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OB-Wahl

Duisburgs neuer OB Sören Link muss nun den Neuanfang organisieren

01.07.2012 | 21:20 Uhr
Duisburgs neuer OB Sören Link muss nun den Neuanfang organisieren
Benno Lensdorf (CDU, rechts) gratulierte Duisburgs neuem OB Sören Link (SPS) nach der Stichwahl. Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool

Duisburg.  Der SPD-Mann Sören Link hat die Wahl zum neuen Oberbürgermeister in Duisburg gewonnen. Für die SPD ist das ein Kanter-Sieg, für die unterlegene CDU mit ihrem Kandidaten Benno Lensdorf ein Desaster. Ein Kommentar.

Ein König ohne Volk? Nur bei 25 Prozent lag die Wahlbeteiligung. Weniger als ein Fünftel der Duisburger hat also mit seiner Stimme gewollt, dass künftig Sören Link sein Stadtoberhaupt ist.

Doch der Vergleich hinkt. Ein König wird nicht gewählt; entweder ist er Alleinherrscher oder machtloser Repräsentant. Der 36-Jährige ist weder das eine noch das andere. Die desaströse Wahlbeteiligung ihm – und Lensdorf – anzulasten, ist ebenso falsch wie herablassende Kritik am offenbar müden oder enttäuschten Wahlvolk.

Fraglos, für die SPD ist das Ergebnis ein Kantersieg, für die CDU – nicht für Lensdorf persönlich – ein Desaster. Rücktrittsforderungen werden laut.

Sören Link hat einen Neuanfang versprochen. Daran wird er sich messen lassen müssen. Die Sachprobleme sind gewaltig, die politische Kultur umso mickriger. Er wird schnell seine Verwaltung und vor allem ihre Spitze auf neue Tatkraft einschwören müssen, notfalls rigoros. Neue Dynamik tut auch bitter Not im Verhältnis zum Rat der Stadt. Dort gibt es eine rot-rot-grüne Mehrheit. Das sollte manches leichter werden lassen, Blockaden lösen.

Doch droht wieder ein rotes Rathaus? Link ist OB aller Duisburger. Das soll mehr sein als eine gängige Floskel. Und dazu muss der 36-Jährige klares Profil zeigen.

Oliver Schmeer


Kommentare
02.07.2012
18:09
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #27

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02.07.2012
17:01
Duisburgs neuer OB Sören Link muss nun den Neuanfang organisieren
von rickylee | #26

Na, dann zeigen Sie mal, was Sie können, Herr Link !

02.07.2012
14:34
Sören könnte einem leid tun
von Jawattdenn | #25

Das Neuanfangeschwafel, Wahlbeteiligungslamento, Desastergejammer der Presse sowie die völlig unangemessenen Jubelarien über den“Kantersieg“ sind kaum zu ertragen. Tatsache ist, dass die SPD mit ihren willfährigen Helfern, die zur Abwahl von OB Sauerland beigetragen haben, ihren Kandidaten positioniert haben und die Genossen die Wiederauferstehung feiern. Sören trägt (noch) keine Schuld und sollte nicht verdammt werden, da die SPD jeden roten Kandidaten hätte aufstellen können. Man kann davon ausgehen, dass es sogar gereicht hätte ein Grablicht aufzustellen, vorausgesetzt es weist die rote Farbe auf.

02.07.2012
13:51
Duisburgs neuer OB Sören Link muss nun den Neuanfang organisieren
von GrandOldMan | #24

Die 1. gute Tat wäre, den Bahnhofsvorplatz zu begrünen, das wäre ein beachtliches Zeichen vom neuen OB.
Paar Säcke Mutterboden, Kiste Rasensamen und ab dafür.
Also nicht nur organisieren.......machen !

02.07.2012
12:24
100 Tage - auch für Sören Link
von schuchardt1972 | #23

99 Tage und der Rest von heute - soviel Zeit sollten wir alle dem neuen, jungen Duisburger Oberbürgermeister Sören Link geben, bevor wir uns ein Urteil über ihn erlauben. Danach kann jeder wieder meckern. Bis dahin gilt: Lasst ihn doch erst mal machen!

02.07.2012
11:17
Duisburgs neuer OB Sören Link muss nun den Neuanfang organisieren
von ayersrock | #22

Mit dieser katastrophal niedrigen Wahlbeteiligung zeigt sich eindeutig die Politikverdrossenheit der Bürger, in diesem Fall ganz speziell zum Umgang der Duisburger Parteien mit ihnen. Die hohlen Verprechungen sich für einen partei-unabhängigen Kandidaten einzusetzen, waren von vornherein nicht im geringsten ehrlich gemeint. Als die SPD diesen Standpunkt in der Öffentlichkeit noch propagierte, stand Sören Link intern als OB-Kandidat schon fest. Trotzdem ist das Verhalten der Nichtwähler insgesamt beschämend, wenn sie in einer demokratischen Gesellschaft ihre Rechte (und Pflichten!!!) nicht ausüben. Es zeigt sich einmal mehr der geistig-moralische Niedergang unserer Gesellschaft, inzwischen in der zweiten Generation. Ursache dafür sind auch wieder die schlimmen politischen Fehlentwicklungen im sozialen und gesellschaftlichen Bereich (seit Beginn der desaströsen Kohl-Ära).

