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OB-Wahl

Sören Link (SPD) gewinnt OB-Wahl in Duisburg, muss aber in die Stichwahl

17.06.2012 | 16:13 Uhr
OB Wahlen 2012

Duisburg.   Bei der Wahl zum neuen Duisburger Oberbürgermeister hat keiner der Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit erreicht. Der favorisierte SPD-Kandidat Sören Link scheiterte knapp an der 50-Prozent-Hürde. Am 1. Juli haben die Duisburger nun die Wahl zwischen ihm und CDU-Kandidat Benno Lensdorf.

Die Duisburger wählten Adolf Sauerland beim Bürgerentscheid am 12. Februar, etwa anderthalb Jahre nach der Loveparade-Katastrophe, ab. Sauerlands Nachfolger steht auch nach der heutigen OB-Wahl noch nicht fest: Favorit Sören Link (SPD) schrammte um 1,7 Prozentpunkte an der erforderlichen Mehrheit vorbei und muss am 1. Juli in die Stichwahl gegen Benno Lensdorf (CDU, 21,12%). Die Wahlbeteiligung lag schon heute, im ersten Wahlgang bei nur noch 32,84 Prozent. Nie zuvor beteiligten sich in Duisburg seit der kommunalen Neuordnung 1975 weniger Bürger an einem politischen Urnengang.

Über die Duisburger OB-Wahl berichteten wir im Live-Ticker. Die Chronik der Ereignisse:

19.50 Uhr: Wir haben uns wegen der niedrigen Wahlbeteiligung mal in der Datenbank der Landeswahlleitung NRW umgeschaut und dort alle Ergebnisse der Wahlen in Duisburg seit 1975 aufgerufen. Bei keiner Bundestags-, Landtags- oder Kommunalwahl wurden in Duisburg weniger Wähler gezählt als bei der heutigen OB-Wahl: 119.890. Stimmberechtigt waren 365.088 Duisburger. Ähnlich niedrige Wahlbeteiligungen gab es in der Stadt nur bei einer Europawahl. Bei der vorigen am 7. Juni 2009 gaben 116.455 Duisburger ihre Stimme ab. Damals waren allerdings auch etwa 20.000 Duisburger weniger wahlberechtigt.

Die Wahlbeteiligung bei den Europawahlen lag 2009 bei 33,6 Prozent. Dieser bisherige Negativ-Rekord wurde heute gebrochen: Die Wahlbeteiligung lag bei 32,84 Prozent. Und noch ein Vergleich: Bei der Abwahl Sauerlands am 12. Februar machten 41,16 Prozent ihr Kreuzchen.

OB-Wahl
OB-Wahl in Duisburg - So haben die Bürger gewählt

Die Duisburger müssen noch einmal ins Wahllokal, um ihren neuen Oerbürgermeister zu wählen. SPD-Kandidat Sören Link siegte zwar haushoch, kam aber nicht über 50 Prozent. Er tritt am 1. Juli gegen Benno Lensdorf an. Wie die Wähler in den Stadtbezirken für die 13 Kandidaten gestimmt haben.

19.45 Uhr: Das beste Ergebnis hat Sören Link übrigens in Walsum geholt: 62,08 Prozent. Kein Wunder: Der gebürtige Hamborner lebt mit seiner Lebenspartnerin Sonja Bartsch in Walsum, den Walhkreis Duisburg-Nord gewann er bei den Landtagswahlen 2005 und 2010 mit deutlichem Vorsprung. Nach seinem Einzug in den Düsseldorfer Landtag war er der jüngste Abgeordnete dort. Am schlechtesten schnitt der 35-Jährige bei der Wahl heute im Bezirk Mitte ab: Dort votierten "nur" 41,74 der Wähler für ihn. Zum Porträt Ein Link für Duisburg .

19.40 Uhr: Duisburg wird wieder rot – so kommentiert der stellvertretende Chefredakteur der WAZ, Wilhelm Klümper , das Ergebnis der OB-Wahl.

