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Grünpflege

Unkraut in voller Pracht

05.07.2012 | 18:31 Uhr
Feature aus dem Innenhafen Duisburg. Anwohner der Hansegracht beschweren sich über das Unkraut am Wegrand, Dienstag den 03.07.2012. Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool

Duisburg. Eigentlich lebt er gerne zusammen mit seiner Frau am Innenhafen . Doch es gibt gewisse Dinge, die Ulrich J. Grote stören seitdem er 2009 aus beruflichen Gründen von Bonn nach Duisburg gezogen ist. Dazu gehört die, in seinen Augen, völlig unzureichende Pflege der Grünflächen in dem Bereich zwischen Stresemannstraße und Innenhafenbecken.

„Das Unkraut wuchert direkt an den Grachten, die Schottersteine werden nicht durchgeharkt und vom Drachenbootrennen liegen immer noch die abgeschnittenen Kabelbinder herum“, sagt der verärgerte Anwohner.

Ein Dorn im Auge ist ihm die Situation eigentlich erst seit Anfang 2011. Da ging die Pflege dieses Innenhafen-Bereichs seines Wissens aus einer anderen Zuständigkeit in die der Wirtschaftsbetriebe über. Als im Frühjahr das Unkraut an den Begrenzungen der Grachten auf einen Meter anwuchs, wollte der 57-jährige dies nicht mehr länger mit ansehen. Er wandte sich mit seiner Beschwerde direkt an die Wirtschaftsbetriebe. Als nach zwei Wochen keine Rückmeldung kam, drohte er sich an die Presse zu wenden. Schließlich kam ein Mitarbeiter raus, um sich ein Bild von der Situation zu machen. Kurze Zeit später wurde, sehr zu Grotes Genugtuung, gejätet, gemäht und gesäubert.

Einmal im Jahr kommt die Straßenreinigung

Nun steht er in diesem Jahr wieder vor demselben Problem. „Es scheint ein systemischer Fehler vorzuliegen“, vermutet er, denn im Gegensatz zum Bereich rund um die Stresemannstraße, seien die Wiesen am Wasserspielplatz getrimmt. Auch die Mülleimerleerung unterliege keinem genauen Muster. Zwar würden diese regelmäßig geleert, aber eine Ausnahme gäbe es doch.

Der Abfallbehälter zwischen Hafenbecken und Legoland quelle ständig über. Wenn der Rentner die schöne Aussicht von seinem Balkon auf der Stresemannstraße genießen wolle, störe er sich ständig an diesen Kleinigkeiten. „Das Unkraut blüht zwar gerade in voller Pracht, aber das Mauerwerk bei den Grachten wird dadurch auf Dauer zerstört“, meint er. „Man hat das Gefühl, die hätten das Quartier hier schön saniert und denken, sie bräuchten nun nichts mehr zu machen.“ Damit der Innenhafen ein Aushängeschild für die Stadt bleiben könne, müsse man ihn besser pflegen.

Die Auffassung von Ulrich J. Grote wird von Silke Kersken, Sprecherin der Wirtschaftsbetriebe, nicht geteilt: „So dramatisch sieht es dort nicht aus.“ Einmal im Jahr rücke der Straßenreinigungstrupp aus, um sich der zeitintensiven Innenhafenreinigung anzunehmen. „Da es kein gebührenrelevanter Bereich ist, haben wir keine Möglichkeit, das öfter zu machen“, sagt sie. Nach Festen und Veranstaltungen am Innenhafen rücke in der Regel jedoch eine spezielle Gruppe der Wirtschaftsbetriebe aus, um den Müll einzusammeln.

Eine gute Nachricht gibt es für Grote aber doch noch: Die jährliche Groß-Reinigung erfolgt laut Kerkens immer im Juli. Er muss also nicht mehr lange auf ein aufgeräumteres Erscheinungsbild seiner Nachbarschaft warten.

Innenhafenfest

 

Verena Barton-Andrews



Kommentare
08.07.2012
15:54
Unkraut in voller Pracht
von ulrics | #15

Die Wirtschaftsbetriebe wollen nur unser Bestes, unser Geld. Eine angemessene Leistung für den Preis bekommen wir nicht.
Man schaue sich nur mal das erst Stück der Europaallee in Rheinhausen an. Von Tor 1 aus kommend ist der Radweg auf der rechten Seite nicht benutzbar, weil zugewuchert. Eine Email ans Ordnungsamt hat bisher nichts gebracht. Ich gehe mal davon aus, dass liegt auch in der Zuständigkeit der WB.

06.07.2012
17:05
Unkraut in voller Pracht
von faraway | #14

@graphos

Alleine die Steuern die ich direkt an die Stadt Duisburg entrichte sowie die Anteile meiner Lohn- und Umsatzsteuer die auf die Komunen verteilt werden, davon könnte ich jedes Jahr einen tollen Urlaub machen.

06.07.2012
14:33
Ein Dorn im Auge ist ihm die Situation eigentlich erst seit Anfang 2011. Da ging die Pflege dieses Innenhafen-Bereichs seines Wissens aus einer anderen Zuständigkeit in die der Wirtschaftsbetriebe über
von eidaisserjawieder | #13


und der alte auftraggeber holte sich das geld auf irgend eine art und weise von den anwohnern und der stadt bzw aus foerdertoepfen
nun sind die foerdertoepfe leer
die meisten buden vertickt
jetzt seht mal zu wie ihr das umfeld sauber bekommt

wieso soll es am innenhafen besser aussehen als im rest der stadt ?