02.07.2012
11:02
Duisburgs neuer OB Sören Link muss nun den Neuanfang organisieren
von guentherpaul | #21

Spätestens mit dem Scheitern der Gespräche über einen gemeinsamen Kanditaten für einen Neubeginn war jedem Duisburger klar, wohin die Reise geht. Den Nichtwählern vorzuwerfen sie hätten das Spiel durchschaut, ist dreist. Nicht einschätzen kann ich, wie naiv die treibenden Kräfte in der BI zur Abwahl Sauerlands waren.
Der Kommentator sagt die Wahrheit: Tatsächlich ging es darum, Blockaden zwischen rot-rot-grünem Stadtrat und OB zu lösen. Jetzt wird manches leichter (für die SPD). Glückwunsch.

1 Antwort
#21 guentherpaul
von taosnm | #21-1

In der BI gab es nur eine treibende Kraft, und die heisst Theo Steegmann. Anfangs hielt ich ihn für naiv, heute weiss ich, dass er vielleicht u.a. auch naiv ist, aber jedenfalls war er der von der SPD installierte Initiator der Link-Kür, da bin ich inzwischen sehr sicher. Um das sicher durchzuziehen, waren alle parteilosen kritischen Bürger längst vergrault worden, einschl. des Sprechers Harald Jochums.

Aus dieser Situation resultiert die Kapitulation der Bürger, die einfach nicht mehr zur Wahl gingen, da die SPD ohnehin alles in trockenen Tüchern hatte und natürlich die grosse Gruppe der Parteiblinden mobilisieren konnte. Die wären auch für einen roten Besenstiel zur Wahl gegangen.

Die Blockade wird in der Tat gelöst werden, ob allerdings zum Nutzen der Stadt und ihrer Bürger, mag dahingestellt sein. Parteien sind dafür bekannt, zunächst einmal gut für sich selbst zu sorgen.

02.07.2012
10:13
Duisburgs neuer OB Sören Link muss nun den Neuanfang organisieren
von wissenhilft | #20

25% Wahlbeteiligung, das ist meiner Meinung nach nicht nur schlimm für Herrn Link, sondern Beispiel für den Niedergang unserer Parteiendemokratie.
Ist es nicht allzu häufig so, dass Kandidaten oder Parteien sich ob ihrer ach so tollen Ergebnisse selbst beweihräuchern, obwohl meist nicht viel mehr als die Hälfte aller Wahlberechtigten sie gewählt haben? Ist das noch Demokratie im eigentlichen Sinne, spricht es nicht vielmehr für eine Diktatur der Privilegierten, Wichtigtuer und Karrieremenschen, mit denen sich zwar niemand mehr identifizieren kann, die nur durch oft allzu durchschaubare Propaganda noch ein paar Unwissende auf ihre Seite bekommen, neben denen, die sowieso nur die eine Partei wählen, weil sie es schon immer getan haben?
Diejenigen, die sowieso die schwächste politische Lobby haben, wählen nicht, weil sie ohnehin keine Chance gegen gutorganisierte Konglomerate aus Parteien und neoliberaler Wirtschaftslobby sehen...

02.07.2012
10:11
Duisburgs neuer OB Sören Link muss nun den Neuanfang organisieren
von barbarylane | #19

die Duisburger Lokalpolitik ist etwas, wovon ich nur rudimentäre Kenntnisse habe, aber die Grundlagen der Demokratie beherrsche ich sehr gut.
Es kann doch nicht sein, dass Kommentatoren jetzt schreiben, Herr Link sei nicht der OB aller Duisburger, weil die wahlbeteiligung so niedrig war.
Jeder Duisburger, dem seine Stadt nicht vollkommen an einem gewissen Körperteil vorbeigeht, wird zur Wahl gegangen sein. Den anderen ist Duisburg vollkommen gleichgültig. Also ist Herr Link der OB, gewählt von ca 3/4 der Duisburger, denen ihre Stadt am Herzen liegt. Und das ist ein bemerkenswert gutes Ergebnis für den Mann!

