Spannende afrikanische Geschichten
26.06.2012 | 16:51 Uhr 2012-06-26T16:51:00+0200
Ennepetal. Gespannt lauschten die Kinder der AWo-Kindertagesstätte in Oberbauer gestern dem nicht alltäglichen Besuch. Denn die vier Männer stammen aus Tansania und sind zurzeit auf Einladung des privaten christlichen Hilfswerks „Wort und Tat“ aus Essen hier.
Sie hatten Lieder und spannende Geschichten aus ihrer afrikanischen Heimat im Gepäck, die sie, auf Trommeln begleitet, den Kindern erzählten. Spontan bauten sie auch das Lied von der Biene, die von Blüte zu Blüte summt, auf Deutsch mit ein. So konnten die Kinder ganz einfach mitsingen. Die Kinder waren begeistert und es fiel überhaupt nicht auf, das der Besuch normalerweise gar nicht solche Auftritte präsentiert. Ist doch Fulko Hyera Lehrer, Cashpery Kashimbri Architekt und Ingenieur, Dr. Omar Khalfani Arzt und Harun Mponda in der Verwaltung tätig.
Sie alle stammen aus dem Süden von Tansania nahe der Grenze nach Mosambik und arbeiten in dem seit fast 16 Jahren bestehenden Kiuma-Projekt des Hilfswerks Wort und Tat. Dieses wird von dem Deutschen Dr. Fred Heimbach intensiv betreut, dem es auch zu verdanken ist, dass die vier Tansanianer dieser Einrichtung einen Besuch abstatteten. Dr. Fred Heimbachs Enkelin Johanna geht zur zeit in diesen Kindergarten.
Kinder spenden Kuscheltiere
Dr. Heimbach ist eine Neffe von Dr. Heinz-Horst Deichmann, Inhaber von Deichmann Schuhe, der das Hilfswerk vor 30 Jahren gründete. Mehrmals im Jahr ist Dr. Heimbach im Süden von Tansania, der zu den ärmsten Regionen des Landes zählt, um dort das Projekt voranzutreiben.
Vor Ort geleitet wird es von dem Arzt Dr. Matomora KS Matomora, der 1995 die Sicherheit einer Anstellung an der Universität Heidelberg den Rücken kehrte, um in seine tansanische Heimat Matemanga im Tunduru Distrikt zurück zu kehren. Ein Jahr später gründete er das Projekt mit der Unterstützung des Hilfswerks.
„Wir haben seit dem Beginn unseres Engagement dort ein Buschkrankenhaus mit 70 Betten für die Grundversorgung sowie eine Sekundarschule, eine Handwerkerschule und eine Krankenpflegeschule aufgebaut“, berichtet der Projektleiter. Etwa 1200 Schüler werden hier unterrichtet, um so den Menschen, die früher vor allem als Kleinbauern lebten, eine gute Ausbildung zu ermöglichen.
Auch die Kinder aus Oberbauer wollen den dort lebenden Kindern ein wenig helfen und haben jeweils ein Kuscheltier gespendet. Diese mit Namenschildern versehenen Geschenke werden dann in Tansania an die Kinder des neuen Kindergartens überreicht, in dem es nicht einmal einen Schrank gibt.
Erzieherin Christiane Heckmann: „Wir hoffen, dass sich daraus vielleicht ein ständiger Briefkontakt entwickelt und wir das zu einem festen Jahresprojekt unseres Kindergartens machen können.“ Damit dies funktionieren kann, schickt der Kindergarten auch noch gleich Papier und Stifte mit, denn diese hier alltäglichen Gegenstände sind dort ebenfalls Mangelware.
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