Wüdo schließt heute nach 34 Jahren die Pforten
27.02.2009 | 21:25 Uhr 2009-02-27T21:25:31+0100Aus für Wüdo: Das BMW-Motorradunternehmen am Flughafen schließt heute nach 34 Jahren seine Pforten. 12 Arbeitsplätze gehen so verloren.
Wie berichtet, hatte das Finanzamt Dortmund/Unna Anfang Dezember einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Es ging um Steuernachzahlungen in Höhe von 33 000 Euro. Wüdo-Chef Helmut Wüstenhöfer hatte auf die speziellen Bedingungen hingewiesen, unter denen sein Unternehmen zuletzt arbeiten musste.
Der BMW-Konzern kündigte Wüdo nach 30 Jahren Anfang 2008 den Händlervertrag, nachdem die Bayern in Dortmund selbst eine Motorrad-Niederlassung eröffnet hatten. In der Folge musste Wüdo neue Maschinen ans Werk zurückgeben. Die Steuerlast resultierte daraus. Wüstenhöfer hatte Ratenzahlungen angeboten, die Raten seien aber so hoch gewesen, dass sie dem Unternehmen die Luft zum Atmen genommen hätten. Nun muss er die Hand vom Gasgriff nehmen - und Dortmund ist um ein Markenzeichen ärmer. (dib)
16:37
Ich kann nicht verstehen warum immer gleich auf das Finanzamt und den Staat geschimpft wird, die in Schuld sein sollen das WÜDO pleite gegangen ist. Für mich sind andere Gründe dafür schlüssiger:
1.Herr Wüstenhöfer hat sich damals einfach übernommen mit dem Neubau am Flughafen und hatte Probleme mit der Tilgung der Raten.
2. In den letzten Jahren galt er bei BMW mit seinen kritischen Äußerungen zur Modellpolitik als Rebell und man wollte ihn loswerden.
3.Ich kenne den alten Standort in Do-Eving seit Anfang der 90er Jahre und hatte immer das Gefühl, dass wir Seberschrauber an den Gummikühen immer hochnäsig und arrogant behandelt wurden. Mal abgesehen davon, das das WÜDO-Zubehör einfach zu teuer war.
4.Im September 2008 wurde ein guter Freund von mir bei einer Motorradreparatur versucht über den Tisch zu ziehen, er hat inzwischen eine Anzeige wegen Insolvenzverschleppung gegen Herrn Wüstenhöfer gestellt.
5.Auch bei Motorradfahrern sitzt das Geld nicht mehr so locker und Geschichten über Kundenservice sprechen sich nun mal in der Szene schnell herum
Ich habe nichts persönlich gegen Herrn Wüstenhöfer und sein Team, eine lange Ära geht unrühmlich zu Ende. Nur trifft ausnahmsweise das Finanzamt Unna diesmal mal keine direkte Schuld, zumal Ratenzahlungen der Steuerschulden ja auch genehmigt wurden. Auch der letzte verzweifelte Versuch einen Bittstellerbrief an das Wirtschaftministerium NRW zu schreiben, konnte den Untergang von WÜDO nicht mehr abwenden.
16:19
Eine wirkliche Schande!! Da geht eine kleine, aber feine Firma an Euro 35.000,- zu Grunde. Dabei duerfte es sich ziemlich genau um den Betrag handeln, den das Arbeitsamt (sprich die Allgemeinheit) in den naechsten 8 Wochen an die ehemaligen Mitarbeiter an Arbeitslosengeld zahlen muss. Haette man diese Firma am Leben erhalten, waere nach wie vor noch Geld in die Fianzkasse gekommen.
Das ist ja wieder eine Bilderbuchleistung der deutschen Buerokratie/Politik. Aber, es ist ja klar: mit der Rettung des echten Mittelstandes kommt man natuerlich nicht ins Fernsehen.
Ich wuensche den Verantwortlichen beim Finanzamt, bzw. bei zustaendigen Banken, dass sie in Kuerze in eine aehnliche Situation, wie die Betroffenen der Fa. Wuedo kommen.
Alles Gute an Familie Wuestenhoefer, sowie die Mitarbeiter.
Betroffene Gruesse
12:17
An das WÜDO Team und Familie Wüstenhöfer,
schade das es so endet. Leider konnte ich mir eine BMW nie leisten. Trotzdem bin ich gerne mal bei Ihnen gewesen um zu schauen. Sie waren eine Bereicherung für Holzwickede und alle Motorradfahrer.
Leider ist es heute in der Welt so, dass das Finanzamt die Allmacht ist ! Es nimmt schnell mit allen Mitteln und selber wartet man Monate um etwas zurückzubekommen auch wenn die Forderung berechtigt ist, oder man muss sogar einen Anwalt einschalten.
Alles gute auf Ihren weiteren Wegen wünscht
Michael
11:45
Das zeigt mal wieder, warum dieses Land eine Plutokratie ist und keine Demokratie. Demokratie wird hier nur als kasperletheater aufgeführt. Hinter der Bühne gehts eben anders zu - und die normalen nicht-reichen Menschen sind die Doofen.
09:48
Wirklich traurig!
Hier ist die Politik natürlich nicht so eifrig mit einer Unterstützung. es sind ja nur 12 Arbeitsplätze statt 6000 bei Opel Bochum. Ich schätze, dass jeden tag in Deutschland 500 Arbeitsplätze im Mittelstand still verloren gehen, für die Politik einfach zu unwichtig.
Meine Meinung zu dem wirtschaftpoltischem System kann ich hier nicht wiedergeben, weil sie zensiert werden müsste....
09:46
Schade, Wüdo war ein über die Grenzen Dortmunds hinaus bekannter BMW Motorradhändler und Tuner. Hatte früher auch eine BMW Gummikuh und war dort immer gerne mal Teile einkaufen.
Findet sich denn kein Altkunde, der Helmut Wüstenhöfer einen Privatkredit geben will?
Schande über das starrsinnige Finanzamt und den BMW Konzern, der durch seine blödsinnige Firmenpolitik die kleinen Händler ruiniert, die deren Marke erst aufgebaut und bekant gemacht haben.