Das aktuelle Wetter Duisburg 11°C
Prozess

Spediteur stahl Elektronik im Wert von 2,6 Millionen Euro

17.01.2013 | 17:58 Uhr
Spediteur stahl Elektronik im Wert von 2,6 Millionen Euro
Bis zu dem Prozess dauerte es sechs Jahre.Foto: WAZ FotoPool

Duisburg.  Ein 43-jähriger Spediteur machte bei einem Riesen-Betrug mit und schaffte vier Sattelschlepper mit Elektronikartikeln im Wert von 2,6 Millionen Euro auf die Seite. Sechs Jahre nach dem gigantischen Betrug hatte sich der Mann nun vor dem Duisburger Landgericht zu verantworten.

Vier Sattelschlepper, randvoll mit Elektronikartikeln im Wert von 2,6 Millionen Euro hatte eine damals in Kaßlerfeld ansässige Spedition im Jahre 2007 transportieren sollen. Doch ihren Bestimmungsort erreichten Drucker, Kopierer und Faxgeräte nie. Während die Spediteure noch so taten, als hätten sie keine Ahnung, wo die Ware geblieben war, und Strafanzeige gegen Unbekannt stellten, vertickten Hintermänner die Geräte schon im Raum Berlin.

Für seine Mitwirkung an dem gigantischen Betrug musste sich am Donnerstag ein 43-jähriger Mann vor dem Landgericht am König-Heinrich-Platz verantworten. Kurz zuvor hatte der bis dato völlig unbescholtene Mann als Disponent von einem Mülheimer Unternehmen zu der Duisburger Firma gewechselt.

Überraschend schnell wurde ihm klar, dass es dort nicht mit rechten Dingen zuging. Seine Chefs machten überhaupt kein Hehl daraus, die eine oder andere Landung verschwinden lassen zu wollen. Was der 43-Jährige vor seinem Wechsel nicht gewusst hatte: Die kleine Spedition wurde von Leuten betrieben, die zu einer international agierenden Bande gehörten.

Ihr Ziel: Kostenlos an die Ware anderer zu kommen, um sie dann auf eigene Rechnung zu verkaufen.

Die Elektronik aber blieb verschwunden

So geschah es auch mit den vier Sattelzügen voller Elektronikartikel, die vorsorglich bereits auf Sattelauflieger mit falschen Kennzeichen geladen worden waren - um die Schuld notfalls einem Subunternehmer in die Schuhe schieben zu können. Heimlich wurde die Ware dann umgeladen und im Raum Berlin in diversen Lagerhallen deponiert. Dort konnte die Polizei kurz danach immerhin einen erheblichen Teil der Beute sicherstellen.

Elektronik im Wert von 600.000 Euro, die offenbar schon Abnehmer gefunden hatte, blieb allerdings verschwunden.

Für seine Mitwirkung sei ihm zwar Geld in Aussicht gestellt worden, so der rückhaltlos geständige Angeklagte. Da die Sache dann aber rasch aufflog, habe er tatsächlich nie etwas davon gesehen. „Dafür habe ich jetzt sechs Jahre lang in Angst gelebt“, so der 43-Jährige.

Angst vor einem Urteil, das angesichts der Gesamtumstände mit zwei Jahren auf Bewährung allerdings recht milde ausfiel. Schließlich hatte sich der Angeklagte sonst nie etwas zu Schulden kommen - weder vor noch nach der Tat im Sommer 2007. Dafür, dass es bis zu seinem Prozess fast sechs Jahre gedauert hatte, konnte er nichts. Die Justiz hatte in einer Reihe von Verfahren zunächst die Haupttäter abgeurteilt und sich mit seinem Prozess alle Zeit der Welt gelassen.

Bodo Malsch



Kommentare
17.01.2013
20:54
Spediteur stahl Elektronik im Wert von 2,6 Millionen Euro
von PantheraOnca | #1

Das ist ja mal wieder eine Überschrift, wirklich unterirdisch. Es geht doch im Artikel überhaupt nicht um dem Spediteur, sondern um einen "Disponenten".
War wieder der Praktikant am Werk ?

Aus dem Ressort
Neue CD mit Liedern für MSV-Fans unterstützt klammen Verein
Fußball
Das "Duisburg-Lied" gehört zu jedem Heimspiel des MSV. Jetzt hat sich der Sänger und Ur-Rocker Dagmar Horn Verstärkung ins Studio geholt und eine ganze "Retter-CD" eingespielt. Von Fans für Fans. Und um die klamme Kasse des Herzens-Vereins ein bisschen aufzufüllen.
Umstrittene Duisburger Zeltstadt wird Ende Oktober abgebaut
Asylbewerber
Ende des Monats soll die Zeltstadt in Duisburg Walsum, in der Flüchtlinge unterkommen sollten, abgebaut werden. Das erklärte Oberbürgermeister Sören Link gegenüber Mitgliedern des "Runden Tischs Asyl". Weil von ihnen alternativer Wohnraum angeboten worden sei, wurden die Zelte nicht benötigt.
Europas größter Hochofen in Duisburg wieder unter Feuer
Wirtschaft
Nach dreimonatigem Stillstand und Instandsetzung hat Thyssen-Krupp Europas größten Hochofen in Duisburg wieder angefahren. 12 000 Tonnen Roheisen können täglich geschmolzen werden. Anwohner beklagten Brandgeruch, dafür hat sich das Unternehmen entschuldigt. Es bestehe keine Gesundheitsgefahr.
Müll türmt sich auf Dächern in Duisburg-Marxloh
Verschmutzung
Anwohnern der Grillostraße im Ortsteil Duisburg-Marxloh reicht’s: Sie sind nicht bereit, die Zustände im Hinterland eines Abschnitts der Kaiser-Wilhelm-Straße weiter hinzunehmen. Dort türmen sich Müllberge, sogar auf den Dächern. Eine Frau bat die Zeitung, die Missstände publik zu machen.
EVG Duisburg warnt vor „Spaltung der Eisenbahnerfamilie“
Gewerkschaften
Lothar Wawrzyniak, Ortsvorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG richtet bei einer Feierstunde deutliche Worte an die streikenden Lokführer in der Gewerkschaft GDL: Die Polarisierung und Spaltung der Belegschaft müsse endlich ein Ende haben.
Fotos und Videos
Notfallübung im U-Bahn-Tunnel
Bildgalerie
Feuerwehr
HistoriCar 2014 in Duisburg
Bildgalerie
Oldtimer
Vergessener Topf setzt Haus in Brand
Bildgalerie
Feuerwehr