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Einbürgerung

Stadt Duisburg hat nicht genug Personal für Einbürgerungen

26.01.2013 | 09:00 Uhr
Stadt Duisburg hat nicht genug Personal für Einbürgerungen
Bis zum Sommer werden in der Duisburger Stadtverwaltung keine neuen Einbürgerungs-Anträge mehr bearbeitet.Foto: Ute Gabriel

Duisburg.  Ausländer, die die deutsche Staatsbürgerschaft in Duisburg beantragen möchten, haben momentan keine Möglichkeit dazu. Derzeit stapeln sich die Anträge bei der Einbürgerungsstelle. Die ersten Termine können erst ab Juni 2013 wieder vergeben werden. Grund sind u.a. Sparmaßnahmen der Stadt.

Ausländer, die bei der Stadt die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen wollen, haben dazu keine Chance: Telefonisch ist keiner der Sachbearbeiter zu erreichen, die Einbürgerungsstelle auf der Königstraße vergibt keine Termine für die notwendigen Beratungsgespräche.

Keine Neuanträge mehr

„Wir nehmen bis zum Sommer keine Neuanträge mehr entgegen“, bestätigte Stadtsprecherin Susanne Stölting der WAZ-Mediengruppe. Hintergrund ist ein extremer Personalmangel: Von den sechs Mitarbeitern, die in der Einbürgerungsstelle planmäßig vorgesehen sind, ist nur ein einziger anwesend. Und das offenbar seit längerer Zeit: Inzwischen haben sich 1500 unbearbeitete Anträge aufgestaut — so viele wie sonst innerhalb eines ganzen Jahres eingehen. Der einzig verbliebene Sachbearbeiter muss sie jetzt abarbeiten.

Kommentar
Ist das nur der Anfang?

Unglaublich: Auf dem Schreibtisch eines einzigen Mitarbeiters stapelt sich die gesamte Arbeit eines Jahres einer kompletten Abteilung. Wenn die Stadt solche unhaltbaren Zustände wie in der Einbürgerungsstelle nicht ausgleichen kann, bleibt die bange Frage: Ist das nur der Anfang?

Der Fall lässt das ungute Gefühl aufkeimen, was da noch alles in der Zukunft auf die Duisburger zukommen könnte. In den kommenden acht Jahren muss die Stadt noch 700 Stellen abbauen. Das wird der Bürger gewiss zu spüren bekommen. Aber wie schlimm kann es werden? Müssen wir bald im Bürgerservice bis vor die Tür in der Schlange stehen? Können wir unser Auto bald nicht mehr am gleichen Tag an- oder ummelden? Müssen wir neue Ausweise ein Jahr im Voraus beantragen, damit wir rechtzeitig in den Urlaub fliegen können?

Sich mit solchen Fragen auseinander setzen zu müssen ist das Schicksal einer Pleite-Kommune, die in fetten Jahren nicht gespart und lange über ihre Verhältnisse gelebt hat. Der Schuldenberg wächst dieses Jahr auf die neue Rekordhöhe von 1,85 Milliarden Euro. Die Weisheit, diese Last nicht immer weiter auf die nächste Generation zu schieben, sie ist etwas spät vom Himmel gefallen. Ingo Blazejeswki

Laut Stölting gebe es längere Krankheitsfälle und offene Stellen, die die Stadt wegen des Sparzwangs nicht nachbesetzen darf. „Wir geben uns alle Mühe, so schnell wie möglich hinterher zu kommen“, sagt Stölting. Ab April könne eine Stelle wieder neu besetzt, Termine wohl wieder ab Juni vergeben werden. Ausnahmen seien Notfälle, der Antrag solle per Post oder E-Mail gestellt werden. Dass Mitarbeiter aus anderen Bereichen aushelfen, sei nicht möglich: „Wir haben an vielen Stellen Engpässe. Wenn wir woanders jemanden abziehen, reißen wir dort eine neue Baustelle auf. Langsam wird es wirklich eng.“ Einen Rechtsanspruch, dass Anträge in einer gewissen Frist bearbeitet werden, gebe es nicht.