06.07.2012
11:29
Unkraut in voller Pracht
von Kahoona | #12

ich kann es mir vorstellen, das es dort so aussieht.
das der müll dort liegt und das unkraut wächst. aber wenn man sich so sehr an dem grünzeug stört, dann sollte man vllt. mal ne anwohner initiative gründe und selbst handanlegen.

mir ist auch aufgefallen, das es bestimmte stellen gibt, die nach veranstaltungen nicht gesäubert werden.
nach dem hafenfest ist zb. auf dem THS palteu im Innenhafen der ganze schutt von den Steinmetzen liegen geblieben.
da wir diese fläche gern nutzen um dort bikepolo zuspielen, machen wir auch selber sauber.

allerdings ist nach letztem samstag (extraschicht) dort auch glas und müll liegen geblieben..... wir hatten auch wieder nen besen dabei.

daher: wenn etwas stört, muss man irgendwann tätig werden und mal selbst unkraut jäten, besonders wenn man rentener ist und zeit hat.





06.07.2012
10:33
Unkraut in voller Pracht
von herb630 | #11

Ich habe volles Verständnis für das Problem.
Ich habe im Garten auch alles grün.
Und dann noch dieses Viechervolk, Bienen und anders Fluggetier, Würmer etc.
Aber mal ehrlich, das ist doch wirklich einen Artikel wert.
Ich glaube es ist an der Zeit das Abo zu kündigen

06.07.2012
08:54
Unkraut in voller Pracht
von moka2406 | #10

...ja, wer keine Sorgen hat, der macht sich halt welche.

Es gibt welche, die regen sich über alles und jedes auf..

Er kann wirklich zufrieden sein, dort im "Promiviertel" von Duisburg wohnen zu können und zu düfen!


Hier in Rheinhausen am Berthakrankenhaus, wird neuerdings sogar oft abends, (scharf?) ich weiß es leider nicht, geschossen. Egal! Einfach sooo..ohne Anlaß!

Dabei ging es vor Jahren hier noch " gesittet" zu, als diese als "Thyssenwohnungen" noch vermietet wurden!

Jetzt bei der " tollen " Immeo, wo man sich wohlfühlt?"...und die "Seele baumeln lassen soll?" So der hauseigene "Werbeslogan", laut lach! ist es hier auch nicht mehr sicher !

Es wäre begrüßenswert, wenn hier mal mehr Streife gefahren würde...aber womit denn? haben wir überhaupt hier noch Polizeifahrzeuge?

06.07.2012
08:42
Pipifaxpflege
von graphos | #9

@6
Liebe(r) faraway,

Sie brauchen sich keine Sorgen machen: IHRE Steuergelder werden garantiert nicht für Pipifaxpflege ausgegeben. Ihre Steuergelder gehen nämlich in Bankenrettungen, Rettungsschirme, Haushaltsausgleiche von Bund und EU, EU-Fördermittel (aus denen dann in anderen Ländern 365Mio für nicht existenete Autobahnen abgezweigt werden) und so weiter. Wenn die paar Euro, die Sie im Jahr an Steuern zahlen, überhaupt irgendwohin gehen, dann können Sie schon stolz sein: die gehen immerhin irgendwo hin.

Wovon Städte solche Pipifaxpflege bezahlen, dass sind in der Regel die Einnahmen aus Gewerbesteuern. Oder, im Falle von Bonn, aus Sonderzuweisungen des Bundes an die Stadta für den Umzug der Bundesbehörden nach Berlin.

Und Herrn Grote sei empfohlen, das ganze von einer ganz anderen Seite zu betrachten: er wohnt jetzt in einem Naturbiotop!

06.07.2012
08:29
Unkraut in voller Pracht
von 47169marxloh | #8

Die Stadt ist doch selbst schuld. Viel Dreck und Unkraut kommen daher, dass vor vielen Mietshäusern durch die Anwohner der Gehweg nicht gefegt wird,- und dazu sind sie verpflichtet.Die Stadt setzt das aber nicht durch. Dabei hilft ganz einfach ein Bußgeld gegen den Hauseigentümer und schon wird wieder gefegt werden.

06.07.2012
07:44
Unkraut in voller Pracht
von ewigermahner | #7

Ja, Ja, so ist das. Die ganze Stadt verkommt und der zugereiste Bewohner des Luxusviertel am Innenhafen regt sich über solche Lappalien auf. Bezeichnend, dass die Zeitung über so einen Quatsch schreibt, statt sich mit den tatsächlichen Problemen zu beschäftigen. Wie wärs denn mal mit einer Reportage über die Zustände in Laar, Bruckhausen oder Hochfeld?

1 Antwort
Unkraut in voller Pracht
von niedrigniveauindikator | #7-1

Wohnen dort Migranten bzw Menschen mit diesem Hintergrund? Wenn ja, beantwortet sich ihre frage doch von allein, oder? ;-)

06.07.2012
00:05
Unkraut in voller Pracht
von faraway | #6

Das sind mir die liebsten immer schön mit der Presse drohen und die Presse gibt solchen Leuten auch noch ein Forum.

Auf gehts Presse, fordert eine Sonderabgabe für die Anwohner des Innenhafens, damit man die Anlage dort auch "ordentlich" pflegen kann. ICH möchte jedenfalls nicht das MEINE Steuergelder für pipifaxpflege am Innenhafen ausgegeben wird.

Wenn das Foto diesmal ein aktuelles ist und nicht wieder ein jahrealtes Alibifoto von irgendwo, dann finde ich persönlich den Zustand als absolut akzeptabel.

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