Klangteppich aus Jazz und Steel
07.02.2010 | 18:29 Uhr 2010-02-07T18:29:00+0100
Ein ganz ungewöhnlicher Klangteppich erfüllte das Haus Ennepetal: Die WDR Bigband und das Steelband Project Andy Narell schufen am Freitagabend eine musikalische Dichte, erfüllt von hochprofessionellen Jazzklängen und der einschmeichelnden Harmoniewelt der „Ölfässer”.
Welt-Uraufführung hätte es heißen können und das Prädikat erfolgreich wäre zudem in jeder Hinsicht verdient gewesen. Denn unter der glänzenden Gesamtleitung von Michael Abene erfüllten sich Wunsch und Versprechen von WDR-Produzent Lucas Schmidt, der die Gäste zu einem besonderen musikalischen Abend begrüßt hatte.
Mit zwei Lkw, jeder Menge hochmoderner Tontechnik und Bühne waren die beiden Bands nach Ennepetal gekommen. Dass dann noch für rund 600 Zuhörerinnen und Zuhörer Platz blieb, mag man als absoluten Glücksfall für das Auditorium bezeichnen. Fast drei Stunden dauerte die Calypso-Night, in der sich nicht nur Klangwelten begegneten, sondern zu einem höchst intensiven musikalischen Mitein- ander fanden.
Mit erwarteter Professionalität und solistischen Glanzstücken legte die WDR Bigband ihre Visitenkarte vor. Schien Narell mit seinem durchweg jungem Steelbandensemble zunächst im Klangschatten der Bläserdominanz aus dem WDR-Blech zu stehen, mauserte sich seine Formation im zweiten Programmteil von einem zunächst durch bekannt folkloristisch geprägte Klangbilder zu einem erstaunlich jazzig ausgerichteten Tonerlebnis, in dem die „Fässer” als Soloinstrument klangführend wurden oder im ebenbürtigen Zwiegespräch mit der Bigband standen. Die von Schlagzeuger Gregory Louis geführte Kölner Rhythmusgruppe flankierte die über 20 Steel-Instrumente gekonnt.
Aus Platzgründen in Ennepetal
Kaum ein Kopf oder eine Hüfte, die nicht ins rhythmische Wippen geriet angesichts dieser im Karneval auf Trinidad entstandenen Klänge. Und als der „Relator” dann noch mit karibische Lässigkeit den Klängen eine menschliche Stimme gab, war der Abend perfekt. Die rund 70-jährige Tradition der Steeldrummusik hätte keinen besseren Interpreten finden können.
Die Konzertgesellschaft Gevelsberg jedenfalls kann sich als Veranstalterin dieses besonderen Konzertes auch mit besonderen Meriten versehen lassen. Der Erfolg dieses Gastspiels des WDR im Sendegebiet war fraglos ein absoluter Höhepunkt im Programm der „Gevelsberger”, die aus Platzgründen in die Nachbarstadt ausweichen mussten.
„Wenn die Zuhörer zufrieden sind, sind wir es auch”, strahlte Philipp Baltin stellvertretend für den Vorstand der Gevelsberger Konzertgesellschaft. Ulrike und Dr. Arnim Brux hatten die entscheidenden Kontakte geknüpft und die Verpflichtung dieses Klang-Experiments der beiden besonderen Bands in den Südkreis ermöglicht.
Und dass die einmalige Calypso-Night in Ennepetal Welturaufführung war, ist fraglos auch ein Glanzlicht im Zeichen der Kulturhauptstadt Ruhr 2010. Denn das zweite und letzte Konzert fand am Wochenende in der ausverkauften Kölner Philharmonie statt.
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