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OB Link wünscht sich ein stärkeres Engagement der Bürger

02.01.2013 | 10:39 Uhr
OB Link wünscht sich ein stärkeres Engagement der Bürger
Sören Link ist seit Anfang Juli 2012 Duisburgs Oberbürgermeister.Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.  Die Duisburger sollen sich mehr einbringen und sich damit „gegenseitig aktivieren“, fordert der Duisburger Oberbürgermeister. Denn der Duisburger sei kein Nörgler, sondern ein Anpacker.

Einen Wunsch habe er dann doch an die Stadtgesellschaft, sagte Oberbürgermeister Sören Link beim Interview zum Ausblick auf das neue Jahr: „Ich wünsche mir, dass sich die Menschen mehr und stärker einbringen, mehr Eigeninitiative und mehr Engagement zeigen. Denn der Duisburger ist kein Nörgler, er ist ein Anpacker.“

Seine Bitte gelte für viele Bereiche, ob sich jemand als Vorlesepate bereitstellt oder zivilcouragiert nach vorne tritt, falls sich Menschen in Gefahr befinden: Man solle sich „für die gute Sache öffnen“, appelliert Link an die Duisburger. „Das hilft uns dabei, uns gegenseitig zu aktivieren und als Gesellschaft mehr zusammen zu rücken.“ So hofft er auch, dass seine Dreckweg-Aktion und sein Versprechen, wilde Müllberge spätestens 48 Stunden nach Anruf geräumt zu haben, die Bürger aktiviert. „Ich finde es toll, wenn sich Schulklassen, ganze Nachbarschaften oder Quartiere in ihrem Umfeld um die Sauberkeit kümmern.“

Bildung bleibt ein großes Thema

Im neuen Jahr will der Oberbürgermeister wieder „eigene Akzente setzen“, wie er im Gespräch mit der WAZ-Mediengruppe sagt. Der Bereich Bildung bleibt dabei sein großes Thema: „Um kein Kind zurückzulassen, müssen wir eine Kette bilden, von der Kita bis zum Berufseinstieg. Es geht hier um unsere Zukunft. Aber ich habe manchmal das Gefühl, dass viele noch nicht erfasst haben, wie der demografische Wandel hier in Duisburg zuschlagen wird“.

2013 soll in allen Kindertagesstätten ein Qualitätsmanagement eingeführt werden. Zudem will der OB das Projekt „Zweite Chance“ weiter ausbauen, das jungen Menschen hilft, die im ersten Anlauf keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. „Auch die Wirtschaft ist daran interessiert. Wir haben hier bereits viele Projekte, die für NRW beispielhaft sind, sei es bei Thyssen oder HKM“, sagte Link.

Stadt hat pädagogischen Auftrag

Und selbst mit der Bezeichnung des neuen „Amtes für schulische Bildung“, das die aufgelöste Bildungsholding ersetzt und früher als Schulverwaltungsamt bezeichnete wurde, will Link deutlich machen, dass die Stadt sich im Schulbereich nicht nur um Hausmeister und Gebäude kümmern dürfe, „sondern auch einen pädagogischen Auftrag hat“. Link will den Netzwerk-Charakter weiter stärken und stellt sich für Duisburg eine Art Bildungskonferenz vor, wie es sie auf Länderebene gibt, und in der festgelegt wird, wie die Bildungsziele aussehen und wie sie umzusetzen sind.

Herr Oberbürgermeister, wird das neue Jahr besser als das vergangene?

Sören Link: Für mich persönlich war 2012 ein unwahrscheinlich interessantes, unter dem Strich auch sehr schönes Jahr. Den Wechsel vom Landtag ins Rathaus habe ich keine Sekunde bereut. Und ich gehe auch hoch motiviert ins neue Jahr. 2013 werden wir in Duisburg sicherlich nicht über den Berg sein. Aber wichtig ist mir, dass die Entwicklung sichtbar sein wird. Ende des Jahres wird man sehen: Die Richtung stimmt, hier tut sich etwas.

In den vergangenen Wochen gab es allerdings erst einmal jede Menge Rückschläge und Hiobsbotschaften: Stadtwerke, Lehmbruck-Museum, Mercatorhalle.

Link: Ich muss sagen, dass ich die Anzahl der Baustellen, die wir jetzt vorfinden, wirklich unterschätzt habe. Allein die Probleme bei der Mercatorhalle oder die Finanzlage des Museums: Vorher war ja in keiner Weise absehbar, was da schlummert.

Wer hat die Fehler in der Vergangenheit gemacht?

Link: Aus meiner Sicht kristallisiert sich hier eine gewisse Mentalität heraus, sich möglichst lange nicht mit Problemen beschäftigt haben zu wollen oder sie schlicht zu verdrängen. Die Liste an Altlasten ist enorm lang, aber sie sind nun einmal da. Ich sehe meine Aufgabe darin, die Probleme sauber aufzuarbeiten. Ich will hier keine geschönten Zahlen haben. Den Druck, der bei der Mercatorhalle zu den Problemen geführt hat, wird es bei mir nicht geben. Wir dürfen nichts vertuschen, sondern müssen schonungslos sagen, wo wir stehen und dafür eine Lösung suchen.

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Kommentare
07.01.2013
19:34
Zentrum - Danke... - Danke gleichfalls...!
von JoachimMutz | #85

Hoffentlich begegnen wir diesem TeBe nie auf der Straße...

Nicht, weil er sich dann fürchten müsste.... NEIN (!) - Nicht, dass wir uns...
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1 Antwort
von JoachimMutz | #85
von wattearvolt | #85-1

@JoachimMutz: Wie hieß es schon in einem anderen Thread ? Dont feed the troll :-))

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2013-01-02 10:39
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