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Blitz-Marathon

Der Bürger „blitzt“ mit

27.06.2012 | 09:49 Uhr
Der Bürger „blitzt“ mit
Die Polizei blitzt am 3. Juli diesmal an Stellen, die Bürger vorgeschlagen haben. Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Zum landesweiten Blitzermarathon am 3. Juli haben auch die Duisburger Vorschläge gemacht, an welchen Stellen geblitzt werden soll. Häufig wurden Tempo-30-Zonen genannt. Rund 200 Hinweise für Kontrollstellen liegen der Polizei nun vor. Am Wochenende sollen erste Kontrollpunkte bekannt gegeben werden.

„Die Herzogstraße in Walsum ist zum Zubringer für die A59 geworden“, sagt NRZ-Leser Norbert Fleischer. „Hier wäre es dringend notwendig eine permanente Geschwindigkeitskontrolle durchzuführen“. Ab 4.30 Uhr würden Autos und Schwerlaster über die Straße brettern, deutlich schneller als die erlaubten 50 Stundenkilometer. Ab 6 Uhr darf der Verkehr sogar nur mit Tempo 30 rollen. „Das hat aber keinen Einfluss auf die Raserei“, sagt Fleischer. „Autofahrer, die sich in etwa an die Richtgeschwindigkeit halten, werden als Hindernis angesehen und überholt“, berichtet der Walsumer. Er ist einer der vielen NRZ-Leser, die dem Aufruf unserer Zeitung gefolgt sind, „Wutpunkte“ für den NRW-Blitzermarathon am kommenden Dienstag zu benennen. Und auch im Duisburger Polizeipräsidium klingelte die eigens geschaltete Hotline gestern im Minutentakt.

„Wir haben alleine bis zur Mittagszeit weit über 200 Hinweise erhalten, wo wir am 3. Juli blitzen sollen “, sagte Polizeisprecher Stefan Hausch. Zwei Kollegen saßen am Dienstag von 8 bis 18 Uhr am Telefon, haben alle Anregungen aufgenommen. „Die meisten haben Stellen vor ihrer Haustür gemeldet, häufig genannt wurden besonders Tempo 30-Zonen“, sagt Hausch.

„Eine gefährliche Rennstrecke“

Darauf zielt auch der Hinweis von NRZ-Leser Sven Peters, der die Radarfalle gerne in Huckingen vor dem Steinhof an der Kreuzung Düsseldorfer Landstraße, Raiffeisen- und Hermann-Spilleke-Straße sehen würde. „Autos fahren aus Richtung Raiffeisenstraße bei grüner und roter Ampel mit Vollgas über den Kreuzungsbereich. Die Raiffeisenstraße ist eigentlich eine 30er-Zone“, sagt Peters.

Blitz-Marathon
Erste Kontrollpunkte am Wochenende bekannt
Erste Kontrollpunkte am Wochenende bekannt

Bis Mittwochmorgen um 6 Uhr hat die Polizei Vorschläge gesammelt. Erste Kontrollstellen gibt sie am Wochenende bekannt. Alle Vorschläge der NRZ-Leser geben wir an die Polizei weiter.

Der landesweite Blitzmarathon startet am Dienstag, 3. Juli, um 6 Uhr. Kontrolliert wird 24 Stunden an wechselnden Stellen.

Weil die Aktion breit angekündigt wird, rechnet Polizeisprecher Hausch damit, dass an den Kontrollstellen nur halb so viele Autofahrer zu schnell fahren wie bei einer alltäglichen Kontrolle.

Auch Ulrike Burger aus dem Norden der Stadt hält es für eine „super Idee, uns mitbestimmen zu lassen, wo geblitzt werden soll“. Ihr Vorschlag: „Auf der B8 zwischen Walsum-Vierlinden und dem Hamborner Altmarkt sollten mehrere Geräte aufgestellt werden, da dort sehr oft Rennen gefahren werden“. Auch die Straße „Im Eickelkampf“ sei zu „einer gefährliche Rennstrecke“ geworden, schreibt ein Leser per Postkarte an die NRZ.