19.35 Uhr: Die extrem niedrige Wahlbeteiligung – nur 32,84 Prozent der Wahlberechtigten stimmten mit ab – erklärt der parteilose Bewerber Frank Koglin mit der "Politikerverdrossenheit in Duisburg". Wahlamtsleiter Burkhard Beyersdorff vermutet aber auch, dass "viele Duisburger enttäuscht von der Kandidatenaufstellung sind, weil sie sich andere, unabhängigere Kandidaten gewünscht haben." Hinzu kommt nach der Unterschriftensammlung für das Abwahlverfahren gegen Adolf Sauerland, dem Bürgerentscheid im Februar und der Landtagswahl wohl auch eine gewisse Wahlmüdigkeit.

19.30 Uhr: Aufbruchsstimmung im Rathaus, gut zwei Drittel der Besucher haben den Ratssaal schon wieder verlassen. Schließlich fängt in 75 Minuten ja das EM-Spiel gegen Dänemark an...

Link (SPD) in Duisburg vorn

19.21 Uhr: Alle Stimmbezirke sind ausgezählt. Das vorläufige amtliche Endergebnis: Sören Link (SPD): 48,3 Prozent, Benno Lensdorf (CDU): 21,12%, Ingrid Fitzek (Grüne): 5,65%, Barbara Laakmann (Linke): 2,17%, Rudolf Kley: 0,63%, Harald Lenders: 2,33%, Ahmet Peter Siegel: 0,49%, Rolf Hermann Karling 0,72%, Michael Rubinstein (Duisburgs Neuanfang): 11,58%, Sascha Dieter Miskov: 0,74%, Frank Koglin: 1,01%, Richard Wittsiepe (Bürgerinitiative Neuanfang Duisburg): 3,55%, Jörg Uckermann (pro NRW): 1,72% .

19.21 Uhr: Das vorläufige amtliche Endergebnis steht fest – und damit auch, dass die Duisburger am 1. Juli erneut wählen. Dann haben sie die Wahl zwischen SPD-Kandidat Sören Link und CDU-Bürgermeister Benno Lensdorf. Link erhielt heute 48,3 Prozent der Stimmen, Lensdorf nur 21,12 Prozent.

Sören Link (SPD): "Das ist ein tolles Ergebnis."

19.17 Uhr: Sören Link spricht mit uns: "Es geht mir sehr gut. Das ist ein tolles Ergebnis. Die Zahlen spiegeln die guten Gespräche an den Infoständen wieder." Link sagt, er sei nicht enttäuscht, dass es zur Stichwahl kommt: "Das Endergebnis ist entscheidend".

19.19 Uhr: Bis auf zwei Stimmbezirke in Rheinhausen sind alle 402 ausgezählt. Dem SPD-Kandidaten Sören Link gaben in diesen 400 Bezirken 48,3 Prozent der Wähler ihre Stimme. Für Benno Lensdorf (CDU) votierten 21,14 Prozent. Der 35-jährige Link und der 68-jährige Lensdorf müssen beziehungsweise dürfen also zur Stichwahl gegeneinander antreten.

Wird wohl Duisburgs neuer Oberbürgermeister: Sören Link (SPD).Foto: Foto: Hayrettin Özcan / WAZ FotoPool

19.18 Uhr: Das hier ist der Zwischenstand bei den Parlamentswahlen in Griechenland

19.15 Uhr: CDU-Kandidat Benno Lensdorf, der nun in die Stichwahl gegen Sören Link geht, will die kommenden zwei Wochen noch einmal "richtig Gas geben" und versuchen, vielleicht die Wähler der anderen Parteien für sich zu gewinnen. Zwar sei der Abstand zu Link überdeutlich, aber "ich bin erfreut, dass es überhaupt zur Stichwahl kommt, wo die SPD dachte, dass sie es im Alleingang erledigen könnte."

19.11 Uhr: Seit fünf Minuten keine neuen Meldungen. Noch immer fehlen die Ergebnisse aus fünf Wahlbezirken. Die Wahlbeteiligung zu diesem Zeitpunkt: magere 32,66 Prozent. Als Adolf Sauerland 2009 gewählt wurde, hatten 45,71 Prozent der Duisburger ihre Stimme abgegeben. Der CDU-Kandidat Lensdorf wird am Ende der Auszählung etwa 23 Prozentpunkte weniger als sein Amtsvorgänger Sauerland bei dessen Wiederwahl 2009 erreichen. Aktuell kann Lensdorf nur knapp über 21 Prozent der Stimmen auf sich vereinen.

