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Aufgeben kam für Heinz Hofer mit Kahage-Autohaus nie in Frage

17.04.2012 | 16:52 Uhr
Aufgeben kam für Heinz Hofer mit Kahage-Autohaus nie in Frage
Eine Aufnahme aus den Siebzigern zeigt Heinz Hofer (links) und seinen Partner Bernd Scholten in einem VW Cabrio.Foto: Kahage

Essen.   Heinz Hofer erlebte bei der Kahage Aufstiege und Abstürze - angefangen als Azubi bis hin zum größten Anteilseigner des Essener Traditions-Autohauses. Nach der Insolvenz im Jahr 2009 hilft er seiner Tochter Sabine beim Neubeginn.

Wenn Heinz Hofer zurückdenkt an seine größten Erfolge, dann glänzen seine Augen fast so wie die blank polierten Karossen in der Verkaufshalle des Kahage-Autozentrums in Frillendorf. Ein Bild in der Vitrine­ seines Büros erinnert an die Zeit mit seinem Partner Bernd Scholten, völlig gelöst lächeln beide aus einem VW Cabrio in die Kamera. Das Foto entstand in den Siebziger Jahren.

Damals herrschte noch keine Rabattschlacht auf dem Automarkt, Heinz Hofer zählte zu den zehn besten Audi-Verkäufern in ganz Deutschland. „Die Zeiten haben sich geändert“, sagt der 74-Jährige etwas wehmütig. Die Tage, die er nach der Insolvenz des Unternehmens im Jahr 2009 durchlebte, zeichnen ihn bis heute. Nur aufgegeben, das hat Heinz Hofer nie. Aber von vorn.

Im Februar 1955, Heinz Hofer ist nach der Kinderlandverschickung im Zweiten Weltkrieg gerade zurück nach Essen gekommen, entschließt er sich für eine kaufmännische Ausbildung. Er wird bei der Kahage, kurz für Kraftwagenhandelsgesellschaft, vorstellig, die 1921 von Hans-Karl Platzer gegründet wurde. „Ein Ur-Bayer“, erinnert sich Hofer an seinen früheren Chef, „klein, aber stark.“

Schnell steigt der einstige Lehrling zum erfolgreichen Verkäufer auf. Nach einem einjährigen „Ausflug“ zu Mitbewerber Lueg nach Bochum holt ihn die Kahage zurück.

„In die Hände fiel mir nichts“

Mittlerweile hat sich der Firmenchef zurückgezogen und das Steuer an Heinrich Hagenbrock übergeben. Der lockt Hofer und auch seinen Kumpanen Bernd Scholten schließlich mit jeweils 20 Prozent Firmenanteilen zurück zu ihrer alten Wirkungsstätte. Die jungen Wilden sollen’s richten, die Absatzzahlen der Kahage bröckeln. Vor allem die Stammmarke DKW, die schließlich zur Autounion mit Audi und NSU fusionierte, ist bei der noch immer vom Wirtschaftswunder beseelten Kundschaft nicht mehr allzu sehr gefragt.

Hofer und Scholten polieren das Image des Autohauses wieder auf. Sie schließen Händlerverträge mit Audi und VW ab, allein Heinz Hofer hat bis zu seinem 50. Lebensjahr 10.000 Autos verkauft. „In die Hände fiel mir nichts“, sagt Hofer heute und benennt mit „Fleiß, Liebe zum Beruf und zum Auto“ sein Erfolgsrezept. Verkaufsgespräche nach dem regulären Feierabend waren eher die Regel als die Ausnahme, der gute Kontakt zum Kunden hatte oberste Priorität.

Bei seiner Familie aber war die Arbeit tabu. „Ich habe nie viel übers Geschäft gesprochen, wenn ich zu Hause war. Da wollte ich einfach abschalten. Meine Frau Ingrid war im Gegenzug aber auch immer sehr verständnisvoll“, sagt Hofer.

Dennoch gab er seinen „Auto-Virus“ weiter. Tochter Sabine führt heute die neu aufgebaute Kahage Autozentrum GmbH an der Langemarckstraße in Frillendorf. Alle im Privatbesitz befindlichen Autohäuser und Showhallen verkaufte Heinz Hofer. Heute hilft er dem Nachwuchs, das Unternehmen auf die Beine zu stellen, kommt noch immer jeden Tag in sein Büro. „Nur nicht mehr so früh wie damals“, sagt Hofer und lacht, „da war ich immer der Erste hinterm Schreibtisch.“ In seinem neu eingerichteten Büro, das mit unzähligen Urkunden des ETB Schwarz-Weiß Essen ausstaffiert ist, ist von der einstigen Hektik keine Spur mehr.

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Kommentare
19.04.2012
14:32
Aufgeben kam für Heinz Hofer mit Kahage-Autohaus nie in Frage
von AK1185 | #2

Nun, dass er immer einer der ersten war, bezog sich sicherlicht nicht auf die letzten Jahre.... das kann ich nämlich nicht bestätigen. Abgesehen davon der einzige Geschäftsführer, der nicht einmal einen eigenen PC im Büro hatte, was schon seit 20 Jahren eigentlich die Regel ist.
Meiner Meinung nach hätte viel früher das Geschäft in die Hände jüngerer Leute gegeben werden müssen, die ihren Beruf verstehen und mit neuen Ideen aufwarten. Zudem hätte man vielleicht dem eigenen Nachwuchs (- Azubis) mehr Möglichkeiten eröffnen sollen. Ist zwar auch kein Garant, aber es hätte sicher anders laufen können.

18.04.2012
15:55
Macher
von Erbeck1 | #1

Bei Personen dieser Art scheiden sich ja auch oftmals die Geister . Ich halte jedenfalls die Kritik keineswegs in der Paketbetrachtung für angebracht . Beim ETB läutet man ja auch gerade mal wieder eine neue Linie ein - man wird sich später noch oftmals wehmütig an Herrn Hofer erinnern , da bin ich mir sicher !

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