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Abmahnung

Wirte sollen 1800 Euro für Weltuntergangs-Party zahlen

03.01.2013 | 15:15 Uhr
Wirte sollen 1800 Euro für Weltuntergangs-Party zahlen
Der Weltuntergang kam nicht - dafür aber die Abmahnungen. Wirte sollen jetzt 1800 Euro für Weltuntergangs-Partys zahlen.Foto: Grafik WNM

Dortmund.  Zehn Tage nach ihrer "Weltuntergangs-Party" am 21. Dezember ist Dutzenden Wirten in ganz Deutschland eine Abmahnung ins Haus geflattert. Ein Mann aus Bayern hatte sich den Begriff schützen lassen — sein Anwalt fordert jetzt jeweils 1800 Euro. Ein Dortmunder Anwalt vertritt die Opfer.

Die Veranstalter von Weltuntergangs-Partys in Deutschland werden zur Kasse gebeten. Weil ein Mann aus dem bayrischen Hof sich im März 2012 die Wortmarke „Weltuntergang“ beim Deutschen Patent- und Markenamt in München hat schützen lassen, sollen die Veranstalter der Partys nun 1000 Euro Schadenersatz zahlen. Hinzu kommen etwa 800 Euro Anwaltskosten. Ob die Forderung des Markeninhabers Aussicht auf Erfolg hat, ist noch unklar.

Der auf Markenrecht spezialisierte Dortmunder Rechtsanwalt Hendrik Peters rät Betroffenen, nichts unüberlegt zu unterschreiben und sich stattdessen fachkundig beraten zu lassen. Peters beantragt momentan die Löschung der Marke "Weltuntergang".

Schadenersatz für Verwendung der Wortmarke

Betroffen von der Abmahnwelle ist beispielsweise  Peter Knura, der in seinem "Graf Balderich", einer Diskothek in Mönchengladbach, eine Endzeit-Party veranstaltete. 300 Gäste feierten bei Charthits und Cocktails bis in die Morgenstunden. "Klasse Stimmung, volles Haus", sagt Knura. Seit drei Tagen aber, seit der 46-Jährige das Anwaltsschreiben aus einer Kanzlei in bester Lage Münchens geöffnet hat, herrscht Katerstimmung.

Er soll Schadenersatz zahlen, weil er die Wortmarke "Weltuntergang" widerrechtlich benutzt habe. "Ich dachte, das Partythema könnte ich genauso verwenden wie Silvester oder Fasching", sagt Knura, der seit 25 Jahren Mottopartys veranstaltet. "Das ist doch eine unverschämte Abzocke."

"Weltuntergang" wie Coca Cola

Offenbar will jemand an denen verdienen, die am "Weltuntergang" verdient haben. Dieser Jemand ist in diesem Fall Philip-Nicholas Blank, Gastronom aus Hof und nach eigenen Angaben Veranstalter mehrerer Weltuntergangs-Partys. Den einzig echten, wenn es nach ihm geht. Denn um Geldmacherei gehe es ihm nicht, sagt er. Vielmehr ums Prinzip. "Der Name "Weltuntergang" ist für meine Partys geschützt, wie "Coca Cola" für das Getränk", sagt er. Dass andere mit seinem Label Geld verdienen wollten, sei dreist.

Tatsächlich hat Blank "Weltuntergang" schon im März vergangenen Jahres laut Deutschem Patentamt in München für den Gastronomiebereich als Wortmarke schützen lassen. Wie viele Partyveranstalter er bislang in Deutschland über seinen Anwalt zur Kasse gebeten hat, will Blank nicht sagen. In Brandenburg haben sich zwei Diskothekenbetreiber empört an die Öffentlichkeit gewandt, Peter Knura will von 15 weiteren in Nordrhein-Westfalen gehört haben.

Gericht muss den Schaden klären

Wenn die beklagten Partyveranstalter nicht zahlen, muss ein Gericht klären, ob sie sich vorher über den Markenschutz hätten informieren müssen, sagt Christian Menzel, Münchner Anwalt für Markenrecht. Außerdem müsse ein Gericht dann klären, inwiefern Markeninhaber Blank durch all die anderen "Weltuntergangs"-Partys Schaden genommen hat. Peter Knura selbst will sich erst einmal von seinem Anwalt beraten lassen. "Aber ich glaube nicht, dass ich zahle. Und wenn die Welt untergeht." (mit dpa-Material)

Jan Ungruhe

Kommentare
04.01.2013
16:47
Wirte sollen 1800 Euro für Weltuntergangs-Party zahlen
von Hagrid | #51

Aus sprachwissenschaftlicher Sicht ist das Ansinnen des Hofers unsinnig.

Er hat sich das Wort "Weltuntergang" schützen lassen, als...
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Wirte sollen 1800 Euro für Weltuntergangs-Party zahlen
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2013-01-03 15:15
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