Das aktuelle Wetter Düsseldorf 13°C
Kriminalität

Artisten-Areal in Düsseldorf mit SEK und Leuchtraketen gestürmt

19.02.2013 | 16:49 Uhr
Artisten-Areal in Düsseldorf mit SEK und Leuchtraketen gestürmt
330 Polizisten waren bei der Großrazzia in Rath im Einsatz, darunter auch schwer bewaffnete Spezialeinsatzkräfte. Verletzte gab es nicht. Die Polizei musste aber einen bissigen Hund erschießen, der die Beamten bedroht hatte.Foto: Gerhard Berger

Düsseldorf.   330 Polizisten - darunter mehrere SEK-Trupps - haben am Dienstag ein Areal im Düsseldorfer Stadtteil Rath gestürmt: Auf dem Gelände, auf dem eine Artisten-Familie wohnt, waren Mitglieder einer organisierten Diebes- und Räuberbande vermutet worden. Sieben Deutsche im Alter zwischen 16 und 51 Jahren wurden festgenommen, tonnenweise gestohlenes Metall beschlagnahmt.

Mit einem Großaufgebot hat die Polizei Düsseldorf am Dienstag ein städtisches Gelände auf der Oberhausener Straße in Rath gestürmt, das von  Artisten-Familien bewohnt wird. Mit der Razzia wollte das Präsidium eine organisierte Diebes- und Räuberbande zerschlagen. Insgesamt sieben Deutsche im Alter zwischen 16 und 51 Jahren wurden festgenommen. Ein bissiger Hund, der sich den Einsatzkräften entgegenstellte, wurde erschossen.

Schon seit Monaten verdichteten sich die Hinweise, dass dieses Areal als Unterschlupf für Mitglieder einer kriminellen Bande genutzt wird, die seit längerem auf Beutezug sind und vor allem im großen Stil Metall gestohlen, Einbrüche und Raubtaten begangen haben sollen.

„Aggressiv angegangen“

Der Zugriff wurde generalstabsmäßig vorbereitet. Nichts durfte schief gehen, der Einsatz war für die Beamten gefährlich. Denn einige der mit Haftbefehl Gesuchten würden, so war die Befürchtung, nicht davor zurückschrecken, Widerstand zu leisten. Fremde waren auf diesem großen, unübersichtlichen Pachtgelände, das von mehreren scharfen Hunden bewacht wurde, eh nicht gerne gesehen. Die Polizei war dort heute nicht das erste Mal: „In der Vergangenheit sind Beamte bei zu treffenden Maßnahmen aggressiv angegangen worden und wurden zum Teil auch verletzt“, berichtete Polizeisprecherin Susanna Heusgen. „Wir mussten davon ausgehen, dass dies auch diesmal so sein würde. Und es gab Erkenntnisse über die Gefährlichkeit betroffener Personen.“

Am Morgen stellte die Polizei, begleitet von mehreren Staatsanwälten, eine ganz Armada auf: 330 Polizisten, darunter die Hundertschaft der Bereitschaftspolizei und mehrere schwer bewaffnete SEK-Kommandos, die Punkt 6 Uhr früh als erste hinter einem gepanzerten Polizeispezialfahrzeug auf die kleine Siedlung vorrückten.

Leuchtraketen erleichterten die Sicht

Abgefeuerte Leuchtraketen erleichterten den Einsatzkräften die Sicht. Schnell hatten sie auch eine Flutlicht-Anlage aufgestellt. Die Waffe mussten sie nur gegen einen bissigen Hund einsetzen, der mit einem oder mehreren Schüssen niedergestreckt wurde. Verletzte gab es nicht.

Mehrere Häuser, in dem 70 bis 90 Menschen leben, wurden umstellt, fünf Männer verhaftet. Ein weiteres mutmaßliches Bandenmitglied stellten die Ermittler in Ratingen. In Heinsberg wurde ein 38-jähriger Schrotthändler festgenommen, der zur Metalldieb-Bande gehören soll.

Die Beamten durchwühlten jede Ecke, abgestellte Schaustellerlastwagen, Gartengrundstücke - und kletterten gar mit Leitern auf Dächer und durch Luken.

Polizei stellt tonnenweise gestohlenes Metall sicher

Die Fahnder wurden schnell fündig. Sie stellten tonnenweise gestohlenes Metall und weiteres Beweismaterial sicher. Auch ein Polizeihubschrauber wurde angefordert, um Luftaufnahmen zu machen. Ein Übersee-Container, in dem wohl Beutestücke aufbewahrt worden waren, wurde abtransportiert. Die Razzia dauerte auch am Abend noch an. Über den Stand der Ermittlungen wird das Präsidium am Mittwoch auf einer Pressekonferenz berichten.

Der Einsatz richtete sich nur gegen die mutmaßlichen Banden-Mitglieder, nicht gegen die anderen Bewohner, stellte das Polizeipräsidium ausdrücklich klar. Die Artisten-Familien verdienen ihr Geld mit Stunt-Shows und waghalsigen Auto-Aufführungen.

Der Düsseldorfer Schausteller-Chef Bruno Schmelter betonte, dass diese Artisten nicht zu den Darbietern auf der großen Kirmes oder auf den Düsseldorfer Schützenfesten zählen. Es gebe mit ihnen keine Zusammenarbeit.