Michael Rubinstein empfindet "Mischung aus Stolz und Enttäuschung"

19.06 Uhr: Kandidat Michael Rubinstein erklärt seine Gefühlslage und "eine Mischung aus Stolz und Enttäuschung. Ich hätte mir eine Stichwahl zwischen einem Partei- und einem unabhängigen Kandidaten gewünscht. Ich glaube, man vertraut in dieser schwierigen Situation lieber auf jemanden, der Erfahrung hat. Ich werde mich nach wie vor für Menschen einsetzen, dafür brauche ich kein Oberbürgermeisteramt." Der Geschäftsführer der jüdischen Gemeinde Duisburg/Mülheim/Oberhausen wirkt geknickt.

19.04 Uhr: Nur noch fünf (Stimmbezirke). Link: 48,36 Prozent.

19 Uhr: 393 Stimmbezirke sind ausgezählt, SPD-Kandidat Sören Link liegt bei 48,53 Prozent. Für den CDU-Kandidaten Benno Lensdorf, aktuell noch erster Bürgermeister und damit erster politischer Repräsentant der Stadt, haben in diesen 393 Bezirken 20,88 Prozent der Wähler gestimmt. 

Wahlsieger: Der Duisburger SPD-Chef Ralf Jäger und der OB-Kandidat der Sozialdemokraten, Sören Link, werden im Duisburger Ratssaal von Kamerateams und Fotografen umringt. Link holte 48,3 Prozent der Stimmen, muss also in die Stichwahl gegen Benno Lensdorf (CDU).Foto: Brinja Bormann/WNM

18.49 Uhr: Jubel im Ratssaal: SPD-Kandidat Sören Link trifft mit dem Duisburger SPD-Chef Ralf Jäger ein. Der Innenminister und sein Schützling werden sofort von Kamerateams umringt. Die beiden präsentieren sich als Wahlsieger, geben sich gut gelaunt. Derweil steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Stichwahl am 1. Juli zwischen Link und CDU-Kandidat Lensdorf: Es fehlen nur noch 16 Ergebnisse, und Link kommt auf 48,45 Prozent.

18.48 Uhr: 379 von 402 Schnellmeldungen sind zusammengerechnet, Sören Link kommt "nur" noch auf 48,58  Prozent.

18.43 Uhr: Eine Stichwahl am 1. Juli wird immer wahrscheinlicher. Nach 363 von 402 Meldungen liegt Sören Link nur noch bei 48,96 Prozent, Benno Lensdorf bei 20,52. Auf Rang drei: Michael Rubinstein mit beachtlichen 11,46 Prozent.

18.40 Uhr: 354 Stimmbezirke sind ausgezählt. Link (SPD): 49,09 Prozent. Lensdorf (CDU): 20,36 Prozent. Applaus im Ratssaal, als Link unter die 50-Prozent-Marke rutscht.

Sören Link rutscht von 53,43 Prozent unter die 50-Prozent-Hürde

18.38 Uhr: Jetzt ist er unter der 50-Prozent-Hürde: 337 Bezirke sind ausgezählt, Link liegt bei 49,87 Prozent der Stimmen.

18.37 Uhr: Je mehr Bezirke ausgezählt sind, desto geringer der Stimmenanteil Sören Links. Aktuell sind 324 von 402 Bezirken gemeldet, Favorit Link kommt auf 50,18 Prozent.

18.35 Uhr: Der parteilose Kandidat Harald Lenders fühlt sich gut, ist nicht aufgeregt. Aktueller Stand: SPD 52,79 Prozent, Lenders 2,34 Prozent. "Wenn ich jetzt die Schnellschüsse sehe, fühle ich mich positiv gestärkt in dem, was ich getan habe. Dass jeder sagt, es ist aussichtslos, aber trotzdem bin ich mit vollem Elan und Energie daran gegangen. Ich wär es natürlich gern geworden, aber in dieser roten Hochburg Duisburg geht's sowieso nicht anders."

