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Outlet-Center

Architekt hält Outlet-Center Duisburg für Tod der Innenstadt

21.06.2012 | 17:07 Uhr
So soll das geplante Shopping-Center einmal aussehen.

Duisburg-Hamborn.   Das Factory-Outlet-Center (FOC) in Hamborn ist praktisch beschlossene Sache, wird aber nach wie vor kontrovers diskutiert. Architekt und Stadtplaner Walter Brune (86) kämpft gegen das geplante Großprojekt. Jetzt besuchte er die Mieterinitiative in der Zinkhüttensiedlung.

Walter Brune hat das Rhein-Ruhr-Zentrum in Mülheim, die Kö-Galerie und die Schadow-Arkaden in Düsseldorf, die Karstadt-Hauptverwaltung in Essen und dutzende Kaufhäuser für Karstadt, Horten und Kaufring in ganz Deutschland entworfen und gebaut. Jetzt streitet der Architekt und Stadtplaner aus Düsseldorf für die Zinkhüttensiedlung in Hamborn und seine Bewohner.

In seinem Brief, den er vor einigen Tagen für die Bürgerinitiative an die 74 Duisburger Ratsherren und -frauen schrieb, spricht der Kritiker riesiger Einkaufszentren Klartext: Das geplante Factory-Outlet-Center nennt er ein „City-Killer-Center“.

Kaufkraft wird aufgesogen

Brune gehört zu den FOC-Kritikern, die beim Bau des Outlet-Centers drastische Auswirkungen auf den Einzelhandel in der Duisburger City befürchten. „Die Planer machen die Innenstadt von Duisburg platt.“ Daran ist überhaupt nicht zu rütteln“, betont Brune. „Ein Shopping-Center auf der grünen Wiese, erst recht eines am Stadtrand wie in Hamborn, macht die Innenstadt leer.“

Als Beispiel führt der 86-Jährige den Bau des „Centro“ in Oberhausen an, vor dem er gleichfalls warnte. Das „Centro“ habe die gesamte Kaufkraft aufgesogen, in der Altstadt von Oberhausen zu großen Leerständen und vielen Billigläden geführt.

5000 qm Outlet, 25.000 qm normales Warensortiment

Das geplante FOC nenne sich zwar Outlet-Center , sei aber keines. „Mit 30.000 Quadratmetern Fläche soll hier ein riesiges Shopping-Center gebaut werden“, stellt Brune fest. Ein richtiges FOC wie in Roermond umfasse aber nur 40 bis 50 Fachgeschäfte mit einer Größe von 80 bis 100 qm auf einer Gesamtfläche von maximal 5000 qm. Mehr originäre Outletprodukte gebe es auch in Roermond nicht.

Outlet-Center in Duisburg

„Wenn also 25.000 qm mehr Verkaufsfläche gebaut werden, ist diese Mehrfläche mit einem Shopping-Center auf grüner Wiese gleichzusetzen. Auf diesen 30.000 qm wird der Kunde zukünftig alles finden, was auch der gewachsene, innerstädtische Einzelhandel anbietet“, argumentiert Brune. „Man lockt den Kunden mit 5000 qm Outlet-Ware und bietet gleichzeitig auf weiteren 25.000 qm genau das Warensortiment des innerstädtischen Einzelhandels an. Was sollen die Kunden dann noch in der Innenstadt? Sie finden dort nichts Anderes oder Besseres, was nicht auch das FOC anbietet.“

Architekt der großen Shopping-Zentren hat seine Meinung geändert

Bei 30.000 qm Verkaufsfläche hätten Zentren dieser Art natürlich Vollsortimente. Brune befürchtet nicht nur Folgen für Forum, City Palais und Königsgalerie, sondern für den gesamten Einzelhandel in Duisburgs Zentrum. Er befürchtet den Tod der Innenstadt.

Brune spricht aus eigener Erfahrung: Nachdem er in den 1970ern das Rhein-Ruhr-Zentrum auf einem alten Zechengelände gebaut hatte, gab es auf der Kaufmeile in der Mülheimer Innenstadt jahrelang zahlreiche Leerstände. Da kamen dem Stadtplaner Zweifel an dem Konzept riesiger Shopping-Zentren „auf der grünen Wiese“.

