Die „Gevelsberger Brigade” sorgte für Schlagzeilen und für Besorgnis beim FSV Gevelsberg. Die personell zwar kleine, aber gewaltbereite Gruppe gab sich als „Fußball-Ultra-Fan-Club”, besuchte zunächst Spiele der 1. Mannschaft des FSV im Stefansbachtal, und tauchte dann sogar bei Jugendspielen auf.

Nun waren es brutale Taten des „Ex-Anführers”, der bis 2012 Stadionverbot in Deutschland von der 1. bis zur 4. Liga erhalten hat, mit denen Richterin Bode sich auseinandersetzen musste.

Im November 2008 verfolgte er einen 19- und einen 22-Jährigen vom „Pub18” aus bis in den Hausflur zum Wohnhaus eines der beiden an der Rosendahler Straße. Sie hatten eine andere politische Auffassung. Nach Beschimpfungen mit Nazi-Parolen schlug und trat er auf die Opfer ein und verletzte sie erheblich. Er verabschiedete sich mit dem „Hitlergruß”. Er sei ziemlich „besoffen gewesen”, meinte der Angeklagte, den „Arm gehoben” habe er aber nicht.

Vermieter mit Revolver bedroht

Im März vergangenen Jahres die nächste Tat. Seinem Vermieter, bei dem er Schulden hatte, hielt er fuchtelnd in einem Haus an der Wittener Straße einen Revolver in Richtung Gesicht. „Sieh, was dir passieren kann”, habe er gedroht. Der 50-jährige Vermieter: „Zudem standen vor der Tür vier seiner Brigade-Kämpfer.” Der Angeklagte bestritt den Vorwurf.

Dritte Tat: 20. Juni. Unangemeldet tauchte der Gevelsberger auf einer Garten-Party in Ennepetal auf. Auch hier gab es am Ende „Stress”. Reichlich Alkohol, reichlich Provokationen; der Angeklagte griff letztlich zu einem Baseball-Schläger und schlug damit die Scheiben einer Telefonzelle an der Milsper Straße ein. Doch auch vor anderen Partygästen habe er nicht Halt gemacht, dort brutal mit der Keule auf Köpfe eingeschlagen.

Vierte Tat im Juli: Auf dem Vendômer Platz beschimpftete er einen Polizisten. „Ich hab mich entschuldigt, ich kenn ja alle Polizisten.”

Nach mehreren Verhandlungstagen und einem Dutzend Zeugen kam das Gericht zum Urteil: Eineinhalb Jahre Gefängnis für den einschlägig unter Bewährung stehenden Gevelsberger.

André Eggert

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