Kritik vom Integrationsrat

„Die Sparmaßnahmen treffen zuerst die Migranten . Sie werden benachteiligt“, sagt Sevket Avci, Vorsitzender des Integrationsrats. „So geht es nicht mehr. Hier muss dringend etwas gemacht werden.“ Auch bei der Ausländerbehörde gebe es Wartezeiten von sechs Monaten. „Und das in einer Stadt, in der ein Drittel der Einwohner einen Migrationshintergrund haben.“ Nächste Woche habe er ein Gespräch beim OB , sagt Avci. „Der muss mit seinem Personaldezernenten eine Lösung finden.“

Ingo Blazejewski



Kommentare
30.01.2013
15:29
Stadt Duisburg hat nicht genug Personal für Einbürgerungen
von albertus28 | #23

So einfach läßt sich das Sonntagsreden-Gesülze von ROT-GRÜN und durch deren Montagshandeln entlarven.
Wenn man bedenkt,welche emotionale und faktische/rechtliche Bedeutung diese staatsbürgerliche Entscheidung für den Antragsteller hat und hatte....und dann:wir haben für euch 1500 Menschen zwar einen zuständigen Minister und eine zuständige Integratonsstaatssekretärin und tolle und warme Sprüche von Hannelore Kraft an Sonntagen und bei Wahlkampfreden, aber im roten Duisburger Rathaus keinen Sachbearbeiter -Pech gehabt."Ab April könne eine Stelle besetzt...ab Juni wieder Termine vergeben werden.." Traurig,zynisch ,nur noch peinlich.
Wo bleibt denn eigentlich der Aufschrei der üblichen Verdächtigen,der Parteien,der Verbände,der Kirchen. derWAZ ,oder lieber Ingo Blazejewski ,sollte ihr milder Kommentar zum traurigen und längst bekannten Schuldenstand als solcher verstanden bzw gedeutet werden ?

28.01.2013
05:57
Stadt Duisburg hat nicht genug Personal für Einbürgerungen
von spruehsahne | #22

Der Integrationsrat soll sich mal zurückhalten mit seinen Sprüchen wie der der „Benachteiligungskeule“.
Es betrifft alle Bürger auch in anderen Lebens-Bereichen.
http://www.derwesten.de/staedte/hagen/fast-jeder-dritte-bauantrag-in-hagen-bleibt-unbearbeitet-id7519445.html

27.01.2013
15:08
Stadt Duisburg hat nicht genug Personal für Einbürgerungen
von HartaberWahr | #21

Guter Plan - neuer Stil oder war es Alter Plan - alter Stil? Ersetzen wir Stil durch performance - das moderne Wort für "Leistung" - sind wir am Problem:

Leistung, Leistungswille, Leistungsbereitschaft, DienstLeistung für den Bürger.......niemand kann das mehr bestreiten - kommen in Rathaus und Verwaltung schon lange nur noch als Gerücht vor. Der Kopf dieses Fisches mit seiner gelebten Selbstbedienungsmasche kann für Beamte und Angestellte nicht wirklich als Vorbild dienen.

Woher kommt nur dieser Geruch?

DUISBURG - wir können alles, außer RICHTIG !

27.01.2013
14:20
Stadt Duisburg hat nicht genug Personal für Einbürgerungen
von hercules150 | #20

Bei einigen Kommentaren hier muss ich mich als Deutscher mal wieder schämen über so viell unterschweligen Rassismus. Selbstredend ist das in Duisburg immer an der falschen Stelle gespart wird und zu notarius natürlich sind die Wirtschaftsbetriebe indirekt städtisch genau wie die Gebag das IMD die DVV und was weiß ich noch alles an Töchter und Brüderchen.

27.01.2013
07:10
Stadt Duisburg hat nicht genug Personal für Einbürgerungen
von notarius | #19

@von funkstarsirk | #16
Es geht hier nicht um Rassismus, sondern um die Äußerung des Herrn Sevket Avci, die so nicht stimmt.
Somit wird nicht zuerst bei den Migrante gespart.
Die Sparmaßnahmen treffen die Bürger schon seit Jahren mit voller Härte.
Aber eine Stadt, die zwei Versorgungposten für "verdiente" Mitarbeiter schaffen kann, anstatt neue Mitarbeiter einzustellen ist unglaubwürdig.
Für die 400000, die Greulich und Linsen erhalten, hätte man locker 10 neue Mitarbeiter einstellen können.
Jetzt erzähl mir keiner die Wirschaftsbetriebe sind nicht die Stadtverwaltung.
Bezahlt wird alles vom Steuerzahler.

27.01.2013
02:39
Stadt Duisburg hat nicht genug Personal für Einbürgerungen
von dren | #18

die großen Personalprobleme werden noch kommen.... es ist die spitze des eisbergs und die zeit wird die probleme erst sichtbar machen. wer will noch im öffentlichen dienst als beamter arbeiten, abgestochen zu werden, angespuckt und von der gesellschaft als schlaftablette angesehen zu werden, und nicht zu vergessen, ein einkommen von bis zu 33% weniger zu erhalten, als vergleichbare berufe in der privaten wirtschaft. in anderen gemeinden sind 50% der jungen leute kurz vor beginn der ausbildung noch abgesprungen, weil ihnen der öffentliche dienst keine finanzielle perspektive bietet. wer was anderes hier schreibt, der lebt in einem film, der schon vor dem ersten weltkrieg geendet hat.

