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Steuerhinterziehung

Duisburger Spedition soll Lkw mit Heizöl betankt haben - 2,5 Mio. Euro Steuerschaden

20.09.2012 | 14:58 Uhr
Duisburger Spedition soll Lkw mit Heizöl betankt haben - 2,5 Mio. Euro Steuerschaden
22.000 Liter Heizöl, die in mehreren Tanks in einer kleinen Halle gelagert wurden und zum Betanken der Lkw benutzt wurden, wurden beschlagnahmt.Foto: Stephan Eickershoff/WAZFotoPool

Duisburg.  Zollfahnder haben eine Spedition in Wanheim durchsucht, die aus Heizöl illegal Diesel hergestellt haben soll. Der 46-jährige Geschäftsführer sitzt nun wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung in Untersuchungshaft. Der Steuerschaden liegt nach Angaben des Zolls zwischen 2,5 und 3 Millionen Euro.

Großeinsatz der Zollfahndung in Wanheim: Unterstützt von rund 60 Beamten der Bundespolizei in St. Augustin durchsuchten am Mittwoch- und Donnerstagmorgen etwa 130 Kräfte der Zollfahndung Essen den Hauptsitz einer Spedition an der Neuenhofstraße/Ecke Obere Kaiserswerther Straße sowie weitere Firmen- und Privatgebäude in Gelsenkirchen, Mönchengladbach und Duisburg. Der Tatvorwurf gegen den 46-jährigen Geschäftsführer, der in seiner Wohnung festgenommen wurde und nun in Untersuchungshaft sitzt, lautet Steuerhinterziehung. Durch die „Verdieselung von Heizöl in großem Stil“ sei ein Steuerschaden von 2,5 bis 3 Millionen Euro entstanden, sagte Ulrich Schulze, Sprecher der Zollfahndung.

Um 9 Uhr begann der Großeinsatz

Um punkt 9 Uhr hatten die Kräfte zeitgleich an allen Standorten den Großeinsatz begonnen. Bei der Durchsuchung des Wanheimer Firmengeländes wurden nicht nur Geschäftsunterlagen, Computer und Festplatten beschlagnahmt, sondern auch zwölf Zugmaschinen, mehrere Auflieger sowie 290.000 Euro in bar. „Der Geschäftsführer zeigte sich bei unserer Ankunft überrascht, ließ sich aber widerstandslos festnehmen“, erklärte Schulze.

In einer Halle fanden die Zollfahnder ein illegales Tanklager, in dem rund 22.000 Liter Heizöl – verstaut in riesigen Platikbehältern – aufgefunden wurden. Aus diesen dünstete der Kraftstoff derart aus, dass ein schweres, übel riechendes Gemisch in der Luft hing und das Atmen in der Halle fast unmöglich machte. Die Kräfte der auf Beweissicherung und Festnahme spezialisierten Hundertschaft aus St. Augustin trugen bei der Durchsuchung fast allesamt Atemschutzmasken.

Feuerwehr überwachte Abpumpen des Heizöls

Ein Löschfahrzeugstrupp der Duisburger Feuerwehr überwachte das Abpumpen des Heizöls in mehrere Tankwagen, das von einer Privatfirma durchgeführt wurde. Mitarbeiter des Amtes für Umwelt und Grün der Stadt Duisburg waren ebenfalls mit dabei und bestätigten nach ihrer Kontrolle vor Ort zudem, dass alle besagten Behälter dicht waren und somit kein Heizöl den Boden oder das Grundwasser verschmutzen konnte.

Die Kräfte der auf Beweissicherung und Festnahme spezialisierten Hundertschaft trugen bei der Durchsuchung fast allesamt Atemschutzmasken.Foto: Stephan Eickershoff/WAZFotoPool

Wie die Zollfahndung auf den mutmaßlichen Täter gestoßen ist, wollte Sprecher Schulze nicht konkret benennen. Er sagte nur so viel: „Wir haben Hinweise erhalten, denen wir nachgegangen sind.“ Eine mögliche Quelle könnte Google-Streetview gewesen sein. Denn auf den Bildern, die einst im Vorbeifahren von dieser Spedition gemacht wurden, ist ein Gabelstapler zu erkennen, der neben einem Lkw in Höhe von dessen Tank steht und einen der riesigen Plastikbehälter „aufgebockt“ hat. Sollte das die Quelle der Zollfahndung sein, hätte also Kommissar Zufall geholfen.

Ermittlungen dauern noch an

Bernhard Englisch, Sprecher der Staatsanwaltschaft Duisburg, erklärte auf WAZ-Anfrage, dass die Ermittlungen noch andauerten und zunächst die bisher vorliegenden Erkenntnisse ausgewertet werden müssten. „Wir warten die Vernehmung des Geschäftsführers ab und entscheiden dann, welche weiteren Schritte wir einleiten“, so Englisch.

