Zahl der Grünpfeile in Essen soll wieder wachsen
19.07.2012 | 19:31 Uhr 2012-07-19T19:31:00+0200
Essen. Im gesamten Essener Stadtgebiet gibt es nur noch zehn Grünpfeile – Bezirkspolitiker von SPD, Linken und Grünen fordern weitere - etwa in Rüttenscheid. Doch gibt es ein generelles Problem bei den Grünpfeilen: Viele Autofahrer wissen gar nicht, welche Verkehrsregeln sie an den Schildern zu beachten haben.
Für die einen sind sie ein geeignetes Instrument, um die Verkehrssituation in Kreuzungsbereichen zu entspannen, für die anderen sind sie ein zusätzlicher Risikofaktor für Unfälle: An den Grünpfeilen an Essens Ampelanlagen scheiden sich die Geister. Im gesamten Stadtgebiet gibt es gerade mal zehn dieser Schilder.
„Die Regelung wurde aus den neuen Bundesländern aus der Zeit nach der Wende übernommen“, sagt Dieter Schmitz, Leiter des Amtes für Straßen und Verkehr. „Und sie bringt nicht nur Vorteile mit sich.“
Umstrittenes Verkehrszeichen
Geht es nach den Fraktionen von SPD, Grünen und Linken der Bezirksvertretung II, wird es bald noch mehr Exemplare des umstrittenen Verkehrszeichens geben. An drei Stellen in Rüttenscheid sollen voraussichtlich weitere Grünpfeile entstehen : An der Ampel vor der Einmündung Grugaplatz auf die Alfredstraße in Richtung der Unterführung zum Messeparkplatz, auf der Alfredstraße in nördlicher Fahrtrichtung an der Abbiegung auf den Grugaplatz, sowie an der Ostseite der Walpurgisstraße auf die Wittenbergstraße in Fahrtrichtung Paulinenstraße. Dort soll man nach Vorstellung der Ratsmitglieder künftig auch rechts abbiegen können, wenn die Ampel rot zeigt.
„Wir haben der Verkehrsverwaltung unsere Vorschläge präsentiert“, sagt Peter Lankes, SPD-Fraktionsvorsitzender. Man habe sich die Knotenpunkte in Rüttenscheid genau angeschaut, jetzt soll die Verwaltung diese prüfen.
„Jede Stelle muss genau untersucht werden. Wenn es dort ohnehin schon ein erhöhtes Unfallaufkommen gibt, ist es sehr unwahrscheinlich, dass der Pfeil genehmigt wird“, erklärt Schmitz. Er sieht aber zumindest im Hinblick auf die Einmündung Grugaplatz auf die Alfredstraße kein größeres Problem. „Das geht ja mit dem Messeverkehr einher. Grundsätzlich wäre dort so ein Pfeil denkbar.“
Kein Freibrief zum Durchfahren
Doch gibt es ein generelles Problem bei den Grünpfeilen, das Dieter Schmitz dennoch Sorge bereitet: „Viele Autofahrer wissen gar nicht, dass sie auch bei Grünpfeilen verpflichtet sind, an einer roten Ampel zunächst anzuhalten “, moniert er. „Der Grünpfeil gilt wie ein Stoppschild und ist kein Freibrief, einfach durchzufahren.“ An Kreuzungen seien die Pfeile grundsätzlich kritisch zu sehen: „Wenn es konkurrierende Fahrbeziehungen von rechts gibt, ist das sicherlich keine gute Idee.“
Ein anderes Problem sieht Heiko Müller, Vorsitzender der Kreisgruppe Essen der Gewerkschaft der Polizei (GdP): „So ein Pfeil ist nur dann sinnvoll, wenn es eine gesonderte Spur für Rechtsabbieger gibt. Wenn man selbst rechts abbiegen möchte, aber der Vorausfahrende geradeaus fährt, hat man herzlich wenig von einem Abbiege-Pfeil.“ Doch in Hinblick auf die Vorschläge an der Alfredstraße zeigt Müller Verständnis für das Bedürfnis von Autofahrern, mit Grünpfeilen den Verkehr zu entzerren. „Ich würde das begrüßen. Auch die Entlastung des Verkehrs trägt schließlich zur Sicherheit bei.“ Grundsätzlich solle man aber bedächtig mit diesem Instrument umgehen, da die Grünpfeile bei vielen Verkehrsteilnehmern noch immer für Irritationen sorgten.
Grünpfeile im Essener Stadtgebiet
Pfeile gibt’s an diesen Stellen: Twentmannstr./Lierfeldstr., Wittenbergstr./Platanenweg, Bochumer Landstraße/Sachsenring, Wuppertaler Str./Ostpreußenstr., Leipziger Str./Großstr./Benno-Strauß-Str. und Wittenbergstr./Henri-Dunant-Str.

18:45
Das Rechtsabbiegen sollte grundsätzlich freigegeben werden - die wenigen Ausnahmen können durch einen auf dem Rotlicht angebrachtem Geradeaus-Rechtspfeil angezeigt werden.
Die kluge Erkenntnis: "Wenn man selbst rechts abbiegen möchte, aber der Vorausfahrende geradeaus fährt, hat man herzlich wenig von einem Abbiege-Pfeil.“
gilt bereits an jeder Ampel mit freier Rechtsabbiegemöglichkeit davor. Denn dort muss ich auch warten, bis die Geradeausfahrer vor mir grün haben.
12:13
und noch einer: Wüstenhöferstr/Borbeckerstr
13:36
Statt "Viele Autofahrer wissen gar nicht, welche Verkehrsregeln sie an den Schildern zu beachten haben" muss es heissen "Viele Autofahrer interessier es gar nicht, welche Verkehrsregeln sie an den Schildern zu beachten haben"
Genau, so ist es.
Hält man korrekterweise dort an, entsteht hinter einem umgehend ein wüstes Hupkonzert.
Sofort den Lappen für mindestens einen Monat einziehen!
12:47
In Ihrer Aufzählung im letzten Absatz fehlt (mind.) ein grüner Pfeil:
Langenberger Str./Salierweg