Mit seinem Schild "Ihr neuer Oberbürgermeister" war Uwe Döhnert schnell von Pressefotografen umringt. Schon am Tag der Abwahl im Februar war der Krefelder vielen Beobachtern aufgefallen. Damals tauchte der Mann, der sich selbst "Pennerbubu" nennt, mit Trommel, Uniform und Gedicht vorm Rathaus auf. Döhnert hat sogar einen eigenen Youtube-Kanald und kandidierte 2009 für den Krefelder Rat - und bekam 12 Stimmen.Foto: Brinja Bormann/WNM

18.33 Uhr: 273 von 402 Stimmbezirken sind ausgezählt und ans Wahlamt gemeldet. SPD-Kandidat Sören Link hat ein paar Prozentpunkte verloren, liegt bei 51,18 Prozent. Zur Erinnerung: Soll einer der Kandidaten heute im ersten Wahlgang zum Oberbürgermeister gewählt werden, benötigt dieser die absolute Mehrheit, also mindestens 50 Prozent der gültigen Stimmen.

Abwahlinitiative fiel auseinander – Ex-Mitglieder unterstützen nun zwei Kandidaten 

18.25 Uhr: Nur nochmal für alle, die Duisburg aus der Ferne beobachten: Die so erfolgreiche Abwahlinitiative "Neuanfang für Duisburg" hatte sich nach Sauerlands Abwahl aufgelöst. Eine Gruppe um den Sprecher der Abwahlinitiative, Theo Steegmann, gründete die Bürgerinitiative "Neuanfang Duisburg", die nun den Kandidaten Dr. Richard Wittsiepe aufgestellt hat. Andere Ex-Mitglieder von "Neuanfang für Duisburg", taten sich zum Verein "Duisburgs Neubeginn" zusammen. Dieser Gruppe gehört auch der "Anti-Sauerland" Werner Hüsken an. Sie unterstützt den unabhängigen Kandidaten Michael Rubinstein.

18.23 Uhr: Im Wahlamt sind jetzt die Ergebnisse aus 181 Stimmbezirken eingegangen. Der Zwischenstand: Sören Link: 53,43%, Benno Lensdorf: 18,03%, Ingrid Fitzek: 4,89%, Barbara Laakmann: 2,41%, Harald Lenders: 2,31%; Michael Rubinstein: 10,11%, Sascha Dieter Miskov: 0,78&%, Frank Koglin: 0,82%, Richard Wittsiepe: 3,24; Rolf Karling: 0,84; Ahmet Peter Siegel: 0,52; Rudolf Kley: 0,72; Jörg Uckermann: 1,91

Die sechs aussichtsreichsten der 13 Kandidaten bei der OB-Wahl in Duisburg (v.l.): Benno Lensdorf (CDU), Michael Rubinstein (unterstützt von Piraten und FDP), Barabara Laakmann (Linke), Ingrid Fitzek (Grüne), Richard Wittsiepe (Neuanfang Duisburg) und Sören Link (SPD).

18.20 Uhr: Im Rathaus können die Duisburger den Verlauf der Auszählung im Ratssaal live verfolgen. Dieses Angebot nehmen zurzeit mehr als 100 Interessierte an, darunter allerdings vor allem Parteimitglieder und Journalisten.

18.14 Uhr: Aus den ersten 45 Wahllokalen sind im Wahlamt bereits Schnellmeldungen der ausgezählten Stimmen angekommen. Demnach liegt Sören Link mit 55,21 Prozent weit vorne. Aber diese Ergebnisse kommen auch aus den SPD-Hochburgen im Norden der Stadt. Benno Lensdorf erhielt in diesen 45 Stimmbezirken lediglich 19,42 Prozent der Stimmen, Michael Rubinstein 8,35 Prozent. Diese Zwischenstände sind zwar noch nicht sehr aussagekräftig, zeigen aber möglicherweise auf, dass die Wahl um den Posten des ersten Duisburger Bürgers ein Dreikampf wird.

18.10 Uhr: Die Duisburger SPD-Bundestagsabgeordnete Bärbel Bas (@baerbelbas) hat uns ihren Tipp auf Twitter gezwitschert: "Sören Link 50,8%." Das ist optimistisch.