Die Firma in Wanheim ist laut Zollfahndung vorläufig stillgelegt. Die beschlagnahmten Dinge mit materiellem Wert befinden sich laut Sprecher Schulze nun in dinglichem Arrest. Das heißt: Alle verkaufsfähigen Gegenstände wie der Fuhrpark, Werkzeug oder eben das Heizöl werden dann im Rahmen von Versteigerungen zu Geld gemacht, falls der Beschuldigte seine Steuerschuld nicht anderweitig begleichen kann.

Thomas Richter



Kommentare
27.02.2013
01:37
Duisburger Spedition soll Lkw mit Heizöl betankt haben - 2,5 Mio. Euro Steuerschaden
von buerger99 | #11

Wie will man aus Heizöl Diesel herstellen ? Heizöl ist Diesel, gleiche Nummer an den Tankwagen!
Der Unterschied ist, das Heizöl mit einem Farbstoff versehen ist, der nicht aus dem Heizöl zu entfernen ist. Auch Diesel für die Landwirtschaft wird mit einem anderen Farbstoff kenntlich gemacht. Der Farbstoff wird beim Tanken in der Raffinerie beigefügt. Bis zu diesem Zeitpunkt gibt es keinen Unterschied zwischen Diesel und Heizöl.
Wie bitte will man dann also aus Heizöl Diesel herstellen ?
Das einzige was, falls überhaupt, zutreffen könnte, ist, das die LKWs mit Heizöl betankt worden sind.
Um aber 2,5 Mio.€ Steuerschaden zu verursachen, muss da schon eine Menge Heizöl verdieselt worden sein.

25.10.2012
16:08
Duisburger Spedition soll Lkw mit Heizöl betankt haben - 2,5 Mio. Euro Steuerschaden
von Brummi2 | #10

Anhand dieser Behälter den Rückschluss zu ziehen, dass Heizöl getankt worden ist, ist aber sehr abenteuerlich. LKWs mit EURO 5 Motoren benötigen den Zusatz AdBlue.
Genau dieses AdBlue wird in diesen Behältern verkauft. Wenn ein Gabelstapler mit diesem Behälter neben einem LKW steht, würde ich zunächst auf die Betankung von AdBlue schließen und nicht auf Heizöl. Bei 2,5 Mio Steuerschaden muss er über 5 Mio l Heizöl vertankt haben, wie hat er die denn verbucht? Oder eventuell privat bezahlt? Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier mit Kanonen auf Spatzen geschossen worden ist. Der Ausgang dieses Verfahrens interessiert mich brennend.

Viele Grüße
Harald

25.10.2012
15:43
Duisburger Spedition soll Lkw mit Heizöl betankt haben - 2,5 Mio. Euro Steuerschaden
von Brummi2 | #9

Anhand dieser Behälter den Rückschluss zu ziehen, dass Heizöl getankt worden ist, ist aber sehr abenteuerlich. LKWs mit EURO 5 Motoren benötigen den Zusatz AdBlue.
Genau dieses AdBlue wird in diesen Behältern verkauft. Wenn ein Gabelstapler mit diesem Behälter neben einem LKW steht, würde ich zunächst auf die Betankung von AdBlue schließen und nicht auf Heizöl. Bei 2,5 Mio Steuerschaden müsste dieser Spediteur über 5 Mio l Heizöl getankt haben. Das ist doch ein Witz, wie soll er denn Heizölrechnungen verbuchen? Etwas aus der Privattasche bezahlen? Ich werde das Gefühl nicht los, dass hier mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird. Der Ausgang dieses Verfahrens wird mich brennend interessieren.
Viele Grüße
Harald

25.09.2012
12:09
Duisburger Spedition soll Lkw mit Heizöl betankt haben - 2,5 Mio. Euro Steuerschaden
von roland2362 | #8

ICH MÖCHTE ALS EHEMALIGER MITARBEITER AUCH WAS DAZU ANMERKEN DAS DIESE BÖSE SPED.SEIT 12 JAHREN MASSENHAFT STEUERN EINGEBRACHT HABEN ARBEITSPLÄTZE DIE AUCH STEUERN SCHAFFEN ENDSTANDEN SIND EINEN CHEF DER MIT LOB UND GUTE WORTE NICHT ZU BESCHREIBEN IST EINFACH DER BESTE WAR. UND MAN SICH JETZT NUR NOCH BESSEWISSERSPRÜCHE ANHÖREN MUß EINFACH ZUM KOTZEN. DIE MILCHMÄDCHENRECHNUNG DER POLITIK IST ZUM LACHEN WENNS NICHT SO TRAURIG WÄRE:ICH WÜNSCHE MEINEM EX CHEF M.ALLES GUTE UND HOFFE DAS ER WIEDER AUF DIE BEINE KOMMT WENNS EINER SCHAFT DANN ER:

23.09.2012
11:58
Duisburger Spedition soll Lkw mit Heizöl betankt haben - 2,5 Mio. Euro Steuerschaden
von silverstone | #7

Betrügst du den Staat-kommt er dir Beine machen.
Betrügt dicvh der Arbeitgeber-kommt niemand dir helfen.