Seitdem zieht er gegen „überdimensionierte Shoppingzentren“ bundesweit zu Felde.

Martin Krampitz



Kommentare
27.06.2012
22:35
Architekt hält Outlet-Center Duisburg für Tod der Innenstadt
von duisifan | #37

zu #36: ganz sicher nicht. Es ist nur so, sie sagen uns wo was im Internet steht und führen das als Beweis für ihre Anti-FOC-Thesen an. Sie glauben es also, weil es ihnen passt obwohl damit lange nichts bewiesen ist, denn im Internet steht viel geschrieben. Gleichzeitig schreibe ich etwas im Internet und sie glauben es nicht. Wie kommt das? Es steht doch da... merken sie etwas?
Noch einmal, man muß kein kluger Kopf und kein küner Rechner sein um sich auzurechnen, dass dieses FOC ein Renner wird und zum Motor eines neuen Duisburger Nordens werden kann, egal, ob das ein Sevenhek oder sonstwer ist. Die BI hingegen macht sich unglaubwürdig, weil sie anfangs mangelnde Informationspolitik kritisierte, wofür man sich entschuldigte - was soll man auch mehr tun? - aber ständig irgendetwas auspackt, was deutlich zeigt, worum es eigetentlich geht - um Verhinderung. Diese Verhinderungspolitik kotzt mich als Duisburger Bürger an! Dafür wäre eine Entschuldigung der BI fällig.

27.06.2012
11:08
Architekt hält Outlet-Center Duisburg für Tod der Innenstadt
von hercules150 | #36

zu35 Mal gut das Sie allwissend sind,lol.

26.06.2012
10:32
Architekt hält Outlet-Center Duisburg für Tod der Innenstadt
von duisifan | #35

Alles nur Behauptungen.
1. Verkehrschaos ist - mit Verlaub - Bullshit, weil wird nicht eintreten.
2. Günstiger Wohnraum ist genug vorhanden, braucht Marxloh wie einen Kropf.
3. Es enstehen Arbeitplätze, die genau zu den Strukturen und dem Bedarf des Arbeitsmarktes passen. Alles andere ist aus der Luft gegriffene Behauptung, weil immer auch genau das Gegenteil eintreten kann.
3. Ein Risiko liegt in jedem Unternehmen.

26.06.2012
08:03
Architekt hält Outlet-Center Duisburg für Tod der Innenstadt
von hercules150 | #34

zu dusifan Verkehrschaos erster Klasse.
Kein Gewinn an Arbeitsplätze da diese an anderer Stelle verloren gehen. Eine erneute Umweltbelastung in einer Umweltzone ist nicht hin nehmbar. Ein Investor der bis jetzt noch nichts in ne Reihe bekommen und nichts vor zu weisen hat, siehe Bonn. Viele Fachleute raten ab, das kann man nicht einfach vom Tisch fegen. Und Vernichtung von Preiswerten Wohnraum was völlig gegen den Trend ist. Weder Duisburg noch Marxloh benötigt Arbeitsplätze von denen man keine Familie ernähren kann, geschweige sich eine Rente aufbauen kann.Das sind meiner Meinung nach schon genug Gründe und im Internet finden sie noch viel mehr.Mal einwenig Zeit nehmen und googeln. Denn das letzte was Marxloh braucht ist ein Center das in wenigen Jahren leersteht und uns Steuerzahlern wieder nur Geld kostet. Es ist auch nicht mit viel Gewerbeeinnahmen zu rechnen da die Firmensitze nicht in Duisburg sitzen.



25.06.2012
07:53
Architekt hält Outlet-Center Duisburg für Tod der Innenstadt
von duisifan | #33

Das verstehe ich nicht, hercules 150, mit aus der Luft gegriffenen Behauptungen ist doch nichts wiederlegt worden. Das Outeltt macht an dieser Stelle Sinn - und NUR dort. Die Arbeitsplätze passen an dieser Stelle in Marxloh hin genauso wie eine Umfeldveränderung notwendig ist. Der Erfolg liegt bar auf der Hand, da muß man nicht viel rechnen.

