Bei Transsib-Tour Baden im Baikalsee
09.09.2008 | 16:55 Uhr 2008-09-09T16:55:02+0200Ennepetal. Flug bis Moskau, weiter mit dem Zug rund 9100 Kilometer nach Shanghai. ...
... Insgesamt waren Moritz Schäfer aus dem Krusensteiner Weg 12 in Voerde und dessen Cousin Jan Schäfer aus Oer-Erkenschwick 25 Tage im Rahmen einer Transsib-Tour unterwegs sein. Die meiste Zeit im Zug.
Moritz Schäfer (22), ehemaliger Reichenbach-Schüler, studiert wie Cousin Jan (23) an der Ruhr-Uni Bochum. Moritz Germanistik und Sport, Jan Theologie, Geschichte und Germanistik. Vor drei Jahren hatten die Cousins "nur mal so rumgesponnen", eine Tour mit der Transsibirischen Eisenbahn, kurz Transsib genannt, zu unternehmen. Im Oktober vergangenen Jahres habe es endlich geklappt, "und das zu relativ günstigen Preisen", so Moritz. Zwar hat man von den Olympischen Spielen nur noch die Nachwirkungen zu spüren bekommen.
Ein bisschen Russisch habe man gelernt, den Reiseführer studiert, Visa beschafft und sich einen großen Rucksack zugelegt, Tauchsieder und Notizbuch gekauft sowie neue Sachen für weitere Wanderungen. Vom Moskauer Bahnhof Jaroslawer ging es über Irkutsk und Ulan-Bator nach Peking. Man war in Hotels, aber auch bei Gastfamilien untergebracht, wobei man auf die Gastfamilien besonders gespannt gewesen sei. "Frau Tatjana Sermyagina in der 2. Etage der Karl-Liebknecht-Straße" hieß es vielversprechend, wo man verweilte.
Mit 80 km/h konnte man unterwegs alles Fremde genauestens unter die Lupe nehmen. Mongolei, Baikalsee, Überquerung großer Flüsse wie Wolga und Amur - es war spannend. Und wenn der Transsib unterwegs hielt und man frische Luft schnappte , musste man schon aufpassen, dass er nicht ohne einen weiterfuhr.. Nur nahe Peking "an der Mauer" wurde "gehupt" - dann hieß es "Rücksprung ins Zuginnere".
Am meisten gespannt war man auf Ulan-Bator oder auf die Wüste Gobi. Einer der Höhepunkte war am Schluss der Reise von Shanghai/Bahnhof mit dem Transrapid mit immerhin 430 km/h zum Flughafen Shanghai Pudong zu fahren, besser zu "fliegen".
Aus der Mongolei schickte uns Moritz Schäfer liebe Grüße an die WR. U.a. schreibt der Ennepetaler, dass der Baikal einfach grandios sei - zehn Minuten sei man bei knapp 13 Grad Wassertemperatur im größten Süßwassersee der Erde geschwommen. Zwei Stunden habe gebraucht, um wieder warm zu werden. "Schon krass bei dem Gedanken, dass es nur 200 Meter vom Ufer entfernt steil bis zu 1,4 Kilometern in die Tiefe geht - und in 42 Kilometer Entfernung auf der anderen Seite stehen die Zweitausender eines Gebirges". Wenn es im Ort einer Gastfamilie kein Abwassersystem gebe, müsse der Donnerbalken her. An einer russisch-mongolischen Grenze habe man fünf Stunden gestanden, da der Zug umrangiert werden musste. In Ulan-Bator: "Von außen mal wieder ein richtig hässlicher Wohnblock in der City, nach drei Eisentüren befand man sich aber bei einer netten kleinen Familie - Oma, Mutter, Tochter". Das buddhistische Gandan-Kloster mit seiner 26 Meter hohen vergoldeten Heiligen-Statue sei imposant gewesen. "Alles echt spottbillig hier!", so mailte Moritz Schäfer der WR.
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