18.05 Uhr: Frank Koglin, er ist einer der Einzelbewerber und ist mit einer Familie im Ratsaal: "Ich bin sehr entspannt, weil ich mir keine realistischen Chancen ausrechne. Es wäre eine große Überraschung, wenn ich in die Stichwahl käme. Ich rechne mit einer Stichwahl zwischen Link, Lensdorf und Rubinstein."

Duisburgs OB-Kandidaten

18.01 Uhr: Mit der Schließung der Wahllokale geht nun auch die Ergebnis-Präsentation der Stadt Duisburg online. Pro forma ist dort auch schon das Feld "Stichwahl" zu sehen. Denn nicht wenige gehen davon, dass sich die Wahl erst endgültig in zwei Wochen zwischen zwei Kandidaten entscheiden wird. Jetzt wartet alles im Ratssaal auf das Eintrudeln der ersten Schnellmeldungen. Stadtsprecher Frank Kopatschek thematisiert bei seiner Begrüßung auch kurz die niedrige Wahlbeteilligung.

Adolf Sauerland nennt sich auf Twitter noch immer "Oberbürgermeister von Duisburg"

18 Uhr: Das war's, nun kann bei der Duisburger Oberbürgermeisterwahl niemand mehr seine Stimme abgeben.

17.55 Uhr: Auf Twitter – wir zwitschern dort übrigens unter @DerWestenDU zur #obwahl #du2012 – nennt sich Adolf Sauerland noch immer "Oberbürgermeister von Duisburg". Hier können Sie nachlesen, wie die 13 Kandidatinnen und Kandidaten im Internet für sich geworben haben .

17.50 Uhr: In zehn Minuten schließen die Wahllokale in den 357 Stimmbezirken. Was wir wissen: Es haben sich vergleichsweise wenige Duisburger an der Wahl beteiligt. Was wir vermuten: Heute Abend wird noch nicht feststehen, wer Adolf Sauerlands Nachfolger wird. Eine Stichwahl am 1. Juli ist wahrscheinlich.

17.45 Uhr: Bei der OB-Abwahl stand für die meisten Sauerland-Gegner noch die Loveparade-Katastrophe mit 21 Todesopfern und mehr als 500 Verletzten sowie das Verhalten des damaligen Oberbürgermeisters nach der Loveparade im Mittelpunkt (siehe Bildergalerie unten). Bei ihrem Urnengang heute dürften wohl die wenigsten Duisburger an die Aufarbeitung der Loveparade gedacht haben: die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dauern an, der Kompromiss zur Gestaltung der Gedenkstätte am Ort der Katastrophe ist gescheitert. Duisburgs neuer Oberbürgermeister wird sich auch zu diesem Streitpunkt positionieren müssen.

Adolf Sauerland und die Loveparade

17.38 Uhr: Noch ist es relativ leer im Ratssaal. Gerade einmal 20 Leute, größtenteils Journalisten, haben sich hier versammelt, um gleich die Wahlpräsentation zu verfolgen. Aber erst einmal bedienen sie sich bei den Snacks: Es gibt Laugengebäck und Getränke.

Nach Auszählung der ersten Stimmbezirke werden die Zahlen dann auf zwei große Leinwände geworfen. Radio Duisburg hat sich in einer Ecke eine kleine Sendestation aufgebaut.

17.35 Uhr: Wahlamtsleiter Beyersdorff betont noch einmal, wie gering die Beteiligung bislang ist. Und er liefert Vergleichsdaten: Um 17 Uhr lag die Wahlbeteiligung 2004 bei 45,8 Prozent, 1999 bei 41,5 und 1994 sogar bei 72,8 Prozent. Am letztgenannten Wahltag fanden allerdings Kommunal- und Bundestagswahl statt.

17.25 Uhr: Bis auf drei, vier Parkplätze ist vor dem Rathaus am Burgplatz alles belegt. Kein Wunder, hier parken ja auch die Übertragungswagen. Allein der WDR ist mit dreien in Duisburg, um über den Ausgang der OB-Wahl zu berichten. Die Kollegen chillen noch in Campingstühlen vor dem Rathaus.

Video
Duisburg, 12.02.2012: Erleichterung in den meisten Gesichtern der Anwesenden, die die Abwahl von Oberbürgermeister Adolf Sauerland im Duisburger Rathaus verfolgt hatten. Ein Neuanfang für die Stadt Duisburg scheint zum Greifen nah.