Auf Wunsch gibt es auch später die Ergebnisse

Die Polizei freut sich, dass viele Vorschläge eingehen. „Das zeigt, dass die Aktion auch von den Bürgern getragen wird“, so Sprecher Hausch. Und: Die Anwohner wissen häufig genau, wann bei ihnen zuletzt geblitzt wurde. So bemerkte ein Walsumer beim Hotline-Anruf, dass auf der Sonnenstraße das letzte Mal am 26. November 2010 geblitzt wurde. „Das weckt bei uns natürlich Ehrgeiz“, sagt Hausch.

Wie ernst die Polizei die Anregungen nimmt, zeigt auch das geplante Nachspiel zum Blitzmarathon. „Auf Wunsch geben wir jedem Bürger, der einen Hinweis gegeben hat, später eine Rückmeldung über die Ergebnisse, wenn wir dort geblitzt haben. Und wenn es einen Schwerpunkt in einem Wohngebiet geben sollte, dann werden wir auch einige Hinweisgeber einladen, bei der Tempomessung dabei zu sein“, so Hausch.

Polizeisprecher Hausch: „Kein Hinweis geht verloren“

Doch wie wählt die Polizei denn aus den vielen Vorschlägen überhaupt die Stellen aus, an denen am kommen Dienstag geblitzt wird? „Die Vorschläge werden von den Fachleuten der Direktion Verkehr ausgewertet. Dann geht es nach Prioritäten“, erklärt Hausch. Wo sind Unfallschwerpunkte? Wo sind Kindergärten oder Seniorenheime in der Nähe? Wo gibt es gleich mehrere Hinweise, also eine kollektive Wahrnehmung?

Aber: „Kein Hinweis geht verloren“, verspricht der Polizeisprecher. „Die Stellen, die wir am 3. Juli nicht berücksichtigen konnten, nehmen wir als Arbeitsgrundlage für die nächsten Wochen mit.

Für NRZ-Leser Norbert Fleischer, der wie eingangs erwähnt die Raserei auf der Herzogstraße in Walsum moniert, ist allerdings auch entscheidend, zu welcher Uhrzeit geblitzt wird. Denn ab 7.30 Uhr sei der größte Spuk oft vorbei, weil Auto- und Lkw-Fahrer dann bereits mit Kontrollen rechnen würden. Vielleicht läuft es diesmal besser: Der Blitzermarathon startet am 3. Juli um 6 Uhr und läuft über 24 Stunden.

Ingo Blazejewski



Kommentare
28.06.2012
08:28
Der Bürger „blitzt“ mit
von Kravattenmuffel | #3

Hatten wir so was nicht alles schon mal? Anscheißen, zugucken und dann will es später wieder keiner gewesen sein. Und die Obrigkeit wäscht ihre Hände in Unschuld: wir haben EUCH gefragt…
Einfach pervers.

27.06.2012
16:56
Der Bürger „blitzt“ mit
von fredroh | #2

Einfach super, diese Doppelmoral. Der Polizei melden sie "Stellen", wo schneller gefahren wird. Wenn sie aber selbst hinter dem Steuer sitzen, war es ein Versehen, wenn sie mit mehr als Tempo 30 erwischt werden.
Alle fahren sie schneller, ich sage es noch einmal: Alle!
Deshalb ist Tempo 30 einfach nur das, was es sein soll: eine gigantische Möglichkeit, neben den Steuern, neben öffentlichen Gebühren, noch zusätzlich Geldeinnahmen zu kreiieren. Und der Bürger lässt sich dazu instrumentalisieren!
Wenn es den Behörden ernst wäre mit der Geschwindigkeitseinschränkung, gäbe es längst eine technische Lösung. Beispielsweise den Schalter, der auf "Max Tempo 30" gestellt wird und dann fährt das Fahrzeug maximal Tempo 30....!! Man muss auch nur die neuen Fahrzeuge damit ausrüsten, weil sich dann eh hinter diesen Fahrzeugen Schlangen bilden, die ja nicht schneller fahren können.
Aber auch funktechnische Lösungen sind denkbar.
Dann würden aber Milliarden an Einnahmen für die Behörden entfallen..?

27.06.2012
12:15
Der Bürger „blitzt“ mit
von Rakllo | #1

einfach supper,das die Polizei das macht,kann ja nicht angehen das die machen was die Autofahrer wollen.

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