Das aktuelle Wetter Duisburg 17°C
Kriminalität

Betrügerbanden verkaufen an Autobahnen im Ruhrgebiet gefälschtes Gold

15.08.2011 | 10:00 Uhr
Betrügerbanden verkaufen an Autobahnen im Ruhrgebiet gefälschtes Gold
Das vermeintliche Gold, das die Herren an der Autobahn als Gegenleistung anbieten, ist immer gefälscht und wird deshalb auch “Autobahngold“ oder „Rumänenblech“ genannt. Foto: Matthias Graben / WAZ FotoPool

Duisburg.  Wenn andere Währungen an Wert verlieren, setzen viele Anleger auf Gold. Das wissen auch Betrüger. An den Autobahnen im Ruhrgebiet sind Banden unterwegs, die mit der „Mitleidsmasche“ billigen Goldschmuck teuer verkaufen wollen.

Sie sind wieder unterwegs, die rumänischen und bulgarischen Betrügerbanden, die vor allem an Autobahnen und auf Raststätten falsches Gold „verkaufen“. Auch von Duisburgs Autobahnen wurden Fälle gemeldet. Die Polizei warnt deshalb, vor Stopps, um vermeintlichen Hilfesuchenden zu helfen. Besser sei grundsätzliches Misstrauen.

Waren früher vor allem Brandenburg und Sachsen das Zielgebiet der Betrüger, so rücken sie jetzt immer weiter in den Westen vor. Erst in der vergangenen Woche, so Polizeisprecher Ramon van der Maat, sei wieder ein Opfer bei der Kripo in Duisburg vorstellig geworden. Insgesamt zählte das Landeskriminalamt in diesem Jahr bereits 90 Fälle. Zudem gehen die Behörden von einer hohen Dunkelziffer aus, weil sich viele Opfer schämen, übertölpelt worden zu sein.

Die Masche der Betrüger ist immer die gleiche. Sie stehen auf dem Standstreifen winken mit einem Benzinkanister oder einem Abschleppseil, meist steht ein Mercedes der gehobenen Klasse daneben. Hält ein hilfsbereiter Autofahrer an, wird er mit einer rührseligen Geschichte umgarnt. Das Benzin ist ausgegangen, der Motor springt nicht an. Aber man müsse ganz schnell ins Krankenhaus zur Mutter, zur Hochzeit der Schwester...

Bargeld lacht

Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Aber ein Punkt kommt immer. Leider sei das Bargeld alle, ob man nicht mit 50 oder 100 Euro aushelfen könne? Als Gegenleistung bieten die Betrüger Goldschmuck an, der angeblich mehr wert sei als das Bargeld. Dumm nur, dass das vermeintliche Gold immer gefälscht ist und deshalb auch “Autobahngold“ oder „Rumänenblech“ genannt wird.

Ramon van der Maat: „Hier im Polizeipräsidium liegen schon richtige Mengen falschen Goldschmucks.“ Der Polizeisprecher weiß aus Erfahrung, dass diese Banden durch das ganze Land reisen: „Die sind erst in Duisburg, dann zwei Tage in Köln, tauchen dann in Münster auf.“ Die Polizei warnt deshalb, vor Stopps auf der Autobahn, um vermeintlichen Hilfesuchenden zu helfen. Besser ist in solchen Fällen grundsätzliches Misstrauen.

Der Mann, der in der Woche bei der Duisburger Polizei vorstellig wurde, war nicht misstrauisch. Deshalb fehlen ihm nun 500 Euro. Kleinere Scheine hatte er während der Betrügerei an der Autobahn nicht dabei gehabt.

 

Svenja Aufderheide


Kommentare
16.08.2011
17:20
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #40

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

16.08.2011
15:27
Betrügerbanden verkaufen an Autobahnen im Ruhrgebiet gefälschtes Gold
von Gruenkohl7 | #39

Hilfsbereite Menschen, die helfen wollen, so auszunehmen ist schäbig! Dafür sollten die Täter noch mal extra bestraft werden!

16.08.2011
02:23
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #38

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

15.08.2011
23:12
Polizei warnt vor Trickbetrügern auf Duisburgs Autobahnen
von turnaround | #37

#36
Ihnen vielleicht, aber vielen unserer Mitmenschen mit anerzogenem Helfersyndrom leider nicht. Durch solche illegalen Aktivitäten unserer Neubürger dürfte die Hilfsbereitschaft gegenüber tatsächlicher Pannenopfer leider gegen Null tendieren. Danke, Frau Merkel, ein Problem mehr.

15.08.2011
22:16
Polizei warnt vor Trickbetrügern auf Duisburgs Autobahnen
von Pyrexx | #36

...üblicherweise, wenn die Täter so erwischt werden ist es eine Ordnungswidrigkeit nach dem Feingehaltgesetz dies sind dann ca. 500 Euro Sicherheitsleistung, die nicht erbracht werden kann und da dies alles Angehörige eines EU-Landes sind, werden die durch die Staatsanwaltschaft wieder laufen gelassen. So siehts aus. Allerdings, mit teuren Autos hab ich die noch nie gesehen, eher mit Autos die nur noch durch den Lack zusammengehalten werden und die Kleidung...na ja...mache Zeitgenossen die seit 15 Jahren auf der Straße leben sind besser gekleidet und sauberer...also würde mir die Geschichte mit der Hochzeit schon mal auffallen...