In dem Sinne,gute Geschäfte weiterhin!

23.09.2012
01:20
Duisburger Spedition soll Lkw mit Heizöl betankt haben - 2,5 Mio. Euro Steuerschaden
von Nobody1 | #6

Leider ist es so das aus Kostengründen deutsche Spediteure grösstenteils nur noch über Logistikzentren relativ "sicher" existieren können. Selbständige kleine Speditionen sind auf die Auslastung je Fuhre angewiesen um kostenintensive Umwege für geringe Frachttonnagen abzufangen. Ich kann es ihnen nicht übel nehmen wenn sie "bescheissen" denn sie erhalten damit Steuerpflichtige Arbeitsplätze von denen unsere "schmarotzende, spendenfreudige Bundespolitik" sich in aller Welt ansehen auf unser Kosten erkauft.

1 Antwort
Duisburger Spedition soll Lkw mit Heizöl betankt haben - 2,5 Mio. Euro Steuerschaden
von banane666 | #6-1


es ist aber eine Sauerei dass dieser Spediteur sich seinen Mitbewerbern gegenüber einen Vorteil verschaft und damit die Arbeitplätze der Konkurrenz gefärdet....man muß es auch ´mal so betrachten, auch wenn ich gegen die hohe Besteuerung was habe, darf ich einfach nicht mit Heizöl fahren........




21.09.2012
14:09
Duisburger Spedition soll Lkw mit Heizöl betankt haben - 2,5 Mio. Euro Steuerschaden
von HermitderKohle | #5

Wenn man alle möglichen Ost- und Südoststaaten in die EU einlädt, muss man sich nicht wundern, dass einheimische Betriebe bei der Suche nach Methoden zur Standortsicherung auch schon mal unorthodoxe Methoden anwenden.

Zugegeben, dies ist doch sehr grosser Stil.

Aber, ich möchte nicht wissen, wieviel alte Diesel in privater Hand mit dem roten "Hagebuttenöl" unterwegs sind....

Es sind ruppige Zeiten. Autofahren wird auch dank repressiver EU Auflagen imer teurer.

Heizöl im Tank ist die Steuerhinterziehung des kleinen Mannes, denn Kapital für die Schweiz hat er ja nicht.....

21.09.2012
13:42
Duisburger Spedition soll Lkw mit Heizöl betankt haben - 2,5 Mio. Euro Steuerschaden
von mine1975 | #4

mal eine andere Frage: lohnt sich das überhaupt, aus Heizöl Diesel zu gewinnen. Schließlich muss der Diesel aus dem Heizöl destilliert werden, wenn ich mich noch so recht an den Chemieunterricht erinnere und dafür bedarf es doch einem ungeheuren Energieeinsatz !?

1 Antwort
Duisburger Spedition soll Lkw mit Heizöl betankt haben - 2,5 Mio. Euro Steuerschaden
von DUWalsumer | #4-1

Da täuscht dich dein Erinnerungsvermögen...
Diesel und Heizöl sind chemisch Identisch... der Unterschied liegt in der Besteuerung und das Heizöl eine kleine zutat zur Markierung hinzugefügt wird, damit man es unterscheiden kann.
es ist also kein technisches Problem statt Diesel Heizöl zu in ein Auto oder LKW zu tanken, es ist jedoch eine Straftat da es Steuerhinterziehung ist.

21.09.2012
08:33
Duisburger Spedition soll Lkw mit Heizöl betankt haben - 2,5 Mio. Euro Steuerschaden
von banane666 | #3

es ist aber eine Sauerei dass dieser Spediteur sich seinen Mitbewerbern gegenüber einen Vorteil verschaft und damit die Arbeitplätze der Konkurrenz gefärdet....man muß es auch ´mal so betrachten, auch wenn ich gegen die hohe Besteuerung was habe, darf ich einfach nicht mit Heizöl fahren........

21.09.2012
00:06
Duisburger Spedition soll Lkw mit Heizöl betankt haben - 2,5 Mio. Euro Steuerschaden
von funkydellek | #2

Bei den Preisen für Diesel doch kein Wunder. Wenn der Staat mal endlich was unternehmen würde, müsste sowas nicht sein. Aber er verdient ja fleißig mit. Die Familien die an dem Betrieb hängen sind unserem Staat doch egal...

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