5 Antworten
Duisburgs neuer OB Sören Link muss nun den Neuanfang organisieren
von Handcrafted | #19-1

Ich stimme Ihnen vollkommen zu, sie haben keine Ahnung von der Duisburger Lokalpolitik und es ist beschämend , wie eben auch in den überregionalen Medien zu lesen, diese Wahl nur nach statischen Zahlen zu bewerten. Nach meinem Eindruck sind viele nicht zur Wahl gegangen weil das Ergebnis vorher schon feststand, aber vor allem, weil die etablierten Parteien, allen voran die SPD konsequent jede Einigung zu einem überparteilichen Kandidaten boykottiert hatte. Ein solcher Kandidat hätte Duisburg sehr gut zu Gesicht gestanden, vor allem aber wäre dies ein Start gewesen die Bürger dieser Stadt mitzunehmen und in die Politik mit einzubinden. Stattdessen hat der Innenminister Jäger und die Duisburger SPD Apparatschiks beschlossen, die unterbrochene Herrschaft hier wieder aufzunehmen, mit den seit 30 Jahren hinlänglich bekannten Folgen, wie Parteibuchgefälligkeiten, Grossmannssucht und "sich ein Denkmal setzen"- Politik.

Handcrafted | #19-1
von dummmberger | #19-2

Ja, verdammt noch mal, wer hat denn die Duisburger gehindert, einen unabhängigen Kandidaten zu wählen?
Wenn die Bevölkerung keinen Parteisoldaten will, soll sie doch einen anderen wählen. Alternativen gabs genug.

Aber da muss man dann schon den Ar sch hochkriegen.

Nicht Herr Jäger hat Link gewählt, sondern die Mehrheit derjenigen, die den Weg zur Wahlkabine gefunden hat. Und da ist nicht die SPD dran schuld, sondern einzig die, die ihr Wahlrecht verschenkt haben.

DAS wäre doch ein Neuanfang gewesen: Die Parteien stellen nach altem Muster ihre Kandidaten auf, aber die Bevölkerung lässt die links (bzw rechts) liegen und wählt einen Parteilosen.

Aber so weit geht unser Demokratieverständnis dann doch nicht. Lieber die Parteien machen lassen und nachher rumjammern.

Duisburgs neuer OB Sören Link muss nun den Neuanfang organisieren
von Handcrafted | #19-3

Die Duisburger haben hinlänglich bewiesen, welches Demokratieverständnis sie besitzen, denn sie haben den ehemaligen OB Sauerland eindrucksvoll abgewählt.
Durch die von der SPD boykottierte Einigung auf EINEN überparteilichen Kandidaten,war klar wo die Reise hingeht. Rumjammern: leben sie doch mal in einer Stadt wo sie ein SPD Parteibuch brauchen um Müllmann zu werden, oder überhaupt etwas bewegen wollen gegen einen Städtische SPD Hierarchie. Ich wünsche Ihnen dabei viel Spass und Glückauf

Duisburgs neuer OB Sören Link muss nun den Neuanfang organisieren
von dummmberger | #19-4

Ja, wenn in Duisburg mit der SPD alles so furchtbar ist, warum wählen die Duisburger dann nicht einfach einen anderen OB?

Sie tun immer so, als würde die SPD bestimmen. Das ist Unsinn. Alle, die Link nicht wollten, mussten lediglich bei der Wahl einen anderen Kandidaten ankreuzen.
So schwer ist das doch nicht.

#19 barbarylane
von taosnm | #19-5

Es wäre sicherlich besser gewesen, zur Wahl zu gehen und ungültig zu wählen, um seiner Enttäuschung über die Lügereien und Betrügereien der SPD Ausdruck zu verleihen. Keine 66.000 Wählerstimmen in einer so grossen Stadt wie Duisburg erhalten zu haben, ist allerdings kein Ergebnis, das Jubel auslösen kann. Die parteiaffinen Wähler würden selbst einen roten Besenstiel oder, wie es ein Kommentator an anderer Stelle sagte, ein rotes Grablicht wählen. Nein, in Duisburg ist etwas sehr Übles passiert, indem sich nämlich die SPD der unabhängigen und gutgläubigen Bürger zur Abwahl bediente, um gut vorbereitet mit ihrem Parteiapparat alles zu überrollen, und das zeitigt dann eben eine so schlimme Wahlenthaltung. Wäre ich SPD, würde ich jetzt erst einmal gründlich darüber nachdenken, wie ich es anfange, an der Wiederherstellung meiner Glaubwürdigkeit zu arbeiten. Doch die SPD hat Glück, weil ich es eben nicht bin.

02.07.2012
10:03
Duisburgs neuer OB Sören Link muss nun den Neuanfang organisieren
von buntspecht2 | #18

Ein Kantersieg bei 25% Wahlbeteiligung machen sie sich da nicht lächerlich Herr Schmeer

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