Das aktuelle Wetter Gelsenkirchen 12°C
Staatsanwaltschaft

Messerstiche auf Kneipengäste an Heiligabend - Somalier muss sich wegen versuchten Mordes verantworten

12.06.2012 | 06:00 Uhr
Messerstiche auf Kneipengäste an Heiligabend - Somalier muss sich wegen versuchten Mordes verantworten
Bei einen Prozess im Dezember des vergangenen Jahres herrschten am Landgericht Essen strenge Sicherheitsvorkehrungen. Archiv-Foto: Oliver Müller

Gelsenkirchen.   Ein somalischer Staatsbürger, der an Heiligabend in Gelsenkirchen mehrere Kneipengäste mit einem Messer attackiert hatte, muss sich Ende Juni vor dem Landgericht Essen verantworten. Die Anklage lautet auf versuchten Mord in zwei Fällen. Der Angeklagte soll psychisch schwer krank sein.

Die Attacke kam aus heiterem Himmel. Nichts Böses ahnten die Gäste in einer Kneipe in Gelsenkirchen, die an Heiligabend im vergangenen Jahr den Tag ausklingen lassen wollten. Mehrere Male hatte der 23-jährige Somalier die Gaststätte an diesem Abend zuvor betreten - und wortlos wieder verlassen .

Ein letztes Mal kommt der Mann in die Kneipe, ein Küchenmesser in der Hand. Unvermittelt und ohne ein Wort zu sagen, sticht er auf zwei 56-jährige Gäste ein, die er im Schulterbereich leicht verletzt. Die Gäste in der Kneipe sind wie paralysiert. „Gespenstisch“ sei die Tat gewesen, erinnert sich einer später. Als die Polizei den flüchtigen Täter noch in Tatortnähe stellen kann, hat er noch ein Handbeil dabei. Die Beamten geben Warnschüsse ab, der Mann wird festgenommen.

Am 22. Juni beginnt der Prozess gegen den Somalier vor dem Landgericht Essen. Die Staatsanwaltschaft Essen wirft dem 23-Jährigen zweifachen versuchten Mord vor. Die Verhandlung ist ein Sicherungsverfahren. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann schuldunfähig ist, und will ihn in die geschlossene Psychiatrie einweisen lassen. Seit der Tat befindet sich der 23-Jährige bereits in der geschlossenen Abteilung einer Klinik in therapeutischer Behandlung. Fünf Verhandlungstermine sind angesetzt. Etliche der Augenzeugen des Vorfalls sollen gehört werden.

Mit Tritten und Schlägen gewehrt

Die zunächst rätselhafte Attacke blieb nicht das einzige Vergehen des Mannes. Kurz nach der Tat hatte er in der Untersuchungshaft randaliert und mit einem Tafelmesser um sich gestochen. Einen Wächter verletzte er dabei leicht. Mit Tritten und Schlägen wehrte er sich dann gegen die erneute Festnahme.

Den Ermittlern gegenüber hatte sich der Angeklagte, der seit Mai 2009 in einer Asylunterkunft in Gelsenkirchen untergebracht war, im Vorfeld nicht zur Tat geäußert. Dass er sich in der Verhandlung zu den Tatvorwürfen äußern könnte, stellte sein Verteidiger vor dem Prozessauftakt in Aussicht. Ziel seines Mandanten sei, in seine Heimat Somalia zurückkehren zu können, erklärt Pflichtverteidiger Peter Nicolet. Die Tat will sich der Angeklagte nicht erklären können, zitiert ihn der Anwalt: „Ein gesunder Mensch würde so etwas nicht machen.“

Stefan Kober



Kommentare
16.06.2012
05:35
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #3

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

12.06.2012
12:02
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #2

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

12.06.2012
11:00
Messerstiche auf Kneipengäste an Heiligabend - Somalier muss sich wegen versuchten Mordes verantworten
von hardcore69 | #1

Na klar, mal schnell wieder den Täter zum Opfer machen und ab in die geschlossene. Genau so wie bei Breivik. Schrecklich!

Aus dem Ressort
Wenn Quadrate auf Wanderschaft gehen
Ausstellung
Ines Gauchel und Gertrude Weddige haben sich der Konkreten Kunst verschrieben. Im Domizil des Bundes Gelsenkirchener Künstler in Gelsenkirchen zeigen sie ab dem 2. November ihre aktuellen Arbeiten. Dabei werden viele Vierecke zu einer runden Sache
IHK will Ausbildungsbotschafter in die Schulen schicken
Ausbildung
Die Auszubildenden sollen ein reales Bild aus der Praxis zeichnen. Der Ausbildungsmarkt in Gelsenkirchen bleibt angespannt. Betriebe boten 1328 Ausbildungsplätze bei 2191 Bewerbern an. 48 Jugendliche haben noch keinen Ausbildungsplatz gefunden, 65 Stellen sind noch unbesetzt.
Quote für Gelsenkirchen sinkt auf 13,6 Prozent
Arbeitsmarkt
Die Arbeitslosenquote für Gelsenkirchen ist im Oktober um 0,5 auf 13,6 Prozent gesunken. Liest sich diese Zahl zunächst einmal gut, sortierte Agenturleiter Karl Tymister sie richtig ein: „Wie in den Vormonaten haben arbeitsmarktpolitische Maßnahmen maßgeblich zu dieser Entwicklung beigetragen.“
Uwe Unterseher-Herold steht vor einem Wechsel nach Essen
Wirtschaft
Ende Juni ging Heinz Nadorf in den Ruhestand. Damals verlor Gelsendienste eine bewährte Führungsperson. Nun steht seit Mittwochabend fest, dass mit Betriebsleiter Uwe Unterseher-Herold der nächste den Eigenbetrieb der Stadt Gelsenkirchen verlassen wird. Der Essener Rat stimmte mehrheitlich für ihn.
Wilde Halloween-Partys in Gelsenkirchen
AnGEsagt
Tanzen mit Vampiren, basteln mit Mini-Hexen – oder doch lieber ein Splatter-Film spät in der Nacht? Das Halloweenprogramm in Gelsenkirchen bietet für (fast) jeden Geschmack etwas. Nur blutrünstig sollte man sein. . .
Umfrage

Geht es nach dem Willen der nordrhein-westfälischen Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK), dann sollen langjährige Empfänger von Hartz IV, die kaum noch Aussicht auf Rückkehr auf einen regulären Arbeitsplatz haben, als „Assistenten“ in Schulen, Kitas sowie Alt- und Pflegeheimen eingesetzt werden. Im Gegenzug werden ihre Sozialleistungen aufgestockt und künftig als „Gehalt“ gezahlt. Was halten Sie davon?

 
Fotos und Videos
Schalke-Choreos
Bildgalerie
Schalke-Fans
Bierpreise in Bundesliga und Region
Bildgalerie
Bierpreise
Erster Heimsieg für Di Matteo
Bildgalerie
Schalke 04