17.15 Uhr: Durchaus möglich, dass die Wahlbeteiligung heute unter 35 Prozent bleibt. Um 17 Uhr, so berichtet uns Wahlamtsleiter Burkhard Beyersdorff, hatten lediglich 30,4 Prozent der 365.492 Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. 2009 waren es zum selben Zeitpunkt 40,2 (Beyersdorffs Erklärung: s. 16.25 und 16.30).

17.05 Uhr: Adolf Sauerlands letzter Arbeitstag als Duisburgs Oberbürgermeister war der 15. Februar 2012. Seither vertritt Stadtdirektor Dr. Peter Greulich ihn als Verwaltungschef, Benno Lensdorf übernimmt als erster Bürgermeister die repräsentativen Aufgaben des Stadtoberhauptes.

17 Uhr: Mit CDU-Kandidat Benno Lensdorf kandidiert nun ein langjähriger Wegbegleiter und Freund Adolf Sauerlands. 

16.50 Uhr: Bei der OB- und Kommunalwahl am 30. August 2009 sah es zunächst nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen OB Sauerland und dessen Herausforderer Jürgen C. Brandt (SPD) aus. Doch am Ende jubelte die CDU: Adolf Sauerland wurde mit 44,6 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Brandt musste sich mit 38,2 Prozent geschlagen geben.

Bei seiner Wahl zum Oberbürgermeister im Jahr 2004 musste Adolf Sauerland gegen die damalige Oberbürgermeisterin Bärbel Zieling (SPD) in die Stichwahl: Im ersten Wahlgang erhielt Sauerland damals 40,2 Prozent der Stimmen, Zieling 37,6. Bei der Stichwahl setzte sich der CDU-Kandidat mit 61,3 Prozent durch.

OB Adolf Sauerland und seine Vorgänger

16.45 Uhr: Die meisten Wahlbeobachter vermuten, dass heute keiner der 13 Kandidatinnen und Kandidaten die absolute Mehrheit der Stimmen, also mehr als 50 Prozent, erreicht. Sollte dies der Fall sein, müssen die Duisburger am 1. Juli erneut an die Wahlurnen. Bei der Stichwahl treten dann nur noch die beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen an. Die Briefwahl für dieses Duell wäre in diesem Fall ab Mittwoch, 20. Juni, 14 Uhr möglich.

16.30 Uhr: Der Wahlamtsleiter vermutet aber auch, dass "viele Duisburger enttäuscht von der Kandidatenaufstellung sind, weil sie sich andere, unabhängigere Kandidaten gewünscht haben und deshalb heute nicht zur Wahl gehen". Schließlich hatte das Bündnis der Sauerland-Gegner aus Parteien und Abwahlinitiative nach seinem Triumph einen unabhängigen, unparteilichen Kandidaten versprochen. Die politischen Parteien selbst aber konnten dieses Versprechen nach Ansicht der meisten Duisburger nicht halten.

Duisburgs OB-Kandidaten

Unsere Übersicht zeigt alle OB-Kandidatinnen und -Kandidaten – und all jene, die als Kandidaten angefragt oder gehandelt wurden: 

16.25 Uhr: Burkhard Beyersdorff erklärt dieses Desinteresse an der OB-Wahl mit dem "Duisburger Wahl-Marathon" im vorigen Jahr. Zur Erinnerung: Am 20. Juni 2011 startete die Abwahl-Initiative "Neuanfang für Duisburg" die Unterschriftensammlung zur Einleitung des Abwahlverfahrens gegen Adolf Sauerland. Am 12. Februar stimmten dann 129.626 Duisburger beim Bürgerentscheid mit "Ja", also für Sauerlands Abwahl, 21.557 dagegen. Zuletzt gingen die Duisburger am 13. Mai, bei der Landtagswahl , zur Wahlurne.

