Finanzierung von Frauenhäuser bleibt ungesichert
02.05.2010 | 21:08 Uhr 2010-05-02T21:08:00+0200
Schwelm. Das Frauenhaus EN informierte gemeinsam mit der Geschäftsführerin des Runden Tisches EN, Renate Terboven, über das Thema häusliche Gewalt.
Am vergangenen Freitag machte ein Informationsstand in der Fußgängerzone auf die mangelnde Finanzierung der Frauenhäuser aufmerksam.
Bürgerinnen und Bürger konnten sich mit ihrer Unterschrift dafür einsetzen, dass jede von Gewalt betroffene Frau mit ihren Kindern schnelle und unbürokratische Zuflucht in einem Frauenhaus bekommt. „Ihre Zukunftspläne wurden ihr aus dem Kopf geschlagen. Als Studentin wird ihr kein Platz im Frauenhaus finanziert.” Diese Aussage, auf den Postkarten des Informationsstandes zu finden, sollte die Bürgerinnen und Bürger endlich wachrütteln.
Die Kampagne „Schwere Wege leicht machen” fordert die Landtagsabgeordneten Nordrhein Westfalens auf, per Gesetz dafür zu sorgen, dass Frauen endlich einen Rechtsanspruch auf staatlichen Schutz und Unterstützung erhalten. Bislang werden Frauenhäuser in Nordrhein-Westfalen einzelfallunabhängig und bedarfsgerecht finanziert.
Denn auch nach über 30 Jahren Frauenhausarbeit ist die Finanzierung der Häuser ungesichert und vom Einzelfall abhängig.
Derzeit werden die Frauenhäuser in Nordrhein-Westfalen aus verschiedenen Töpfen finanziert. Land, Kommune und die Frauenhausträger selbst sind an der Finanzierung beteiligt
Im EN-Kreis beträgt der Tagessatz 33 Euro pro Tag und Person, der eventuell komplett von der Betroffenen übernommen werden muss. Für eine Frau mit zwei Kindern entstehen Kosten in der Höhe von bis zu 3000 Euro im Monat.
Diese Form der Finanzierung verhindert, dass alle von Gewalt betroffenen Frauen mit ihren Kindern – unabhängig von ihrer individuellen Situation – Schutz und Unterstützung in Anspruch nehmen können.
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