Demo „Gema nach Hause“ - Künstler protestieren in Essen gegen Tarif-Erhöhungen
05.07.2012 | 17:34 Uhr 2012-07-05T17:34:00+0200
Essen. Gema nach Hause! In Essen protestiert ein Künstler-Kollektiv am Samstag gegen die für das kommende Jahr geplante Erhöhung der Gema-Tarife, die Clubs und Musiker in ihrer Existenz gefährden soll. Mit rund 500 Teilnehmern rechnen die Veranstalter. Im Stadtgarten heißt es bis abends: Tanzen gegen die Gema.
Mit einer groß angelegten Aktion will ein Künstler-Kollektiv am Samstag in der Essener Innenstadt Front gegen die für 2013 geplante Erhöhung der Gema-Tarife machen. Dass etwa Club-Betreiber nach den bisherigen Plänen Kostensteigerungen von 1000 Prozent und mehr zu erwarten haben und somit in ihrer Existenz gefährdet seien, sei „in der Öffentlichkeit noch nicht so angekommen“, sagt Vassili Kostadimas, einer der Initiatoren der Demo. Die Demonstranten treffen sich am Samstag ab 16 Uhr auf dem Willy-Brandt-Platz vor dem Hauptbahnhof. Ab 17 Uhr soll der Protestzug in Richtung des Stadtgartens ziehen. Dort heißt es dann bis 22 Uhr: „Tanzen gegen die Gema“. Ein „Sit-In mit politischer Message“, wünscht sich Kostadimas. Gegen ein „Dance-In“ dürfte der Essener auch nichts haben.
Auf Facebook haben die Organisatoren bereits über 1000 „Zusagen“ für die Veranstaltung, die bei der Polizei angemeldet ist, erhalten. Mit mindestens 500 Teilnehmern rechnet Kostadimas, der selbst als DJ auflegt und persönlich betroffen ist. „Das gute Wetter wird uns in die Hände spielen“, ist sich der 34-Jährige über regen Zuspruch sicher, „willkommen sind alle, die friedlich Party machen wollen und das auch 2013 noch tun möchten.“ Der Solidarität von Clubs wie dem Goethebunker oder dem Hotel Shanghai ist sich der Mit-Initiator ebenfalls sicher.
Von der Verwertungsgesellschaft Gema fordern die Demo-Initiatoren, die Tarife „an der Realität in den Clubs auszurichten“, sagt Kostadimas, der sich darüber ärgert, dass die Gema mit den geplanten Erhöhungen für musikalische Aufführungen und Vervielfältigungen „die Clubs kaputt macht und sich damit ins eigene Fleisch schneidet“. Am Rande der Tanz-Demo im Stadtgarten wird deshalb auch für Zustimmung für eine Online-Petition gegen die vorgesehenen Erhöhungen geworben. Schließlich gehe es, so Kostadimas, auch nicht allein um die Clubs. Betroffen seien ebenfalls: die Musikindustrie, DJs, die Getränkewirtschaft - und nicht zuletzt die Menschen, die in Essen am Wochenende feiern möchten: „Die Musikkultur“, sagt Kostadimas, „ist ein Teil der Farbe, die unsere Stadt ausmacht.“ Kostadimas will, dass Essen bunt bleibt.

22:21
Das Herz der Gema schlägt eben für unser Portomonaie - und nicht für die Musik!
12:00
lustig
was mich an der sache eigendlich immer störte ist das ich in discos eintritt zahlen sollte .
nee da habe ich dann immer einen großen bogen drumgemacht.
und meine musik war es auch nicht.
und dann noch die sauteuren getränke.
11:36
Gegen jeden Schei.. wird protestiert. Die sollen mal gegen die wahren Probleme wie den Eu-Wahnsinn vorgehen. Aber so weitreichend denken die wohl nicht. Hauptsache heute ist alles ok.
es ist so wie ich das immer sage - die Leute gehen frühestens dann auf die Strasse, wenn es sie selbst real betrifft. Nur was den EU Wahnsinn anbelangt und mögliche Finanzerhöhungen an den Bürger durchgereicht werden, wären DANN Demos zu spät.
11:14
@ #8 Die Rechnung hilft es zu verstehen - Danke!
Ich denke aber, dass hier noch eingelenkt werden muss von der GEMA. Sonst agiert sie nicht nur wie ein Parasit, wie (#13), sondern sogar wie ein dummer Parasit. Ein kluger bringt nämlich nicht sofort seinen Wirt um - sonst stirbt er selber auch direkt mit.