16.20 Uhr: Erneuter Anruf bei Wahlamtsleiters  Burkhard Beyersdorff: Um 16 Uhr lag die Wahlbeteiligung bei lediglich 28,2 Prozent. Das sind mehr als zehn Prozentpunkte weniger als zum selben Zeitpunkt am Kommunalwahltag der Sauerland-Wiederwahl 2009! Damals hatten um 16 Uhr 39,5 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

Niedrige Wahlbeteiligung bis 12 Uhr

16.11 Uhr: Hier geht’s zu unserem Live-Ticker vom 12. Februar

16.10 Uhr: Nur noch mal zur Erinnerung: Die Duisburger wählen den Nachfolger von Adolf Sauerland, den bei dem Bürgerentscheid am 12. Februar, als etwa anderthalb Jahre nach der Duisburger Loveparade-Katastrophe, 129.626 Duisburger abgewählt haben.

16 Uhr: Die Frist für Briefwähler ist jetzt abgelaufen. Sie konnten ihre Wahlbriefe bis 16 Uhr noch im Rathaus, im Wahlamt und am Verwaltungsgebäude an der Memelstraße 25 in Neudorf einwerfen.

15.50 Uhr: Am 1. Juni lag die Briefwahlquote für die OB-Wahl bei etwa 6,6 Prozent der 365.000 Wahlberechtigten: Etwa 24.000 Duisburger hatten ihr Kreuzchen schon gemacht. Zum Vergleich: Zwei Wochen vor der OB-Abwahl am 12. Februar hatten bereits 32.000 Wahlberechtigte votiert.

15.45: Bis heute Mittag, 12 Uhr, lag die Wahlbeteiligung nach Auskunft des Wahlamtsleiters Burkhard Beyersdorff bei 17,08 Prozent. Zum Vergleich: Bei Adolf Sauerlands Wiederwahl am 30. August 2009 lag die Wahlbeteiligung zum selben Zeitpunkt bei 23,77 Prozent. Allerdings hatten die Duisburger damals drei Stimmen: Sie wählten ihren OB, ihren Stadtrat und ihre Bezirksvertretungen.

Die Wahllokale in Duisburg sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Nach dem bislang letzten Stand waren 365.492 Duisburger wahlberechtigt (189.555 Frauen, 175.937 Männer). Das sind die 13 Kandidatinnen und Kandidaten alle auf einen Blick und jeweils im Porträt:

Michael Rubinstein , parteilos, unterstützt von Piraten, FDP und „Neuanfang für Duisburg“

Sören Link , Kandidat der SPD

Benno Lensdorf , Kandidat der CDU

Richard Wittsiepe , Kandidat der Bürgerinitiative „Neuanfang Duisburg“

Ingrid Fitzek , Kandidatin der Grünen

Barbara Laakmann , Kandidatin der Linken

Sascha Miskov , parteilos

Rolf Karling , parteilos

Frank Koglin , parteilos

Harald Lenders , parteilos

Rudolf Kley , parteilos

Ahmet Peter Siegel (parteilos)

■  Jörg Uckermann (pro NRW)

Philipp Wahl, Marc Wolko, Brinja Bormann



Kommentare
19.06.2012
14:42
Sören Link (SPD) gewinnt OB-Wahl in Duisburg, muss aber in die Stichwahl
von thaisha | #60

Da hat Duisburg endlich die Möglichkeit, einen unabhängigen OB zu wählen und was machen die Duisburger?

Gehen kaum hin und die paar, die gehen, wählen wieder einen parteiabhängigen Menschen!

Meine Güte und jetzt Stichwahl zwischen Pest und Cholera! Unglaublich!

18.06.2012
21:12
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #59

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

18.06.2012
19:53
Sören Link (SPD) gewinnt OB-Wahl in Duisburg, muss aber in die Stichwahl
von daddy1949 | #58

Komisches Duisburg, wenn bei uns einer eine Wahl gewinnt muß er nicht in eine Stichwahl. Ach ja in Duisburg läuft ja sowie alles anders, da wird der OB abgewählt und der politisch Verantwortliche der Katastophe führt sein Schoßhündchen als vermeindlich neuen OB in das Rathaus ein. Liebe Duisburger ihr tut mir so leid, aber ihr seit es selber Schuld wenn ihr so Blind seit.

18.06.2012
16:54
Sören Link (SPD) gewinnt OB-Wahl in Duisburg, muss aber in die Stichwahl
von Duri | #57

Erstmal meinen Respekt vor der Auswahl des Titelbildes!!!

Vielleicht interpretiere ich zu viel in dieses Foto hinein, aber hämischer hätte
es nicht sein können, dieses - ja - Lachen?