Die Stadt hatte schon vor Jahren das Gelände an der Oberhausener Straße nahe dem ISS-Dome an die Artisten verpachtet. Schon seit einiger Zeit geht man davon aus, dass dort auch illegale Bauten errichtet worden waren. Mit dieser Frage beschäftigen sich die Juristen. Rathaus-Sprecher Manfred Blasczyk: „Einiges ist noch klärungsbedürftig. Wir versuchen das in geordnete Bahnen zu bringen.“

Michael Mücke



Kommentare
19.02.2013
20:31
Artisten-Areal in Düsseldorf mit SEK und Leuchtraketen gestürmt
von xxyz | #3

Es ist leider zu häufig der Fall, dass sich Juristen "beschäftigen". Sie müssen zu Ergebnissen können und schneller agieren. Das klappt in anderen Branchen ja auch und ist in einer globalisierten Welt zwingend erforderlich.

Es ist schon erstaunlich, welche Mengen an Polizisten eingesetzt werden um 7 Personen in einem zivilisierten Land festzunehmen.

Was läuft da alles falsch?

19.02.2013
20:10
Artisten-Areal in Düsseldorf mit SEK und Leuchtraketen gestürmt
von 123essener321 | #2

"Insgesamt sieben Deutsche im Alter zwischen 16 und 51 Jahren"

Interessant. Der Polizeibericht wurde von DerWesten kopiert, aber der Zusatz "Deutsche" wurde dort einfach mal hinein geschrieben, obwohl dieser im Polizeibericht nicht auftaucht.

Zudem ist es dann schon eigenartig, dass beschlagnahmte Fahrzeuge vom Areal abgeschleppt werden, welche Kennzeichen aus dem Ostblock montiert haben. Zu sehen auf Pressevideos eines bekannten NRW-Reporters der ohne Zensur berichtet. Auf das Aussehen der auf den Videos ebenfalls zu sehenden Bewohnern des Areals gehe ich jetzt mal nicht näher ein.... aber das waren bestimmt alles Deutsche ;-)

1 Antwort
Artisten-Areal in Düsseldorf mit SEK und Leuchtraketen gestürmt
von Marcel1977 | #2-1

Ich vermute eine defekte Autokorrektur. Beim Kopieren der Polizeimeldung wird "südländisch" automatisch entfernt während "deutsch" dann irgendwo eingefügt wird. Ist in München heute auch passiert.

19.02.2013
19:55
Artisten-Areal in Düsseldorf mit SEK und Leuchtraketen gestürmt
von herb630 | #1

Die Stadt hatte schon vor Jahren das Gelände an der Oberhausener Straße nahe dem ISS-Dome an die Artisten verpachtet. Schon seit einiger Zeit geht man davon aus, dass dort auch illegale Bauten errichtet worden waren. Mit dieser Frage beschäftigen sich die Juristen. Rathaus-Sprecher Manfred Blasczyk: „Einiges ist noch klärungsbedürftig. Wir versuchen das in geordnete Bahnen zu bringen.“
Macht fertig! Ich muss mich nicht einschließen!

Aus dem Ressort
Oscar Bruch dreht in Düsseldorf das ganze große Rad
Schausteller
Der Düsseldorfer Unternehmer Oscar Bruch betreibt drei Riesenräder. Damit ist er ständig unterwegs, quer durch Europas Metropolen. Weltweite Bekanntheit erlangte er durch die Expo in Hannover. Aber einen Wunsch ist bisher unerfüllt. Bruchs Räder sollen sich in Berlin drehen.
Auto kippt um - Fahrerin in Düsseldorf schwer verletzt
Unfall
Eine 21-jährige Frau ist am Donnerstagabend bei einem Unfall in Düsseldorf schwer verletzt worden. Ihr Auto kollidierte in einer Kreuzung mit einem anderen Wagen und kippte auf die Seite. Für die Unfallaufnahme musste der Bereich in Bilk gesperrt werden. Auch der Verkehr der Rheinbahn war betroffen.
Terror-Finanzier in Düsseldorf zu Gefängnisstrafe verurteilt
Gericht
In Düsseldorf ist ein 34-jähriges Mitglied einer terroristischen Vereinigung zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Der Mann soll für den bewaffneten Kampf der Gruppe DHKP-C, die einen Umsturz in der Türkei anstrebt, Geld besorgt haben. Aktiv bei der Geldbeschaffung war der Mann im Raum Duisburg.
Im Düsseldorfer Hyatt-Hotel Tür an Tür mit den Stars
Fußball-Länderspiel
Der neunjährige Nico Klotter und seine Eltern sind große Fans der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. So sehr, dass sie sogar 300 Euro für eine Übernachtung im Düsseldorfer Hyatt-Hotel im Medienhafen bezahlen. Dort logiert nämlich auch das DFB-Team.
Runway frei für die Benefizaktion „Help & Fly“
Help & Fly
Air Berlin unterstützt nach einem Jahr Pause wieder mit einem Rundflug und einer Bodenparty die Aids-Hilfe. Die erwartet 40 000 Euro zusätzlicher Spenden.
Fotos und Videos
Rockerkrieg in NRW
Bildgalerie
Bilderchronik
Saisoneröffnung
Bildgalerie
Fortuna
NRZ Leser auf der Kirmes
Bildgalerie
Hinter den Kulissen
St. Sebastianus feiert
Bildgalerie
Schützen