Wenn das wirklich umgesetzt wird habe ich aber auch Hoffnung: Außer einigen großen Ballermann-Mukke-Diskos, die sich mit genug Alk-Verkauf halten können wird dann wohl irgendwann einiges im Untergrund stattfinden - oder als Privatveranstaltung. Vielleicht gibt es auch bald im Indie-Bereich einen Pool an GEMA-freier Musik, der für die Beschallung eines Abends reicht.
Da würde der Trend auch ganz klar hingehen. Fände ich auch gar nicht mal so schlecht, wenn sich die Kultur mehr auf jene Künstler konzentriert, die noch fernab von Mainstream und Plattenlabels ihr Herzblut in ihre Musik stecken.
Dann könnten auch Bohlen und Co. abdanken, denn deren massengefertigten und überteuerten Mist würde sich dann kaum noch wer anhören - weil dann schon das bloße Zuhören viel zu teuer geworden ist.
11:04
Diese ganze GEMA gehört einfach abgeschafft! Die CDs sind doch alle legal gekauft, das sollen doch die Einnahmen sein! Wieso also noch solche Gebühren??
Das wäre ja genauso als wenn jemand ein Auto kauft und dann noch jahrelang an den Autohersteller eine monatliche Gebühr zahlen muss, zur "Förderung der Fahrzeugentwickler".
10:42
Und da sagt man, die Medienpiraterie macht die Kultur kaputt... mehr und mehr zeigt sich, dass die GEMA hier der wahre Kultur-Killer ist - quasi ein Parasit, der sich genüsslich durch das Wesen unserer Kunst und Kultur frisst.
Zum Glück zeigt sich immer mehr, dass man die GEMA und irgendwelche Verlage/Produzenten nicht wirklich braucht, um von seiner Kunst leben zu können - viele neuere Künstler machen es bereits vor.
Wer so eine eklige geldsaugende Art an sich hat wie die GEMA, der geht doch dann erst recht nicht kaufen, oder an Tauschbörsen schauen. Ich erinner mich an einige Doppel CDs die ich kaufte, ein kleiner Teil an Songs war ok, der Rest wurde eher "aufgefüllt" mit Liedern, die da nicht passten oder keine Abnehmer hatten. Grob geschätzt manche CDs= 40 Lieder, davon 12-15 gut, Rest STOP Taste
10:36
Ich seh da irgend wie kein Problem drin wenn die GEMA die Gebühren erhöht. Dann steht eben auf der Eintrittskarte demnächst 10 Euro Eintritt zuzüglich 50 Euro Gema Gebühr und natürlich zuzüglich Mwst weil unsere Führung auch noch etwas zum verschenken benötigt. Dann geht man halt nicht mehr 5 Mal im Monat feiern sondern nur noch einmal alle 2 Monate. Ist auch besser für die Ohren.
10:00
Frage mnich nur, wie die GEMA das geld an die Urheber verteilt.....
Wenn in einer Kneipe CDs z.B. von den Beatles, Rolling Stones etc. gespielt werden - woher weiß die GEMA, wem wieviele Tantiemen zustehen????
Geht doch alles in die GEMA-Kasse, wohin sonst?. Wo wann welche und Songs gespielt werden, dann die GEMA doch nur beim Radio und TV anhand der Titelfolgen nachvollziehen und die Tantiemen entsprechend vertelien, nicht aber bei Musik, die in Kneipen etc. gespielt wird. Weil dort keine Titelfolgen erstellt werden! Für wen kassiert sie denn dann?
Das ist es ja, denn die GEMA will das ganze jetzt vereinheitlichen und pauschal nach der Quadratmeterzahl des Veranstaltungsortes abrechnen.
Fürher wurde das noch aufgegliedert in durchschnittliche Gäste Anzahl, Öffnungszeiten und und und.
Heißt also das eine Eckkneipe, die im Gegensatz zur gleichgroßen Discothek öfter offen hat aber weniger Gäste, den gleichen Preis bezahlt.
Oder anders, Abzocke wegen Faulheit!
09:52
Patente laufen spätestens 20 Jahre nach ihrer Anmeldung aus und jeder darf es dann produzieren.
Urheberrechte an Musik erst 70 Jahre nach dem Tod des Musikers, wo ist da die Verhältnismäßigkeit?
09:27
Pardon, hab mich (geistig) vertipp... es ist das 5-fache.