Und die Überschrift "Sören Link (SPD) gewinnt OB-Wahl in Duisburg, muss aber in die Stichwahl" ist sachlich doch wohl auch nicht korrekt, oder?

Entweder hat er die Wahl gewonnen, ODER er muss in die Stichwahl.

Hoffen wir, dass die nächsten Jahre für Duisburg besser durchdacht sind als Bild und
Überschrift...

18.06.2012
15:00
Sören Link (SPD) gewinnt OB-Wahl in Duisburg, muss aber in die Stichwahl
von woelly | #56

Da haben die Dusselburger also versucht mit einer Wahlbeteiligung von mickrigen 32,84% einen neuen OB zu wählen. Und was ist dabei rausgekommen? Lachhaft! Da ist die nächste Abwahl näher als der Neuanfang für Dusselburg. Ich lach mich schlapp, wenn die Stichwahl für das Grinsemänchen und Hofhündchen vom Jäger in die Hose geht.

18.06.2012
11:28
Was für ein
von Vergeltung | #55

Kasper!

Sören Link in Endlosschleife, ganze vier Jahre lang, egal um was es geht:

"Es geht mir sehr gut. Das ist ein tolles Ergebnis."

18.06.2012
11:22
@ Taosnm, @ tom009
von Vergeltung | #54

Richtig. Auch sollte man mal herausstellen, dass in dieser Pseudo-BI die SPD (Stegmann) mit Pro NRW und NPD gemeinsame Sache gemacht hatten.
Klar, will auch die WAZ-Mediengruppe einen Jäger Link.
Die ganze BI war Beschiss, von vorne bis hinten.
Im Nachhinein wundert es nicht, dass SPD und Pro NRW Leute in einer Reihe standen und "Sauerland raus!" brüllten.
Was für ein Zweckbündnis - Asche auf Eure Häupter!

18.06.2012
10:47
@ 39 # Der_Homberger
von Vergeltung | #53

Die Prognose lautete Stichwahl Link-Rubinstein, weil man von Anfang an eine äußerst geringe Wahlbeteiligung einkalkulierte. Ich nehme an, der Grund lag an den vielen Kandidaten, aber vor allem, weil die BI sich entzweite und jeweils einen Kandidaten hatte, aber auch weil die Parteien mal wieder Profit aus allem schlagen wollten und dieses Spiel natürlich alle durchschauten.

18.06.2012
10:42
@ akaz #40
von Vergeltung | #52

Richtig, ein weiterer wesentlicher Aspekt: Links Unterstützer ("Papa") Sören Link.
Es geht schließlich um einen ganzen Packen illegaler, krimineller Machenschaften, die tunlichst klein zu halten sind, denn da gehts nicht um Kommunenrathaus, CDU-SPD, da gehts um Land und Bund. Und wenn man so will, sogar um die EU wegen Ruhr.2010-Hate Parade.

18.06.2012
10:33
Von "Gewinn" kann ja wohl keine Rede sein
von Vergeltung | #51

Da helfen auch keine zwei Daumen hoch.
Es ist eine erneute Schande für diese Stadt.
Sich den Wahlsieg zu erschleichen durch Spaltung einer Bürgerinitiative.
Denn hätte die sich nicht entzweit, hätte diese sich auf Herrn Rubinstein
geeinigt und hätten - die Parteien wie zugesagt - diesen gleichfalls unterstützt,
dann hätte Duisburg, die Stadt Duisburg und die Duisburger eine Chance
auf einen "Neuanfang" gehabt.
Dass alles so gelaufen ist wie es gelaufen ist, zeigt nicht nur wie es um
die Parteien als solche bestellt ist, sondern auch um diese Stadt.
Somit kann bei dieser hoch bedenklichen geringen Wahlbeteiligung auch
nicht von "Politikverdrossenheit" die Rede sein, sondern von Parteienverdrossenheit.
Die Bürger Duisburgs hatten schließlich durch die OB-Abwahl bewiesen gehabt,
dass dem nicht so ist. Nun aber wurden sie in alter Tradition über den Tisch gezogen
Summa summarum handelte es sich um ein linkes Vorgehen.
Kein gutes Omen.

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