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Ortspolitiker fühlen sich übergangen

13.06.2012 | 18:09 Uhr
Ortspolitiker fühlen sich übergangen
Wolfgang Köppen,Verwaltungsbeauftragter der Bezirksvertretung III, geht in die passive Phase der Altersteilzeit. Foto: Sebastian Roman Wolniczak / WAZ FotoPool

Essener Südwesten.   In der Bezirksvertretung III wehren sich die Politiker einstimmig gegen Petra Salhöfer als neue Verwaltungsbeauftragte und Nachfolgerin von Wolfgang Köppen. Es fehle am nötigen Vertrauen. Die Verwaltung hingegen hält Salhöfer für „geeignet“.

Was der Chef will, kommt bei den Betroffenen nicht immer gut an. Übergangen und vor vollendete Tatsachen gestellt fühlen sich die Mitglieder der Bezirksvertretung III – eine seltene Einigkeit über alle Parteigrenzen hinweg. Sie „haben Bauchschmerzen dabei“, dass Petra Salhöfer bald ihre neue Verwaltungsbeauftragte sein soll. Sie halten die ehemalige Leiterin des Kulturbüros „für ungeeignet für diese Aufgaben“. Diese Verstimmungen sind denkbar schlechte Voraussetzungen für eine reibungslose und vertrauensvolle Zusammenarbeit – bisher im Bezirk III normal.

„Selbst bei einer nachgeschobenen Anhörung haben wir keine Einigung erzielt“, bedauert Bezirksbürgermeister Klaus Persch. Wie die nächste Sitzung abläuft, wer das Protokoll schreibt und die Fragen der Stadtteilpolitiker an die zuständigen Verwaltungsstellen weiterleitet – alles bisher offen.

Denn nach fast fünf Jahrzehnten im Dienst der Stadt Essen kann Wolfgang Köppen jetzt auf seine passive Phase der Altersteilzeit anstoßen. Damit geht auch seine Zeit als Verwaltungsbeauftragter im Stadtbezirk III – u.a. Haarzopf, Fulerum, Margarethenhöhe und Holsterhausen - zu Ende. „Wir werden ihn sehr vermissen“, lautet ein häufiger Satz echter, offener Anerkennung aus Kreisen der Politiker vor Ort. Viele Mitglieder aus Vereinen und Organisationen schätzen Wolfgang Köppen ebenso. „Bei ihm sind wir stets gut aufgehoben. Er weiß, was geht, berät verbindlich und nennt dazu noch die Ansprechpartner im Rathaus“, war neulich noch auf einer Pressekonferenz zum Altendorfer Kulturfest über Köppen zu hören.

Vor allem hat der nun scheidende Verwaltungsbeauftragte ein Gefühl für die Menschen in der Nachbarschaft. Er kennt die Unterschiede bei den Befindlichkeiten zwischen Haarzopf, Holsterhausen und Altendorf. Häufig hat er in Sitzungen Brücken gebaut, welche die Beschlüsse und Kompromisse der Fraktionen immer noch tragen.

Für Wolfgang Köppen einen entsprechend engagierten Nachfolger zu finden – das ist keine leichte Aufgabe. „Aber dass wir vorher überhaupt nicht gefragt wurden, enttäuscht uns“, ist aus Kreisen der Bezirksvertreter zu hören. Selbst zwei Briefe, die Bezirksbürgermeister Klaus Persch und seine Stellvertreter, Rolf-Dieter Liebeskind (CDU) und Doris Eisenmenger (Grüne), im Namen aller Fraktionen und Gruppen im Stadtteilparlament an ihre Ratsfraktionen und Personaldezernent Christian Kromberg geschickt haben, brachten nicht die erhoffte Hilfe – einen „geeigneten und vor allem motivierten Mitarbeiter als neuen Verwaltungsbeauftragten“ zu benennen. .

Im Gegenteil: Oberbürgermeister Reinhard Paß habe den Personaldezernenten „angewiesen, dass Frau Salhöfer die Nachfolge Köppens anzutreten habe“, schreiben alle Bezirksvertreter. Kromberg sagt, er habe die Abordnungsverfügung, die Petra Salhöfer zur neuen Verwaltungsbeauftragten im Essener Westen macht, einvernehmlich mit Paß unterschrieben. „Wir hätten Frau Salhöfer nicht auf die Stelle gesetzt, wenn wir sie für ungeeignet hielten“, so Kromberg.

Persch, Liebeskind und Eisenmenger halten dagegen: „Salhöfer habe sich bisher nicht in die Aufgaben des Verwaltungsbeauftragten einarbeiten lassen. Sie hat weder an Sitzungsvor- und -nachbereitungen nennenswert teilgenommen.“ Die Vorgehensweise im Rathaus sei „eine Missachtung der Politik und damit unserer ehrenamtlichen Abreit für den Bezirk“, so Persch.

Weder Petra Salhöfer noch die Verwaltungsspitze wollten sich gegenüber der Stadtteil-Zeitung dazu äußern.

Frank-Rainer Hesselmann

Kommentare
19.06.2012
23:13
Ortspolitiker fühlen sich übergangen
von HalloAusDemPott | #3

Wer nichts wird oder ist, wird Stadtteilpolitiker, man gönnt sich ja sonst nichts.

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2012-06-13 18:09
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