24.06.2012
13:43
Architekt hält Outlet-Center Duisburg für Tod der Innenstadt
von hercules150 | #32

Nach wie vor ist das FOC kein Gewinn für Duisburg da alle Argumente die für ein FOC
sind insgesamt ganz klar und deutlich wiederlegt werden können. Habt ihr besserwisser euch schon einmal gefragt:"Warum keiner von den Investoren die bereits FOC gebaut haben sich eingebracht haben, außer der Herr Sevenheck, der noch gar nichts auf die Reihe bekommen hat und selbst nichts Nennenswertes vorweisen kann?
Sucht doch mal im Internet nach erfolgreichen Projekten von Sevenheck.
Zudem regt auch der Kommentar von ert1 dazu an mal über einiges Nachzudenken.

24.06.2012
11:30
Architekt hält Outlet-Center Duisburg für Tod der Innenstadt
von bert1 | #31

Interessant finde ich auch die Entwicklung dass Regionen und Städte wie München,Hamburg, Köln, Stuttgart es nicht zulassen das grosse Center neu gebaut werden! Aber auch kleinere Städte haben erkannt das es nicht gut für die Struktur und damit für die Bürger ist....Aber mit dem armen schwachen Ruhrgebiet kann man das ja leider immer noch machen!

24.06.2012
03:38
Architekt hält Outlet-Center Duisburg für Tod der Innenstadt
von duisburger62 | #30

ja ne war klar...mal wieder Innenstadt....was kann ich denn außer Lebensmittel und einfallslosen Möbeln aus Schweden hier in Du- Nord einkaufen????....HMMMMMM...ÜBERLEGE....BRAUTMODEN.....loooooollll.....brauch ich sehr oft....loooollll..... ICH sag eher nix!!!!!!!!!...Bäckereien??..mehr als genug...Apotheken???..auch genug....LIDL.ALDI..etc... auch genug...wielange werkelt eine Firma an ehemaldige Kaufhof rum???..sollte doch Ärztezentrum werden?!?.. in Duisburg Mitte wärs fertig......obwohl.....hätten se sich wieder um paar Millionen verrechnet :))))

23.06.2012
23:50
Architekt hält Outlet-Center Duisburg für Tod der Innenstadt
von duisifan | #29

Denken wir nur einmal einen Moment weiter und der Zinkhüttenplatz verkommt zu einem zweiten Hocheide, weil die wohnhaften Menschen gestorben sind. Neu konnt der Wohnraum nicht belegt werden, da weder das Umfeld Landmarken bietet, wie z.B. einen spektakulären Ausblick auf Wasser, Grünanlagen oder auch Industriekulissen. Man wohnt in Nachbarschaft zur Autobahn. Punkt. Auch die Ausstattung und ausgebliebene Investitionen, da der Wohnraum zu billig ist, führten zur Getthoisierung und Bandenkriminalität. Der Hinweis auf "besondere Architektur" ist nur der Versuch, die Vergangenheit zu Konservieren. Und dann heißt es, hätten wir mal... Leute, das macht keinen Sinn.

23.06.2012
17:32
ROGER SEVENHECK BRIEFKASTENFIRMA
von Urlauber72 | #28

von wattearvolt | #14
@von judasthomaskuhl, danke für den Tipp Maximilian Center Bonn GmbH & Co. KG.

Die Spuren von dort (Stand Dez. 2009) führen zu einer E.R.S. Holding B.V., Overloon / NL als mittelbarer Gesellschafterin (über GDG ?) der Maximilian Center.
Neuere Informationen liegen offenbar nicht vor.

1 Antwort
Architekt hält Outlet-Center Duisburg für Tod der Innenstadt
von mitleser2000 | #28-1

Jetzt wird mal wieder versucht den Investor in den Dreck zu ziehen... Als wenn das hilft...

Herr Sevenheck wird mehrere Firmen betreiben und in ebensovielen drinstecken und mit hunderten weiteren Kontakt haben.... So funktionieren PE und VC Firmen...

Bin gespannt wann er rechtliche Schritte gegen die Mieter und gegen die BI einleitet...

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