Das aktuelle Wetter Ennepetal 16°C
Ennepetal

Volksschule ziert den Kirmeskrug

22.05.2012 | 16:07 Uhr
Volksschule ziert den Kirmeskrug
Das historische Foto, auf dem die Volksschule an der Wilhelmstraße zu sehen ist.

Ennepetal. An die Volksschule Wilhelmstraße kann sich Robert Dörnen noch gut erinnern. „Dort begann meine Schulzeit“, erzählt der Vorsitzende des Voerder Heimatvereins. Fast 40 Jahre nach seiner Schließung findet das geschichtsträchtige Gebäude Platz auf dem Bierkrug, der pünktlich zur Voerder Kirmes an die Gäste der Nachtwächterkürung verteilt wurde.

Nicht mehr zum Verkauf angeboten

Früher konnten die Freunde des Voerder Festes den Kirmeskrug noch kaufen, doch die Zeiten haben sich geändert. „Als die Schwelmer Brauerei aufgehört hat, uns zu sponsern, mussten wir die Krüge aus eigener Tasche finanzieren“, erzählt Robert Dörnen. Ein teurer Spaß, denn die Produktion eines Humpen kostet 18 Euro. „Und diesen Preis zahlt kein Kirmesbesucher“, erklärt Dörnen, weshalb die Krüge nur noch an die Mitglieder des Heimatvereins verteilt und nicht mehr auf der Kirmes verkauft werden.

Dass dennoch ein einzigartiges Foto auf dem Humpen abgedruckt werden sollte, war für die Blaukittelträger keine Frage. So sichtete Dörnen die historischen Unterlagen des Heimatvereins und stieß auf das Bild aus der Wilhelmstraße. „Zum einen spielte der persönliche Bezug, den ich zu der Volksschule hatte, natürlich eine große Rolle. Außerdem hatten wir diese Ecke noch nie auf einem Kirmeskrug abgebildet“, begründet der Vereinsvorsitzende seine Entscheidung.

Im Jahr 1892 erhielt die Lehranstalt den Namen „Evangelische Schule Wilhelmstraße” – bereits 100 Jahre stand die Schule bis zu diesem Zeitpunkt. Das Gebäude wurde immer wieder zum Ort für andere Lehrinstitutionen und im Mai 1945, nach dem Zweiten Weltkrieg, sogar zum Schlafplatz für „Displaced Persons” – vor allem Zwangsarbeiter, die von den Nationalsozialisten verschleppt und sich nach Kriegsende noch in Deutschland aufhielten. Währen dieser Zeit musste der Lehrbetrieb in Altenvoerde fortgesetzt werden, konnte aber schließlich wieder in die Volksschule zurückkehren.

„Im Schuljahr 1973/74 wurde unser Unterricht in die damals neue Grundschule Voerde-Nord verlagert“, erinnert sich Robert Dörnen. Nur wenige Jahre später, 1982, wurde das Gebäude an der Wilhelmstraße endgültig abgerissen. Neben dem neuen Kirmeskrug ist nun die einzige Erinnerung an dieses geschichtsträchtige Gebäude eine Sandsteinplatte mit der Aufschrift „Unsern Kindern”, die heute im Foyer der Grundschule Voerde-Nord steht.

Christina Makarona



Kommentare
Aus dem Ressort
Stadt zieht Knöllchen freiwillig zurück
Parkverbot
Susanne und Frank Jacobi sind sauer, weil sie ein Knöllchen kassiert haben. Die beiden Ennepetaler ärgern sich dabei vor allem aber über das Wie. Das sei nämlich alles andere als in Ordnung gewesen. Die Stadt betont, dass zwar aus formaler Sicht alles ordnungsgemäß abgelaufen sei. Dennoch würden die...
Frau in Ennepetal getötet - Ex-Mann stellt sich der Polizei
Familientragödie
Bluttat in Ennepetal: Eine 46-jährige Frau ist am Donnerstag in einem Wohnhaus im Ortsteil Rüggeberg getötet worden. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf den Ex-Mann der Frau. Er stellte sich nach Stunden der Polizei.
Schüler blitzen mit der Polizei in Schwelm und Gevelsberg
Blitzmarathon
„Ich hoffe, meine Mama fährt jetzt nicht zu schnell“, sagt Melvin. Er schaut zu dem Lasergerät hinauf, das in der Straße Alte Geer in Gevelsberg steht und auf die Autos auf der Wittener Straße gerichtet ist. Im Display sieht man kleine rote Zahlen, die die gemessene Geschwindigkeit anzeigen.
Blitzer auch auf der Autobahn - Erste Bilanz in Südwestfalen
Blitzmarathon
Beim zweiten bundesweiten Blitzmarathon sind in Nordrhein-Westfalen mehr als 3500 Polizisten an 3400 Messstellen im Einsatz. Seit Donnerstag um sechs Uhr läuft die 24-Stunden-Aktion. Die Radarkontrollen dauern bis Freitagmorgen. Hier informieren wir Sie über den Blitzmarathon in Südwestfalen.
Deutsche Islamisten - wieso sind sie so  radikalisiert?
Terrorismus
54 Menschen starben vor wenigen Wochen bei einem Selbstmordanschlag in Bagdad. Der Täter war "mit großer Wahrscheinlichkeit", sagt NRW-Innenminister Jäger, ein 21-Jähriger aus Ennepetal. Nicht der einzige Deutsche, der den IS-Terror unterstützt. Was radikalisiert diese Menschen so sehr?
Fotos und Videos
Meilerwoche
Bildgalerie
Natur
Streetbob-Spektakel in Winterberg
Bildgalerie
Streetbob-WM
Streetbob-WM in Winterberg
Bildgalerie
Streetbob-WM