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Spontane Abend-Demos gegen Israels Nahost-Politik im Ruhrgebiet

Spontane Abend-Demos gegen Israels Nahost-Politik im Revier

Während es in Essen am Freitagabend ruhig blieb, begleitete die Polizei in Gelsenkirchen mit großem Aufgebot eine Demo gegen Israels Nahost-Politik durch die City. 200 Menschen waren wie am Vortag in Essen einem Aufruf über Facebook gefolgt. Weitere Spontan-Demos gab es auch in Bochum und Gladbeck.

Gelsenkirchen. 

“Insgesamt friedlich“ – so das letztlich positive Fazit der Gelsenkirchener Polizei nach einer spontanen Demonstration gegen die Nahostpolitik Israels in der Innenstadt am Freitagabend. Nach einem Aufruf bei Facebook hatten gegen 23 Uhr rund 200 Protestanten zu einer Kundgebung versammelt. Unterstützt durch Einsatzkräfte aus den Nachbarstädten begleitete die Gelsenkirchener Polizei nach einem sogenannten Kooperationsgespräch mit dem Veranstaltungsleiter den Marsch bis in den Stadtteil Bismarck. Dort endete die Demo in Höhe der Bickernstraße mit einer Abschlusskundgebung gegen 1 Uhr am frühen Samstagmorgen. Nach Angaben der Polizei zündeten Demonstranten am Rande des Zuges Pyrotechnik. Verletzte gab es dadurch nicht.

In die Nachbarstadt ausgewichen?

Pikant: In der Nachbarstadt Essen hatte sich die Polizei mit einem großen Aufgebot auf eine Spontan-Demo am Freitagabend vorbereitet, nachdem dort bereits am Donnerstagabend rund 100 Demonstranten einem ebenfalls spontanen Aufruf über Facebook gefolgt waren. Die Teilnehmer waren dabei mit anti-israelischen Parolen auch an der Alten Synagoge in der Innenstadt vorbei gezogen. Weitere Aktionen wurden seitens der Demonstranten gegenüber der Polizei in Essen angekündigt – blieben dort aber am Freitag aus. Die Gelsenkirchener Polizei schließt nicht aus, dass die Protest-Gruppe am gleichen Tag einfach in die Nachbarstadt ausgewichen ist.

Zwischen 30 und 120 Menschen mit Bezug zum arabischen Raum haben am Freitagabend auch in Bochum um 22.45 Uhr spontan eine Demo in Bochum veranstaltet. Das Motto lautete: „Für den Frieden. Gegen Israel.“ Das teilte die Polizei am Sonntag auf Anfrage mit. Der offenbar nicht vorher der Polizei gemeldete Demozug startete am Willy-Brandt-Platz am Rathaus und zog über den Boulevard und am Hauptbahnhof vorbei zum Südring. Zwischenfälle gab es nach Polizeiangaben nicht, auch keine Anzeigen.

Am Samstagnachmittag haben etwa 1000 Menschen in der Dortmunder City gegen die israelischen Angriffe auf den Gaza-Streifen protestiert. Eine Privatperson hatte die Protestaktion angemeldet, zu dem Zeitpunkt war noch von etwa 500 Teilnehmern die Rede. Die Polizei bezeichnete die Demonstration trotz der deutlich größeren Teilnehmerzahl als ruhig und geordnet, es habe keine Vorkommnisse gegeben.

Demo auch in Gladbeck

Rund 50 Menschen versammelten sich am Samstag gegen 23 Uhr vor dem Gladbecker Rathaus auf dem Willy-Brandt-Platz; durch einen gezielten Hinweis im Vorfeld war die Polizei auf dieses Geschehen vorbereitet und zeigte dort mit einem Zug der Landeseinsatzbereitschaft deutliche Präsenz. Die Kundgebungsteilnehmer zogen durch die Innenstadt in Richtung Moschee und skandierten dabei laut Polizei in arabischer Sprache Protestparolen gegen das Vorgehen Israels. An der Moschee mussten die Polizeikräfte deeskalierend Position beziehen, als es dort zur Begegnung von türkischstämmigen Gläubigen mit den Protestanten kamen. Gegen 0.15 Uhr ging die Kundgebung auseinander, ohne dass es zu einer Eskalation bzw. zu Gewalttaten kam, was wohl auch auf die frühzeitige und kontinuierliche Polizei-Anwesenheit zurückzuführen ist.