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Menschenrechte

Entlassener Organist aus Essen erhält Entschädigung

28.06.2012 | 15:15 Uhr
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Entlassener Organist aus Essen erhält Entschädigung
Zwei Jahre nach seiner Kündigung spricht ein europäisches Gericht dem Organisten aus Essen eine Entschädigung zu.Foto: WAZ FotoPool

Straßburg/Essen.  Der katholische Organist hatte seine Frau verlassen und war mit einer neuen Partnerin zusammengezogen, die ein Kind von ihm erwartete. Daraufhin wurde ihm gekündigt. Dass diese Kündigung unrechtmäßig war, wurde vor zwei Jahren entschieden. Nun sprach ihm der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte eine Entschädigung zu.

Ein gekündigter katholischer Organist aus Essen muss vom deutschen Staat entschädigt werden. Das geht aus einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in Straßburg vom Donnerstag hervor. Nach Angaben des Gerichts sprachen die Richter dem Mann eine Entschädigung in Höhe von 40.000 Euro zu .

Der Organist hatte sich von seiner Ehefrau getrennt und lebte mit einer neuen Partnerin zusammen, die ein Kind von ihm erwartete. Die Kirche hatte ihm daher gekündigt , was sowohl die Arbeitsgerichte als auch das Bundesverfassungsgericht billigten.

Der Mann war daraufhin vor das europäische Gericht gezogen. Die Straßburger Richter hatte bereits vor knapp zwei Jahren in dem Fall entschieden, dass die Kirche ehebrüchige Mitarbeiter nicht in jedem Fall kündigen darf . Am Donnerstag wurde lediglich noch die Höhe der Entschädigung für den Organisten bekanntgegeben. (dapd)

Kommentare
28.06.2012
21:09
#5 bauhaus
von rickylee | #6

". Die Kirche hatte ihm daher gekündigt , was sowohl die Arbeitsgerichte als auch das Bundesverfassungsgericht billigten. "

Deshalb muss der dutsche Staat jetzt zahlen.
Wie war das noch bei uns ? Trennung von Staat und Kirche. Das ging diesmal daneben.

28.06.2012
18:27
Entlassener Organist aus Essen erhält Entschädigung
von bauhaus11 | #5

... aber ich frage mich, warum das geld vom staat kommen soll? obwohl, die kirche, die zwar im geld schwimmt aber immer so tut, als sei sie so bettelarm wie die berühmte (kirchen)maus, zapft ja ohnehin ganz legal staat und bürger an und versteckt ihren zaster lieber in den fragwürdigen strukturen der vatikanbank.

1 Antwort
Entlassener Organist aus Essen erhält Entschädigung
von 1980yann | #5-1

ganz einfach: der Staat duldelt in seinem Land ein Kirchenarbeitsrecht, das versucht, in sein Privatleben hineinzupfuschen. Dadurch wird eine illegitime Sanktion (hier Entlassung) legalisiert - den dadurch entstehenden Schaden muss der Staat nun ersetzen.
Ob der Schaden hier in voller Höhe ersetzt wird, ist natürlich ein andere Frage. Je nachdem, wie lange er brauchte, um eine gleichwertige Anstellung zu finden, kann der Schaden ja durchaus höher sein.

28.06.2012
17:46
Entlassener Organist aus Essen erhält Entschädigung
von 1980yann | #4

Ein gutes Urteil, das den Anspruch der Kirchen, in privateste Lebensentscheidungen reinzuregieren, ein Stück weit zurückdrängt!

Ich warte übrigens auf den ersten, der sich hier mit einer Schimpftirade gegen die Europäische Union blamiert. ;)

28.06.2012
17:08
Entlassener Organist aus Essen erhält Entschädigung
von festus04 | #3

Richtiges Urteil. Für unsere Gerichte steht doch das Grundgesetz im Vordergrund, anscheinend haben sie Kirchliche Gesetze nicht ausser Acht gelassen. Zu den Muslimen und Islamisten sagt die Deutsche Politik, dass sie sich an das Grundgesetz zu halten haben und es nicht zugelassen wird das Glaubensrechte über oder vergleichbar zu dem Grundgesetz zu verhandeln sind. Unsere Katholische Kirche meint, und das noch im Jahre 2012 eine andere Rechtsauffassung zu vertreten. Diese Kirche schläft immer weiter.
Aber ganz ehrlich, für die Arbeitsgerichte und für das Bundesverfassungsgericht habe ich kein Verständnis mehr, die schlafen wohl mit der Katholischen Kirche zusammen.

28.06.2012
16:07
Entlassener Organist aus Essen erhält Entschädigung
von stefan48 | #2

das finde ich gut und das war auch eine schöne schallende Ohrfeige für unsere Arbeitsgerichte und auch unser Verfassungsgericht aber noch schöner ist es das es für die katholische Kirche eine noch schönere Ohrfeige ist

28.06.2012
16:07
Entlassener Organist aus Essen erhält Entschädigung
von mistermajestix | #1

ich halte es für pefide, dass im Jahr 2012 in Deutschland immer noch für Einige das Kirchenrecht Vorrang vor dem rechtsstaatlichen Recht hat.
wo ist der Unterschied zwischen diese Fällen im "Kleinen" (obwohl sie wohl recht häufig vorkommen) und der Zwangsheirat in anderen Religionen im Großen?

wie sieht es eigentlich in anderen europäischen Ländern aus? Hat die römische Kirche dort auch noch so viel Rechte?

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