27.01.2013
01:02
@ funkstarsirk
von Mortaro | #17

Ich bin ja nun wirklich ganz fern von Rechts, habe auch eine griechische Mutter, aber es ist doch wohl kein Geheimnis, dass viele Moslems oder Osteuropäer eben nur hier leben wollen um Geld abzugreifen und oft auch zusätzlich kriminellen Aktivitäten nachgehen zu können.

Sicherlich sind diese kriminellen Subjekte oft in der Minderheit, allerdings wird eben nicht genug "getestet" wer zu welcher Colour gehört.

Da "wir Deutschen" noch dazu viel zu wenig abschieben und uns auf der Nase rum tanzen lassen von kriminellen Arschlöchern, ist der Wille bestimmte Leute gar nicht mehr erst rein zu lassen ins Land doch verständlich, wenn diese einen weit überdurchschnittlichen Anteil an Kriminellen oder Schlägern liefern ...

Jeder Zweite in deutschen JVAs ist ein Ausländer, aber wehe man sagt diese stellen die RELATIVE Mehrheit der Kriminellen dar (was die WAHRHEIT ist !), dann kommen Leute wie sie und wollen das anzweifeln.

Sie sind doch selbst Moslem, deswegen wollen sie das nicht wahr haben !

1 Antwort
Stadt Duisburg hat nicht genug Personal für Einbürgerungen
von Punktezebra | #17-1

Mehr Wahrheit geht nicht!
Ihren Artikel unterschreibe ich sofort!

26.01.2013
22:44
typisches Kleinbürgertum
von funkstarsirk | #16

Die Kommentare hier passen zum Kleinbürgertum der Duisburger ... irgendwie liest man unterschwelligen Rassismus, wenn die Leute hier kommentieren, dass es nicht schlimm wäre, wenn niemand aus dem Ausland eingebürgert werden könne oder wenn man die untragbare Situation der BÜRGER (ja, auch die Ausländer in DU zahlen Steuern und haben Anspruch auf Bürgerservice) verharmlost mit dem Hinweis, man selbst sei auch betroffen ... Zudem: In der Tat werden Grundprobleme des Öffentlichen Dienstes deutlich: Stellenabbau an der Front, der den Bürgerservice einschränkt und der extreme Krankenstand der Mitarbeiter.

2 Antworten
unterschwelliger Rassismus...
von Plattini | #16-1

...kann auch dadurch entstehen, wenn man ständig mit der Braunen ******* gleichgesetzt wird, sobald man sich Gedanken darüber macht, dass Menschen, die hier ihre Heimat haben, schlechter behandelt werden, als solche, die hier kaum die deutsche Sprache beherrschen.
Nein, ich habe nichts gegen Ausländer.
Und nein, ich freue mich, wenn jemand einen deutschen Pass beantragt und bekommt.
Aber wenn ich hier lebe und mich lieber in der Türkei beerdigen lasse, stellt sich für mich schon die Frage,ob ich hier wirklich meine Heimat finden will...

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Name von Moderation entfernt | #16-2

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26.01.2013
21:04
Stadt Duisburg hat nicht genug Personal für Einbürgerungen
von xxyz | #15

Der offentliche Dienst wird immer mehr zum Problem. Deutschland braucht eine effiziente Verwaltung, die das 21 Jahrhundert mit wenig Hierarchien und Eigenverantwortung begruesst. die hohen Krankenstaemde und Fruehpensionierungen passen nicht in das Bild.

Der Buerger zahlt Steuern und kann vom Staat Leistung mit schlanker Verwaltungberwarten.

Zur Not muessen die Gebuehren erhoeht werden, obwohl sie fuer einfache Standard Prozesse oft jetzt schon sehr teuer sind.

Duisburg ost in der Pflicht und der oeffentliche Dienst muss Leistung zeigen.

26.01.2013
20:10
Stadt Duisburg hat nicht genug Personal für Einbürgerungen
von Pitti12 | #14

Die sonst am lautesten auf die "faulen Beamten" schimpfen" sind nun am jammern. Das ist der Erfolg, wenn in der Öffentlichkeit jahrelang geschrien wird es würde zuviele Beamte geben. Der Personalmangel ist bereits in vielen Bereichen deutlich zu spüren. Das in diesem Fall darüber berichtet wird liegt einfach daran, dass es sich um unsere Migranten handelt. Würde es sich um einfache Bauanträge handeln, würde wohl keine Zeile dazu in der Zeitung stehen.

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