15.08.2011
21:54
Polizei warnt vor Trickbetrügern auf Duisburgs Autobahnen
von turnaround | #35

Dank an Frau Merkel für die unkontrollierte EU-Ost-Erweiterung. Sie eröffnet den Bürgern im Ruhrgebiet ein neues Spektrum der Kriminalität. Hilfsbereitschaft gegenüber vermeintlichen Pannenopfern auf der Autobahn sollte man sich künftig verkneifen. Aber wie unterscheidet man echte von falschen Pannenopfern? Da bleiben die echten wohl künftig auf der Strecke und ohne Hilfe, schade, aber verständlich.

15.08.2011
21:23
Hände weg vom „Autobahn-Gold“
von Dr.Bluesky | #34

Immer als erstes die Polizei rufen, den das ist gefärlich an der Autobahn zu stehen und zu winken. also Handy raus, Freisprech an und Polizei rufen. Das würde dem Rumäneblech das Ende der Produktion einläuten. Aber wer 500 Euro Scheine hat kann es verschmerzen. Erst letztens habe solche Leute bei LIDL eingekauft. Da habe ich zu 1.mal so einen Schein zu gesicht bekommen. Leider fehlte die News ob der wirklich echt war.

15.08.2011
20:47
Polizei warnt vor Trickbetrügern auf Duisburgs Autobahnen
von Theodor_Rand | #33

Ich verstehe irgendwie nicht die Denkweise der Helfer:
Was nutzt jemandem der kein Benzin mehr hat denn Bargeld?
Hier kann die Autobahnpolizei helfen:
Die organisieren über den ADAC den nötigen Sprit und kassieren bei der Gelegenheit auch das fällige Bußgeld, daß fällig wird, wenn man wegen Spritmangels auf der Autobahn liegenbleibt.
Dann wird sich auch zeige, ob die wirklich kein Bargeld haben und dann eine Sicherheitsleistung hinterlegen müssen.
Und ich bezweifele, daß die Polizei auch auf deren Goldreserven vertraut...

15.08.2011
20:36
Betrügerbanden verkaufen an Autobahnen im Ruhrgebiet gefälschtes Gold
von DU-Kersten | #32

Hätte auch beinahe angehalten - an der Zufahrt Zoo Richtung Autobahnkreuz Kaiserberg.
Da fuchtelte einer wild am Straßenrand rum und man sah Frau und Kinder im Auto.
In dem Moment ist man schnell überrumpelt, weil der erste Reflex sagt, hier benötigt jemand Hilfe.
Kam mir aber dann doch komisch vor und ich habe nicht angehalten.

15.08.2011
20:24
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #31

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Aus dem Ressort
Rocker-Experte glaubt, Kutten-Verbot in NRW ist kaum haltbar
Rocker
Eine Welle von Kuttenverboten verschärft derzeit den Druck auf Rockerbanden, auch in NRW. Grundlage ist ein Urteil des OLG Hamburg. Das ist jedoch umstritten. Zumal ein bayerisches Gericht in gleicher Sache anders entschieden hat. Dass es überhaupt zu den Verboten kommt, hat einen kuriosen Grund.
Keine Chance auf eine Dauerkarte für Rollstuhlfahrer
MSV Duisburg
MSV-Fan Frank-Michael Rich wollte eine Dauerkarte für die neue Saison kaufen. Das Problem: Er sitzt im Rollstuhl und hat deshalb keine Chance. Alle Plätze sind vergeben. Die Warteliste ist lang. Rich fühlt sich diskriminiert und fordert mehr Plätze für Rollstuhlfahrer in der Arena.
Viele leiden sehr unter Folgen der Loveparade-Katastrophe
Interview
Pfarrer Jürgen Widera ist seit April 2013 Ombudsmann für die Betroffenen der Loveparade. Aus Anlass des vierten Jahrestages der Katastrophe sprach der evangelische Geistliche mit der Funke-Mediengruppe über die Stimmung der Betroffenen und darüber, wie er mit dem Leid umgeht, das auf ihn einstürmt.
Duisburg hält inne im flackernden Schein der 1000 Lichter
Loveparade
Die Stadt Duisburg hält auch am vierten Jahrestag der Loveparade-Katastrophe inne. Am Mittwochabend trafen sich rund 200 Menschen an der Gedenkstätte im Karl-Lehr-Tunnel – darunter Hinterbliebene der 21 Todesopfer, Verletzte, Traumatisierte und trauernde Bürger.
Bei Duisburger Rockern herrscht Zwei-Klassen-Gesellschaft
Kriminalität
Die Hells Angels und die Bandidos müssen ihre Symbole von öffentlich einsehbaren Plätzen entfernen, sonst begehen sie eine Straftat. Für die anderen in Duisburg ansässigen Rockergangs gilt diese Regelung jedoch nicht. So entsteht in der hiesigen Szene quasi eine Zwei-Klassen-Gesellschaft.
Fotos und Videos
Leser besuchen das Landesarchiv
Bildgalerie
WAZ-Serie
Chronik einer Katastrophe
Bildgalerie
Loveparade